Vor dem Hintergrund der Gefahr extremistischer Anschläge hat der Umweltverband BUND seine Warnungen vor den Gefahren bekräftigt, die von Atomkraftwerken auch in Deutschland ausgehen.

"Spätestens seit den Anschlägen in Belgien wissen wir, dass auch Atomkraftwerke in das Visier von Terroristen geraten können", erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Donnerstag in Berlin. Solche Anlagen seien jedoch "nicht wirklich vor Terroranschlägen zu schützen".

Brüsseler Terrorzelle hat Atomexperten ausgespäht.

Weiger forderte deswegen, alle deutschen Akw "sofort vom Netz zu nehmen". Zwar sei es gut, dass nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hierzulande inzwischen neun Atomkraftwerke stillgelegt worden seien, "der Weiterbetrieb von acht Atomreaktoren in Deutschland birgt aber nach wie vor enorme Risiken".

In jeder dieser Anlagen sei ein schwerer Unfall möglich. Diese Gefahr, auf die der BUND wiederholt hingewiesen habe, sei lange unterschätzt worden.

Nach den Anschlägen in Brüssel hatten die Behörden aus Sicherheitsgründen eine Teilevakuierung der beiden belgischen Atomkraftwerke angeordnet. Das für den Betrieb der Anlagen nicht unbedingt notwendige Personal musste die Anlagen in Doel und Tihange verlassen.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Islamisten einen hochrangigen Mitarbeiter des belgischen Atomprogramms zeitweise mit einer versteckten Kamera beobachtet hatten.© AFP

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