Der dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen soll nach einem Zeitungsbericht gefasst und identifiziert worden sein.

Die Zeitung "Le Soir" berichtete am Samstag unter Berufung auf gute Quellen, der in der Nacht zum Freitag festgenommene Fayçal C. sei von dem Taxifahrer identifiziert worden, der das Terrorkommando zum Flughafen gebracht habe. Eine offizielle Bestätigung für die Informationen gab es zunächst nicht.

Seit dem Bombenanschlag am Brüsseler Flughafen am Dienstag mit mindestens 11 Toten war fieberhaft nach dem Mann gesucht worden.

Auf dem Bild der Überwachungskamera ist er in der Flughafenhalle rechts von den beiden Selbstmordattentätern Najim Laachraoui (24) und Ibrahim El Bakraoui (29) mit weißer Jacke und schwarzem Hut zu sehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Freitag die Festnahme von Fayçal C. bestätigt, aber keine Angaben zu Verbindungen zu den Flughafenattentätern gemacht. Nach der Festnahme von Fayçal C. hatte es bereits am Freitag Spekulationen gegeben, wonach es sich bei ihm um den Gesuchten handeln könnte.

Athener Polizei soll Anschlags-Pläne 2015 entdeckt haben

Griechische Polizei soll Belgien vor Monaten über Bedrohung informiert haben.

Die griechische Polizei soll vergangenes Jahr in zwei Wohnungen in Athen Pläne entdeckt haben, die auf einen Terroranschlag auf dem Flughafen von Brüssel hindeuteten. Unter anderem sei eine Karte des Flughafens von Brüssel gefunden worden.

Bereits damals seien die belgischen Behörden informiert worden, berichtete der Athener Nachrichtensender Skai am Samstag unter Berufung auf die griechische Polizei. Eine offizielle Erklärung dazu gab es zunächst nicht.

Dem Bericht zufolge wurden die Unterlagen in Wohnungen entdeckt, die von Islamisten angemietet worden waren. Nach den Anschlägen von Paris im November habe sich herausgestellt, dass es sich bei einem der Männer um Abdelhamid Abaaoud gehandelt habe, meldete der Sender.

Abaaoud gilt als mutmaßlicher Drahtzieher der Pariser Anschläge. Er wurde im November wenige Tage nach Terrorserie bei einem dramatischen Anti-Terror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis getötet.

Abaaoud hatte auf seinen Reisen quer durch Europa auch eine Wohnung in Athen gemietet. Die französische Polizei hatte nach seinem Tod eine DNA-Probe des 28 Jahre alten Terroristen an die griechischen Behörden übermittelt.

Damals war im Zuge der Ermittlungen in einer anderen Wohnung auch ein 33-jähriger Mann festgenommen worden, den die griechischen Behörden anschließend nach Belgien überstellten.

Mehr Hintergründe zu den Terroranschlägen in Brüssel© dpa