Die Terroranschläge von Brüssel haben Menschen in den Tod gerissen. Auch das Leben in der belgischen Hauptstadt ist komplett umgekrempelt. Sie erholt sich nur langsam von dem Schock.

Der Polizist fordert dazu auf, die Jacke zu öffnen. Er will sehen, was darunter ist. Das Gepäck kommt ein paar Meter weiter auf den Tisch und wird durchsucht - unter den Augen meist stummer und schwer bewaffneter Sicherheitskräfte in Tarnuniformen.

Die Fragen und Antworten zu den Anschlägen in Belgien.

Das Prozedere am Brüsseler Zentralbahnhof ist mühsam, langsam, aber es ist auch ein Schritt zurück in die Normalität. Einen Tag nach den Anschlägen kommt das Leben wieder zurück in den wichtigen Brüsseler Bahnhof.

Gleichzeitig ist dies für viele auch bedrückend. Die Menschen stehen dicht an dicht, weil sie für die Kontrolle durch eine nicht gerade breite Tür des Gebäudes geleitet werden.

Eine Menschenmenge, Reisende, Koffer - Stunden nach dem Attentat am Brüsseler Flughafen hinterlässt diese Mischung bei vielen ein mulmiges Gefühl.

"Man will hier schnell wieder raus", sagt Manuel, der zur Arbeit will. Es sei wohl leider auch das, was die Terroristen bezwecken wollten.

Brüssel erholt sich nur langsam vom Schock der Anschläge. Die Fahnen sind auf halbmast, nach wie vor heulen Polizeisirenen.

Das Leben nimmt langsam wieder Fahrt auf

Auf dem Platz vor der Börse, der vielen zum Zufluchtsort für ihre Trauer geworden ist, hat der Regen über Nacht das Kerzenmeer gelöscht. Nach und nach werden die Lichter von den Brüsselern wieder angezündet.

Eine Frau sagt, sie habe nahezu die ganze Nacht auf dem Platz ausgeharrt.

Wer durch die Stadt streift, sieht allerdings auch, wie das Leben langsam wieder Fahrt aufnimmt, das Stunden zuvor noch wie ausgeknipst erschien. Im Jubelpark am Europaviertel sind schon früh morgens wieder die ersten Jogger unterwegs.

Nur wenige Meter weiter staut sich der Brüsseler Berufsverkehr. Lediglich das übliche Gehupe ist heute etwas verhaltener als sonst.

Auch viele Geschäfte haben nach dem Ausnahmezustand vom Vortag wieder normal geöffnet. "Man versucht, zum Alltagsleben zurückzukehren", sagt eine Sprecherin des Einzelhandelsverbands Comeos.

Der Möbelhändler Ikea wollte seine beiden Brüsseler Filialen hingegen noch geschlossen halten.

In Brüssel haben sich zwei Brüder in die Luft gesprengt und viele Menschen getötet. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Geschwisterpaar gemeinsam in den Dschihad zog. Dahinter steckt System.

EU-Kommission zurück zur Normalität

Die EU-Institutionen ringen ebenfalls um den Weg zurück zur Normalität. Den Mitarbeitern der EU-Kommission sei es freigestellt, von zu Hause zu arbeiten, heißt es aus der Brüsseler Behörde.

Ersten Angaben zufolge sind auch etwa eine Hand voll EU-Beamte unter den Verletzten.

Die angegriffene Metro-Station Maelbeek befindet sich nur etwa 500 Meter vom "Herz" Europas entfernt. "Ich war eine halbe Stunde vorher in dieser U-Bahn", erinnert sich ein EU-Diplomat noch schockiert an den Vortag.

Am Mittwoch ist die Station noch weiträumig von Polizei und Militär abgeriegelt. Die Bahn verkehrt nicht durchgehend. Die deutsche Schule in Brüssel sollte ebenfalls noch geschlossen bleiben.

Doch die Arbeit müsse auch fortgesetzt werden, heißt es unter Diplomaten und EU-Beamten. Ein Mitarbeiter fasst es zusammen: "Ich bin sehr, sehr traurig. Aber das Leben muss weitergehen."© dpa

Der Tag danach: Als Urheber der Terrorserie von Brüssel wird ein Bruderpaar identifiziert. Aus Sorge vor neuen Anschlägen gilt die höchste Warnstufe. Die Fahndung nach weiteren Tätern läuft. Europa trauert.