Eine Woche nach den blutigen Brüsseler Anschlägen fahnden Ermittler weiter nach einem Verdächtigen vom Flughafen, den "Mann mit dem Hut". Was wissen wir? Was nicht?

Was wir wissen:

  • 32 Menschen kamen bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn ums Leben, vier von ihnen starben später im Krankenhaus. Hinzu kommen die drei Selbstmordattentäter.
  • Alle Todesopfer wurden mittlerweile identifiziert. 17 von ihnen waren Belgier, 15 kamen aus insgesamt acht verschiedenen anderen Ländern: Den USA, den Niederlanden, Schweden, Deutschland, Frankreich, China, Italien und Großbritannien. Unter den Toten ist auch eine Frau aus Aachen.
  • Die Behörden haben die Zahl der Todesopfer von 35 auf 32 nach unten korrigiert: Drei Opfer wurden zunächst sowohl auf der Liste der im Krankenhaus gestorbenen Menschen als auch auf der an den Anschlagsorten erstellten Liste geführt.
  • Etwa 340 Menschen wurden verletzt.
  • Drei der mutmaßlichen Terroristen sind identifiziert: Najim Laachraoui (24) und Ibrahim El Bakraoui (29) haben sich am Flughafen in die Luft gesprengt, sein Bruder Khalid (27) in der Metro-Station Maelbeek.
  • Nach den Anschlägen gab es mehrere Antiterror-Razzien der Polizei. In einigen Fällen war die Verbindung zu den Anschlägen von Brüssel aber nicht klar. Mehrere Verdächtige wurden in Haft genommen.
  • In Belgien gilt seit vergangenem Donnerstag wieder die Terrorstufe 3, die zweithöchste. Das bedeutet unter anderem, dass es an großen Bahnhöfen im Land keine systematischen Sicherheitskontrollen mehr gibt, sondern nur Stichproben.

Brüsseler Terrorzelle hat Atomexperten ausgespäht.

Was wir nicht wissen:

  • Gesucht wird noch der dritte Attentäter vom Flughafen, der "Mann mit dem Hut". Er ist auf dem Bild einer Flughafen-Überwachungskamera auf der rechten Seite zu sehen. Ein Terrorverdächtiger, der nach einem Medienbericht angeblich der "dritte Mann" gewesen sein soll, wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Anwalt von Fayçal C. sagte am Dienstag belgischen Medien, sein Mandant sei während der Attacken zu Hause gewesen und unschuldig.
  • Laut belgischen Medien soll ein zweiter Mann an dem Metro-Anschlag beteiligt gewesen sein. Hierzu haben sich die Ermittler noch nicht geäußert.

In Syrien und im Irak ist die IS-Terrormiliz unter Druck geraten. Die Extremisten reagieren darauf mit einer neuen Strategie und internationalisieren sich. Dazu zählen auch Anschläge in Europa. Die Botschaft: Was in Brüssel geschah, kann sich andernorts wiederholen.

© dpa