Das Auswärtige Amt hat bestätigt, dass es sich bei allen zehn Todesopfern des Terroranschlags von Istanbul um Deutsche handelt. Die Opfer des Anschlags waren auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Die Zahl der bei dem Terroranschlag in Istanbul getöteten Deutsche hat sich auf zehn erhöht. Das teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit.

Anschlag mit acht toten Deutschen wird noch lange nachwirken.

Zuvor war von acht toten Deutschen berichtet worden. Insgesamt starben bei der Terrorattacke zehn Menschen und der Attentäter selbst. Die Nationalität von zwei der zehn Todesopfer war zunächst unklar.

"Wir glauben, dass auch die anderen beiden Toten Deutsche sind", hatte es bereits zuvor aus türkischen Regierungskreisen geheißen. Das hätten polizeiliche Ermittlungen ergeben. Die medizinischen Untersuchungen seien aber noch nicht endgültig abgeschlossen.

Zudem gebe es elf Verletzte, neun davon aus Deutschland. Zwei von ihnen befänden sich in kritischem Zustand. Die beiden anderen Verletzten seien ein Norweger und ein Peruaner. Das sagte der türkische Innenminister Ala bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Innenminister Thomas de Maizière.

Außerdem habe es nach dem Anschlag nach Angaben von Ala am Dienstagabend eine Festnahme gegeben. Um wen es sich dabei handelt, verriet er nicht.

De Maizière erklärte: "Wir haben keine konkreten Informationen darüber, ob der Angreifer gezielt deutsche Staatsbürger ins Visier genommen hat." Er kündigte an, im Laufe des Tages die Verletzten aus Deutschland im Krankenhaus zu besuchen.

Urlauber waren auf Drei-Städte-Reise

Die Opfer des Anschlags in Istanbul waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Städte-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder, wie der Sprecher des Reiseunternehmens, Ingo Leßmann von der sk-medienconsult, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Ein Teil dieser Reisenden habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen. Auf dieser Tour lag auch der Anschlagsort in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee.

Andere Urlauber hätten ein individuelles Programm absolviert. Wie viele Reisende an der Gruppenveranstaltung teilgenommen hätten, sei noch nicht klar, sagte Leßmann. "Die Reisegruppe sollte von Istanbul über Dubai nach Abu Dhabi reisen."

In der türkischen Metropole seien die Urlauber am Montag angekommen. Die Weiterreise nach Dubai sei für den Mittwoch geplant gewesen.

Anschlag in Istanbul: Woher die Opfer kommen

MIT hat offenbar mit Attentat auf Touristen gerechnet.

Unter den mindestens acht deutschen Todesopfern ist nach Angaben der Potsdamer Landesregierung auch ein Ehepaar aus Brandenburg. Zwei 71 und 73 Jahre alte Eheleute aus Falkensee bei Berlin seien umgekommen, sagte Regierungssprecher Andreas Beese der Deutschen Presse-Agentur.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich zutiefst erschüttert von ihrem Tod. "Hier wurden Unschuldige Opfer sinnlosen Terrors", sagte Woidke nach Angaben Beeses.

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" soll unter den Todesopfern auch ein Urlauber aus Berlin sein. Zudem seien eine Frau aus Berlin schwer, ein weiterer Mann aus Berlin leicht verletzt worden, schreibt das Blatt online.

Zwei weitere Opfer stammen aus Rheinland-Pfalz, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz mitteilen. Den Informationen der Sicherheitsbehörden zufolge sei zudem eine weitere Frau aus Rheinland-Pfalz verletzt worden.

"Unsere Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer. Wir verurteilen diesen abscheulichen Terroranschlag auf das Schärfste", erklärte Dreyer.

Zudem ist ein 67 Jahre alter Mann aus Nordhessen getötet worden. Seine 50-jährige Frau sei bei der Attacke am Dienstag verletzt worden, teilte die hessische Staatskanzlei am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zeigte sich erschüttert. "Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt den Familien, Angehörigen und Freunden", sagte er. "Ich verurteile dieses feige Verbrechen aufs Schärfste. Heute ist ein Tag des Innehaltens und der Trauer. Wir sind entschlossen, den Gefahren des internationalen Terrorismus entgegenzutreten."

Unter den deutschen Todesopfern des Terroranschlags sind auch drei Sachsen. Das sei "traurige Gewissheit", sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch in Dresden. (cai/dpa)