Auf das islamkritische französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist in Frankreichs Hauptstadt Paris ein Anschlag verübt worden. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben. Die Opferzahl könnte aber noch steigen. Nach Angaben der Polizei waren die drei Täter unter anderem mit Kalaschnikows bewaffnet. Die Attentäter sind auf der Flucht.

+++ Die Redaktion des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" wird in Paris von Terroristen angegriffen +++

+++ Zwölf Menschen kommen bei dem Anschlag ums Leben +++

+++ Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande spricht von einem "barbarischen Akt" +++

+++ Attentäter sind auf der Flucht, die Polizei soll sie identifiziert haben, Videomaterial kursiert im Netz +++

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21:42 Verschiedenen Medienberichten zufolge sollen die Attentäter des Anschlags auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" identifiziert worden sein. Laut des Online-Auftritts der französischen Zeitung "Le Monde" kenne die Polizei die Namen der drei Täter. Die Spur führe die Ermittler auch nach Reims, berichten "Le Parisien" und "Le Figaro".

21:03 Der Iran hat den Terroranschlag auf das islamkritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris verurteilt. Terroranschläge gegen unschuldige Menschen hätten nichts mit dem Islam zu tun und seien daher inakzeptabel, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham in einer Presseerklärung. Gleichzeitig fügte sie jedoch hinzu, dass Beleidigung von Religion und religiösen Persönlichkeiten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit genauso inakzeptabel sei.

20:32 Papst Franziskus verurteilt das Attentat in Paris in doppelter Hinsicht. Zum einen für den "schrecklichen Akt der Gewalt" an sich und zum anderen für das Attentat auf die Pressefreiheit, die genauso wichtig sei wie die Religionsfreiheit, berichtet Radio Vatikan. "Papst Franziskus nimmt im Gebet an den Leiden der Verletzen und der Familien der Verstorbenen teil und fordert alle dazu auf, sich mit jedem Mittel der Verbreitung des Hasses und jeder Form der Gewalt entgegenzustellen", erklärt Vatikan-Sprecher Lombardi.

20:21 Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat den Anschlag auf "Charlie Hebdo" scharf verurteilt. "Es gibt in keiner Religion und keiner Weltanschauung auch nur einen Bruchteil einer Rechtfertigung für solche Taten. Dies ist ein feindlicher und menschenverachtender Akt gegen unsere freie Gesellschaft. Durch diese Tat wurde nicht unser Prophet gerächt, sondern unser Glaube wurde verraten und unsere muslimischen Prinzipien in den Dreck gezogen", erklärte der Verband. "Wir rufen alle dazu auf, dem perfiden Plan der Extremisten nicht auf dem Leim zu gehen, die die Gesellschaft spalten, Hass und Zwietracht zwischen den Religionen schüren und die überwältigende Mehrheit der friedlichen Gläubigen zu Paria der Gesellschaft machen wollen."

20:12 Frankreichs Präsident Francois Hollande hat in einer Rede an die Nation zur Solidarität und Geschlossenheit aufgerufen. "Diese Männer und Frauen sind gestorben für unsere Vorstellung von Freiheit in Frankreich", sagte er über die Opfer des Anschlags auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo". "Unsere Republik wurde angegriffen." Nun müsse Frankreich zusammenhalten und die Werte des Landes wie Freiheit, Frieden und Toleranz verteidigen: "Wir sind stärker als die Barbarei." Die Attentäter werden derzeit weiter gesucht. Sie sollen festgenommen und vor Gericht gestellt werden, erklärte Hollande. Frankreichs Präsident rief einen nationalen Trauertag am morgigen Donnerstag aus. Um 12:00 Uhr soll eine öffentliche Schweigeminute stattfinden.

19:52 Führende religiöse Vertreter Frankreichs haben den Terroranschlag gegen das islamkritische Magazin "Charlie Hebdo" verurteilt. Dalil Boubakeur vom islamischen Dachverband in Frankreich CFCM sprach von einem "Schlag gegen die Gemeinschaft der Muslime". Vertreter von Christen, Muslimen und Juden waren zuvor bei Präsident François Hollande im Élyséepalast. Sie kündigten für diesen Donnerstag ein Treffen an, um sich auf eine gemeinsame Initiative zu verständigen.

19:41 "Ich glaube ehrlich, dass man über alles lachen kann. Was sich wirklich verändert hat, sind die Religionen, die zu radikal, extremistisch geworden sind. Für mich ist die Religion eine beliebige Ideologie, und es gibt daher keinen Grund, weshalb man eine Religion nicht kritisieren sollte", sagte der ermordete "Charlie Hebdo"-Zeichner Cabu alias Jean Cabut in seinem letzten Interview, das er kürzlich der Zeitung "Le Télégramme" gab. An den Tod dachte er nicht: "Das schlimmste wäre für mich, mir den Arm zu brechen und nicht mehr zeichnen zu können."

19:28 Auf der Homepage von "Charlie Hebdo" ist die Solidaritätsbekundung "Je suis Charlie" mit den Opfern des Anschlags in verschiedenen Sprachen zu lesen, unter anderem auf arabisch, deutsch "Ich bin Charlie" und spanisch.

19:10 US-Präsident Barack Obama hat den Terroranschlag in Paris als einen Angriff auf die Pressefreiheit verurteilt. Es handele sich um eine "feige, böse" Tat, sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. Die Terroristen hätten Angst vor der Meinungsfreiheit. Er fügte hinzu, dass sich ein solcher Anschlag überall auf der Welt ereignen könnte. Man müsse wachsam bleiben. Außenminister John Kerry meinte in emotionalen Äußerungen, bei denen er streckenweise Französisch sprach, "kein Land weiß besser als Frankreich, dass die Freiheit einen Preis hat."

19:04 In ganz Europa gibt es Solidaritätsbekundungen mit den Opfern des Anschlags in Paris. In Berlin versammeln sich Menschen auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor.

18:51: In London geben die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron eine gemeinsame Pressekonferenz. "Wir haben Frankreich unsere Hilfe angeboten", erklärt Cameron. Auch Merkel erklärt Solidarität Deutschlands mit dem Nachbarland und verurteilt den Terroranschlag auf das Pariser Satire-Magazin "Charlie Hebdo".

17:38 Uhr: Karikaturisten auf der ganzen Welt bekunden bei Twitter ihre Solidarität. Wir haben ihre bewegenden Zeichnungen gesammelt.

17:28 Uhr: Überall in Frankreich versammeln sich am Abend Menschen, um den Opfern des Anschlags auf das Redaktionsbüro "Charlie Hebdo" zu gedenken.

16:30 Uhr: Die französische Website "20minutes.fr" berichtet, die Attentäter hätten Augenzeugen dazu aufgefordert, den Medien zu sagen sie kämen von "Al Qaida aus dem Jemen". Die drei Männer sind weiter auf der Flucht. In Paris herrscht höchste Alarmbereitschaft.

16:24 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte nach dem Terroranschlag von Paris zur Gefährdungslage in Deutschland: "Die Lage ist ernst. Es gibt Grund zur Sorge und zur Vorsorge, aber nicht zur Panik." Zudem mahnte er, den Islam nicht mit Terrorismus gleichzusetzen: "Der extremistische Islamismus, der islamistische Terrorismus, ist etwas ganz anderes als der Islam. Und diese Differenzierung ist gerade an einem Tag wie heute dringend geboten."

16:23 Uhr: Das Attentat auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist nach Auffassung des Münchner Forums für Islam die "schwerste Form der Gotteslästerung". Der Prophet Mohammed würde sich "von solchen barbarische Akten wie heute in Paris geschehen distanzieren und sie schärfstens verurteilen", sagte der Vorsitzende des Forums und Penzberger Imam Benjamin Idriz am Mittwoch. "Unsere Anteilnahme gebührt den Angehörigen der Opfer, unser Mitfühlen den Verletzten." Meinungsfreiheit sei ebenso zu schützen wie Religionsfreiheit. Die Täter "gehören nicht zu Europa und sie gehören nicht zum Islam", so Idriz.

15:58 Uhr: ARD und ZDF reagieren auf das Attentat in Paris und ändern ihre Programme.

15:35 Uhr: Tariq Ramadan, Islam-Professor an der Universität Oxford, spricht wohl vielen Muslimen aus der Seele, wenn er sagt: "Im Gegensatz dazu, was die Attentäter bei ihrem Angriff auf die Redaktion von 'Charlie Hebdo' offenbar gesagt haben, wurde heute nicht der Prophet gerächt, sondern unsere Religion, unsere Werte und unsere muslimischen Prinzipien verraten und beschmutzt."

Täter könnten Verbindung zu Al Qaida haben

15:29 Uhr: Die Zeichnerin Corinne Rey hatte die Terroristen in das Gebäude gelassen. "Ich wollte meine Tochter vom Hort abholen. Als ich vor die Haustür trat, haben uns zwei vermummte und bewaffnete Männer brutal bedroht. Sie wollten in das Gebäude. Ich habe den Code eingegeben. Sie haben auf Wolinski und Cabu geschossen. Es dauerte fünf Minuten. Ich habe mich unter den Schreibtisch geflüchtet. Die Männer sprachen perfekt Französisch. Sie sagten, sie seien von Al Qaida", sagte sie gegenüber "L'Humanite".

15:26 Uhr: Frankreichs Innenminister hat nun klar gestellt: Es handelt sich in der Tat um drei Täter.

15:19 Uhr: So stellt sich der Fluchtweg der Täter bis 15 Uhr dar. Der Fluchtwagen der Terroristen wurde inzwischen gefunden. Es wird angenommen, dass sie in einem anderen Auto ihre Flucht fortgesetzt haben.

15:14 Uhr: Unter dem Hashtag #JeSuisCharlie bekunden auf Twitter Menschen den Opfern ihr Beileid - so beispielsweise der Fußballklub "AS Monaco".

15:08 Uhr: Die französische Polizei verfolgt drei Verdächtige, die für den Anschlag auf "Charlie Hebdo" verantwortlich sein sollen. Das berichtet die Agentur "Reuters", die sich dabei auf offizielle Quellen bezieht. Bisher war man von zwei Attentätern ausgegangen.

15:00 Uhr: Derzeit sehen deutsche Sicherheitskreise keine Anhaltspunkte für eine erhöhte Terrorgefahr in der Bundesrepublik. Es bestehe nach wie vor eine "abstrakt hohe" Gefährdung, es gebe aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Deutschland, hieß es am Mittwoch.

14:43 Uhr: Wie die französische Zeitung "La Parisienne" berichtet, haben die Täter die wöchentliche Redaktionskonferenz des Blattes gestürmt und die Namen einzelner Personen gerufen - wohl um gezielt schießen zu können.

14:42 Uhr: Der Rat der Muslime in Frankreich hat den Terroranschlag von Paris als "barbarisch" verurteilt. Die Tat sei ein "Angriff auf die Demokratie und die Pressefreiheit", schrieb die Organisation in einer Erklärung "im Namen der Muslime in Frankreich".

14:22 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris scharf verurteilt. "Nichts rechtfertigt Terror", sagte dazu Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Tass in Moskau. Die russische Führung lehne solche Angriffe klar ab. "Der Präsident übermittelt allen Angehörigen und Freunden der Opfer sein tiefes Mitgefühl", sagte Peskow. Die Opferzahl des "tragischen Vorfalls" sei schrecklich hoch.

Vier Zeichner sterben

14:20 Uhr: Der Cartoonist Cabu (links im Bild) ist unter den Toten des Massakers von Paris sein. Er hatte 2011 die Mohammed-Karikaturen gezeichnet, die damals den Zorn frommer Muslime auf das Magazin "Charlie Hebdo" zogen. Cabu wäre in wenigen Tagen 76 Jahre alt geworden. Mit ihm starb auch der Herausgeber der Zeitschrift Stephane Charbonnier (zweiter von links) und zwei weitere Zeichner.

14:08 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Anschlag scharf verurteilt: "Mit Erschütterung habe ich die Nachricht von dem niederträchtigen Anschlag auf die Zeitungsredaktion in Paris erhalte", heißt es in ihrem Kondolenztelegramm an Frankreichs Staatspräsident Hollande. "Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs." Sie stelle auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, "der durch nichts zu rechtfertigen ist". Deutschland stehe eng an der Seite "unserer französischen Freunde".

Videomaterial von Attentätern aufgetaucht

14:00 Uhr: Inzwischen kursiert Videomaterial im Netz, das die vermummten Täter bei der Erschießung eines Polizisten zeigt. Wir habe uns entschlossen, dieses Material aufgrund seiner Brutalität nicht zu zeigen. Die Täter sind weiter auf der Flucht.

Die Terroristen von Paris haben bei ihrem Überfall auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" mehrfach "Allah ist groß" skandiert. Nach Augenzeugenberichten sollen sie bei dem Überfall "Wir haben den Propheten gerächt" gerufen haben.

13:20 Uhr: Augenzeugen berichten, die Attentäter sollen in einem schwarzen Auto in Richtung des Platzes der Republik unterwegs sein.

13:00 Uhr: Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande hat die Tat als einen "barbarischen Akt" gegeißelt, der die Freiheit der Presse nicht auslöschen könne. Frankreich werde geeint zusammenstehen.

12:45 Uhr: Großbritanniens Premierminister David Cameron nennt den Anschlag "abscheulich" und sichert Frankreich Unterstützung im Kampf gegen Terror zu.

In Paris wurde inzwischen die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Das Bild der "Le Monde"-Journalistin Elise Barthet zeigt vermutlich die beiden Täter, wie sie das Feuer auf ein Polizeiauto eröffnen. Die Polizei sei danach zurückgewichen.

12:30 Uhr: Ein Polizeiauto wurden von mehreren Schüssen durchlöchert.

12:15 Uhr: Diesen islamkritischen Tweet setzte die Redaktion von "Charlie Hebdo" kurz vor dem Anschlag ab.

11:45 Uhr: Zwei vermummte Männer stürmen die Redaktion der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo". Sie schießen um sich und töten mehrere Redakteure. Der Angriff ereignet sich im elften Arrondissement von Paris. Die Zeitschrift "Charlie HebdoÄ" hatte 2011 mit einer Mohammed-Karikatur für Aufsehen gesorgt.

(ska/cai)