Auf das islamkritische französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist am Mittwoch in Frankreichs Hauptstadt Paris ein Anschlag verübt worden. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben. Zwei mutmaßliche Täter sind noch immer auf der Flucht, sollen aber in Nordfrankreich gesichtet worden sein. Auch am Donnerstag kam es in Paris erneut zu einer Schießerei.

+++ Die Redaktion des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" wurde am Mittwoch von Terroristen angegriffen +++

+++ Attentäter sind identifiziert - keine heiße Spur zu Aufenthaltsort +++

+++ Suche in Nordfrankreich läuft auf Hochtouren +++

+++ Täter sollen Al-Kaida zugeordnet werden können +++

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17:50 Uhr: Die beiden mutmaßlichen Täter können offenbar Al-Kaida zugeordnet werden. Das berichtet die französische Zeitung "Liberation" unter Berufung auf Regierungskreise. Eine genaue Zuordnung ist offenbar aber weiterhin nicht möglich. Das hatte zuvor auch schon die dpa berichtet. Demnach gebe es bei den Verdächtigen vielfältige Bezüge zu Syrien und dem Irak, wo derzeit die Terrormiliz IS besonders stark ist.

17:20 Uhr: Mittlerweile scheint klar, dass sich die mutmaßlichen Terroristen in einem Haus in Crepy-en-Valois verschanzt haben. "CBS News" berichtet, dass der französische Innenminister das verneint habe. Mehrere Medien berichten hingegen übereinstimmend, dass die Suche dafür östlich von Crepy-an-Valois und Villeres Cotterets intensiviert wird. Die beiden Orte liegen rund 90 Kilometer nordöstlich von Paris. Eine heiße Spur der Täter fehlt demnach jedoch.

17:00 Uhr: Wie der französische Radio-Sender "France Info" berichtet, sind aktuell rund 88.000 Polizisten im Einsatz.

16:24 Uhr: Paris hat die höchste Terrorwarnstufe für die nordöstlich von Paris gelegene Region Picardie ausgerufen. In dem Ort Crepy-en-Valois, wo sich die Attentäter momentan aufhalten sollen, sollen momentan hunderte Polizisten im Einsatz sein, um die Häuser zu durchsuchen.

15:40 Uhr: Die beiden Hauptverdächtigen des Mordanschlags von Paris können nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von den Sicherheitsbehörden bislang nicht klar einer bestimmten Terrororganisation zugeordnet werden. Die polizeibekannten mutmaßlichen Täter, die Brüder Said (34) und Chérif K. (32), sollen behauptet haben, zum Terrornetzwerk Al-Kaida zu gehören. Dennoch sei eine eindeutige Zuordnung etwa zu Al-Kaida, der radikal-islamischen Al-Nusra-Front oder dem Islamischen Staat (IS) derzeit nicht möglich, hieß es am Donnerstag von Sicherheitsexperten. Es gebe bei den Verdächtigen aber vielfältige Bezüge zu Syrien und dem Irak, wo derzeit die Terrormiliz IS stark ist.

15:20 Uhr: Haben sich die mutmaßlichen Täter wirklich in einem Haus verschanzt? Eine Anfrage der Tageszeitung "Le Monde" im französischen Innenministerium bezüglich des Aufenthaltsorts Terroristen bleibt erfolglos: "Das Innenministerium weigerte sich, die Präsenz der Terroristen in Crépy-en-Valois und Villiers-Coterets, wie von mehreren Medien gemeldet, zu bestätigen. Zwar finde derzeit dort ein Polizeieinsatz statt, der Grund wurde allerdings nicht genannt."

Polizei durchkämmt Region um Ort Villers-Cotterêt

14:55 Uhr: Die Polizei hat in dem am Mittwoch stehengelassenen Fluchtauto der mutmaßlichen Attentäter in Paris Molotowcocktails und Dschihad-Flaggen gefunden. Es gehe um etwa zehn Brandsätze und Fahnen, mit denen zum Heiligen Krieg aufgerufen werde, zitierte die französische Nachrichtenagentur afp am Donnerstag eine Quelle, die mit der Untersuchung vertraut ist.

Das zeige, wie radikalisiert die Terroristen seien und dass sie möglicherweise weitere Taten geplant hätten. Bei ihrer Flucht hätten die Attentäter am Mittwoch ihr Auto im Nordosten von Paris stehengelassen, nachdem sie mit einem anderen Wagen zusammengestoßen seien. Die Polizei fahndet derzeit in Nordfrankreich nach den beiden mutmaßlichen Haupttätern.

14:20 Uhr: Laut einer Eilmeldung der französischen Nachrichtenagentur afp sind französische Spezialeinheiten in der Gegend, wo die mutmaßlichen Attentäter von Paris gesichtet worden sein sollen. Mehrere Medien berichten unter Berufung auf den Sender France 3 Picardie, dass sich die beiden Verdächtigen in einer Wohnung in Crepy-en-Valois nordöstlich von Paris verschanzt haben sollen.

Die Polizei durchkämmt laut dpa auf der Suche nach den flüchtigen Attentätern von Paris die Region um den nordfranzösischen Ort Villers-Cotterêt. Nach Hinweisen eines Tankstellenbesitzers waren die Sicherheitskräfte dorthin geeilt. Einsatzkräfte durchsuchten zurzeit die Gegend, in der die beiden Terroristen ihr Fluchtauto stehengelassen haben sollen, hieß es von der Polizei.

14:05 Uhr: Wie mehrere Medien berichten, war der 18-Jährige Mourad H., der sich gestellt hat, offenbar doch nicht an der Attacke auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" beteiligt. Demnach hätten mehrere Mitschüler bestätigt, dass er zur Tatzeit in der Schule gewesen sei. Der junge Mann ist der Schwager von einem der beiden Hauptverdächtigen.

13:35 Uhr: Nun ist es offiziell: "Charlie Hebdo" wird auch kommende Woche erscheinen. "Wir werden weitermachen", sagte der "Charlie Hebdo"-Autor Patrick Pelloux der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben uns entschieden, kommende Woche eine Ausgabe herauszugeben. Wir sind alle einverstanden." Die Mitarbeiter der Zeitung würden von zu Hause aus arbeiten, da die Redaktionsräume wegen der laufenden Ermittlungen nicht genutzt werden könnten. "Wir werden zurechtkommen", sagte Pelloux.

Pelloux betonte am Donnerstag, die Zeitung werde sich nicht unterkriegen lassen. "Das ist sehr hart, wir alle sind voller Leid, Schmerz, Angst", sagte er. "Aber wir machen es trotzdem, denn die Dummheit wird nicht gewinnen. Charb hat immer gesagt, dass die Zeitung erscheinen müsse, koste es, was es wolle.

12:46 Uhr: Nach dem Terroranschlag auf das religionskritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" könnte sich hierzulande die Stimmung mit anti-islamischen Tendenzen weiter aufheizen. Das befürchtet die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, die auch Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bunds in Köln ist. Auftrieb bekommen könnten islamische Fundamentalisten einerseits und Islamgegner wie die Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") auf der anderen Seite. Sie halte es für gefährlich, dass die Anti-Islam-Bewegung Pegida Tausende für ihre Demos gewinnen könne, betonte Kaddor. Viele Muslime in Deutschland seien innerlich zerrissen und frustriert.

12:40 Uhr: Die CSU hat Konsequenzen für Deutschland aus dem Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" gefordert. In einem am Donnerstag auf der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth verabschiedeten Positionspapier fordern die Christsozialen ein schärferes Vorgehen gegen islamistischen Terrorismus. Dazu gehörten eine intensivere Beobachtung sozialer Netzwerke und Änderungen im Strafrecht, etwa bei der Finanzierung und Werbung von terroristischen Vereinigungen.

Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, sagte, die CSU sei außerdem der festen Überzeugung, dass das Personalausweisgesetz novelliert werden müsse, damit Terrorverdächtigen auch der Personalausweis entzogen werden könne. Außerdem solle das Staatsangehörigkeitsrecht geändert werden. Dschihadisten, die über zwei Staatsangehörigkeiten verfügen, müsse die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen werden können. "Wichtiger denn je" sei zudem die Einführung der Vorratsdatenspeicherung, um die Kommunikationswege besser kontrollieren zu können.

Mutmaßliche Attentäter sollen Tankstelle überfallen haben

12:30 Uhr: Nach Internetberichten des Magazins "Le Point" und anderer Medien haben die mutmaßlichen Attentäter von Paris bei ihrer Flucht einen Überfall auf eine Tankstelle verübt. Dabei wurden sie wohl erkannt. Bei dem Raub an einer Nationalstraße stahlen zwei maskierte Männer Benzin und Essbares. Dann seien sie in Richtung Seine-et-Marne östlich von Paris geflohen, hieß es in den Berichten.

Der Überfall soll an dieser Tankstelle an der Route National 2 nordöstlich von Paris stattgefunden haben, berichtet die französische Regionalzeitung "L'Union".

12:15 Uhr: Offenbar sind die beiden mutmaßlichen Attentäter schwer bewaffnet (hier fassen wir zusammen, was über die mutmaßlichen Attentäter bisher bekannt ist). Die beiden Tatverdächtigen führten offensichtlich Schnellfeuerwaffen mit sich, heißt es. Die Rede war auch von einer Panzerfaust. Nach Angaben aus Ermittlungskreisen waren die Männer mit einem grauen Kleinwagen unterwegs und wurden nördlich von Paris gesehen.

12:04 Uhr: "Zeit Online" berichtet, dass laut Patrick Pelloux, Kolumnist bei dem Satireblatt "Charlie Hebdo", das Magazin kommende Woche wieder erscheinen soll.

12:00 Uhr: Punkt zwölf Uhr findet in ganz Frankreich eine Schweigeminute für die gestorbenen Personen bei der Terrorattacke auf das Satireblat "Charlie Hebdo" statt.

Auch in anderen europäischen Städten wird der Opfer gedacht.

11:40 Uhr: Nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist auf zwei muslimische Einrichtungen in Frankreich geschossen worden. Die Vorfälle ereigneten sich am Mittwochabend in der Stadt Le Mans und in der Aude-Region, verletzt worden sei niemand, wie die Staatsanwaltschaften mitteilten. Derweil sind die Imame aller Moscheen des Landes aufgerufen, die Gewalt während des Freitagsgebets zu verurteilen. Der Dachverband der französischen Muslime forderte alle Gläubigen auf, sich an einer nationalen Kundgebung gegen die Gewalt am Sonntag zu beteiligen.

11:33 Uhr: Mehrere Medien berichten übereinstimmend unter Berufung auf Polizeiangaben, dass die beiden mutmaßlichen Terroristen aufgespürt wurden. N24 berichtet, dass die beiden mutmaßlichen Täter in Nordfrankreich bei Villers-Cotterêt im Department Aisne zwischen Paris und Reims gesichtet worden seien. Demnach habe ein Tankstellenbesitzer die beiden mutmaßlichen Attentäter einwandfrei erkannt.

11:06 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Terroranschlag in Paris verurteilt und zugleich vor Intoleranz gewarnt. Terrorismus könne nicht religiös oder national sein und durch nichts gerechtfertigt werden, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Präsidenten. Die Türkei werde weiterhin jede Art von Terrorismus bekämpfen. Erdogan teilte weiter mit, Intoleranz gegenüber Andersartigkeit und Hassreden hätten Spannungen den Weg geebnet. Das türkische Staatsoberhaupt hatte erst am Dienstag eine zunehmende Fremden- und Islamfeindlichkeit in Europa kritisiert.

Polizistin stirbt nach Schießerei im Süden von Paris

11:04 Uhr: Bei einer Schießerei im Süden von Paris ist am Donnerstagmorgen eine Polizistin tödlich verletzt worden. Die Beamtin starb wenige Stunden nach dem Vorfall, wie Justizkreise berichteten. Ein zweiter Polizist war verletzt worden. Ein Unbekannter hatte das Feuer auf die Beamten eröffnet. Der Tatverdächtige ist weiterhin auf der Flucht. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" am Mittwoch steht, war zunächst unklar.

11:00 Uhr: Der Papst hat auf Twitter einen eigenen Hashtag für die Opfer des Attentats auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" geschaffen. Franziskus veröffentlichte am Donnerstag in dem sozialen Netzwerk das Zeichen #PrayersforParis (Beten für Paris), unter dem Kommentare zu dem Anschlag einlaufen. Zudem betete er in einer Messe am Morgen für die Opfer. "Das gestrige Attentat in Paris veranlasst uns dazu, über die Grausamkeit nachzudenken, die menschliche Grausamkeit", sagte der Papst in dem Gottesdienst in seinem Gästehaus Santa Marta in Rom. "Beten wir in dieser Messe für die Opfer dieser Grausamkeit. Die vielen Opfer. Und beten wir auch für die Grausamen, dass der Herr ihre Herzen verändere!"

10:50 Uhr: Nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat die Chefin der rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen, erneut ein Referendum über die Todesstrafe in die Debatte gebracht. Sie wolle eine Abstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe vorschlagen, sollte sie (2017) zur Staatspräsidentin gewählt werden, bekräftigte Le Pen am Donnerstag gegenüber dem Sender France 2. Die Franzosen sollten die Möglichkeit haben, darüber zu entscheiden. Sie persönlich halte es dabei für notwendig, dass die Todesstrafe für die abscheulichsten Verbrechen zum "juristischen Arsenal" gehören sollte, sagte Le Pen nach dem Attentat gegen das Magazin mit zwölf Toten.

Explosion in der Nähe einer Moschee

10:49 Uhr: Der Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat sein Entsetzen über die Terrorattacke auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" ausgedrückt. Der Chef der rechtskonservativen Partei warnte jedoch vor Pauschalverurteilungen. Er rief am Donnerstag zu "Besonnenheit" auf: "Man darf nicht die Gewalttat zweier Extremisten einer ganzen Religionsgemeinschaft anlasten, deren Großteil aus friedliebenden, unbescholtenen Menschen besteht."

10:41 Uhr: Nach dem Terroranschlag haben das Europaparlament und die Europäische Kommission eine Schweigeminute für die Opfer angesetzt. Auf Initiative von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) wollten sich am Donnerstag gegen 10.45 Uhr Abgeordnete und Mitarbeiter vor dem Europaparlament versammeln, um der Opfer zu gedenken und "Solidarität mit den Bürgern Frankreichs zu zeigen", wie das Parlament mitteilte. Die EU-Kommission setzte in allen Gebäuden für 12.00 Uhr eine Schweigeminute an. Vor den Gebäuden beider Einrichtungen in Brüssel hingen die Fahnen am Donnerstag auf Halbmast.

10:11 Uhr: Am Tag nach dem Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist es in einem Restaurant nahe einer Moschee von Villefranche-sur-Saône in der Nähe von Lyon zu einer Explosion gekommen. Verletzt wurde bei dem Vorfall vom Donnerstag nach Angaben aus Justizkreisen niemand. Ob die Explosion im Zusammenhang mit dem Anschlag vom Mittwoch auf "Charlie Hebdo" steht, war zunächst unklar.

Oppermann wirft AfD Demagogie vor

09:27 Uhr: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat die Äußerungen des AfD-Politikers Alexander Gauland zum Terroranschlag in Paris scharf kritisiert. "Was Herr Gauland da macht, ist eine ganz üble Demagogie", sagte er am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) hatte die Attacke auf das Magazin "Charlie Hebdo" als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida interpretiert.

Oppermann sagte, Gauland vermische die Einwanderung friedlicher Muslime mit den Taten von Killern, die mit dem Islam nichts zu tun hätten - das sei demagogisch. "Und das führt dazu, dass er Menschen aufhetzt, dass er diese Gesellschaft spaltet und dass er im Grunde genommen den Terroristen in Paris genau auf den Leim geht", sagte Oppermann. Bei dem Anschlag auf das religionskritische Magazin waren am Mittwoch zwölf Menschen getötet und elf verletzt worden.

08:00 Uhr: In der Nacht hat sich einer der drei mutmaßlichen Täter gestellt. Bei ihm handelt es sich um einen 18-Jährigen. Die beiden anderen mutmaßlichen Attentäter wurden bereits identifiziert, sind aber weiter auf der Flucht. Es soll sich um die Brüder Said (34) und Chérif K. (32) handeln. Die Polizei veröffentlichte bereits Fahndungsfotos der beiden Männer, die die französische Staatsbürgerschaft haben sollen.

(cai/dpa/afp)