Die Polizei in Wien hat nach einer geheimdienstlichen Terrorwarnung ihre Einsatzbereitschaft erhöht. Deutschland zieht nun nach und verstärkt die Polizeipräsenz an "Orten, wo Menschenansammlungen stattfinden." Das gilt auch an Silvester.

Deutschland und Österreich erhöhen aufgrund der aktuellen Terrorwarnungen eines ausländischen Geheimdienstes die Sicherheitsmaßnahmen: "Die Sicherheitsbehörden nehmen den Hinweis ernst. Die Gefährdungslage wird jetzt im rund um die Uhr besetzten Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) in Berlin ständig analysiert", sagt Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), der "Bild".

Sicherheitsvorkehrungen werden kurz vor Silvester erhöht.

Die Polizei habe ohnehin nach den Anschlägen in Paris "sichtbare und unsichtbare Maßnahmen" ergriffen, um Bürger zu schützen. "Das gilt natürlich auch für alle Großveranstaltungen zu Silvester. Die Polizei tut dabei alles, um zu verhindern, dass es in Deutschland zu vergleichbaren Terroranschlägen wie in Paris kommt", so Wendt.

Nun werde die Polizei laut "Bild" die Präsenz ziviler und schwer bewaffneter Streifen erhöhen. Auch die mobile Überwachung durch Kameras soll ausgeweitet werden.

Geheimdienst warnte Österreich

Laut Mitteilung der österreichischen Landespolizeidirektion vom Vortag hatte ein "befreundeter Dienst" vor den Feiertagen Warnungen an europäischen Hauptstädte geschickt, wonach es "an Orten, wo Menschenansammlungen stattfinden, in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu einem Attentat mit Sprengstoff bzw. zu einem Schussattentat kommen könnte".

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BFE+: Die neue Spezialeinheit in Deutschland

Die neue Spezialeinheit BFE+ soll Deutschland vor Terroranschlägen schützen. Am Mittwoch nahm die erste Einheit in Berlin ihre Arbeit auf. Im kommenden Jahr folgen weitere vier Einheiten in ganz Deutschland. Insgesamt werden dann 250 Spezialkräfte zur BFE+ gehören.

Derzeit sehe man keinen Grund für die Absage geplanter Veranstaltungen zum Jahreswechsel, sagte der österreichische Polizeisprecher Christoph Pölzl der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Über das weitere Vorgehen solle in der kommenden Woche bei einer Sicherheitsberatung aller betroffenen Institutionen entschieden werden.

Intensivere Personalkontrollen und erhöhte Aufmerksamkeit

Laut der Polizeimitteilung vom Ersten Weihnachtstag gibt es "erhöhte polizeiliche Beobachtungen und Überwachungen an Orten, wo Menschenansammlungen stattfinden, insbesondere bei Veranstaltungen und Verkehrsknotenpunkten".

Dazu gehörten intensivere Personenkontrollen und erhöhte Aufmerksamkeit für "Behältnisse, in denen Sprengstoff transportiert werden könnte, wie leere Koffer, Taschen oder Rahmen von Fahrrädern". (dpa/am)