Zwischen der Türkei und Russland gibt es neue Spannungen: Die Regierung in Ankara teilte am Samstag mit, dass sie am Vortag den russischen Botschafter einbestellte, weil erneut ein russisches Kampfflugzeug den türkischen Luftraum verletzt habe. Russland spricht von Propaganda.

Das Nato-Land Türkei hat der russischen Luftwaffe eine erneute Verletzung des Luftraums im Grenzgebiet zu Syrien vorgeworfen. Das Außenministerium in Ankara habe deswegen den russischen Botschafter einbestellt, meldete die Agentur Anadolu am Samstag.

Die Türkei habe den Vorfall dem Botschafter gegenüber "nachdrücklich verurteilt", erklärte das Außenministerium in Ankara am Samstag.

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Ein russisches Kampfflugzeug vom Typ Su-34 habe am Freitag um 10:46 Uhr (MEZ) den türkischen Luftraum verletzt, erklärte das Ministerium weiter.

Es fügte hinzu: "Wir unterstreichen ein weiteres Mal, dass Russland die volle Verantwortung für alle schweren Konsequenzen trägt, die aus einer solch unverantwortlichen Haltung entstehen."

Moskau wirft Türkei Propaganda vor

Das Verteidigungsministerium in Moskau wies die Anschuldigungen zurück. "Das ist Propaganda ohne Beweise", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow der Agentur Interfax zufolge.

"Ich forderte Russland auf, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und den Luftraum der Nato voll zu achten", teilte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Samstag mit.

Er schloss sich der Darstellung Ankaras zu der Luftraumverletzung an und erklärte: "Frühere Zwischenfälle haben gezeigt, wie gefährlich solches Verhalten ist."

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Schwere Krise zwischen Moskau und Ankara

Vor zwei Monaten hatte die türkische Armee ein russisches Kampfflugzeug im türkisch-syrischen Grenzraum abgeschossen.

Dies hatte eine schwere Krise in den Beziehungen zwischen Moskau und Ankara zur Folge, die im syrischen Bürgerkrieg auf jeweils unterschiedlichen Seiten stehen.

Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, die Türkei wiederum die teils islamistischen Gegner des syrischen Machthabers. (afp/dp/rs/cai)© dpa