Das Spitzentreffen zum Ukraine-Konflikt hat bislang noch zu keinem Durchbruch geführt: Ein Kremlsprecher zeigt sich von dem Gespräch der europäischen Staatschefs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko enttäuscht. Auch Kanzlerin Angela Merkel sieht bislang keine Fortschritte. Deswegen soll an Nachmittag weiter verhandelt werden.

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Kein Durchbruch bei Spitzentreffen

Ukraine-Beratung: Russland enttäuscht, EU sieht Fortschritte. © dpa

Nach dem Spitzentreffen zum Ukraine-Konflikt in Mailand hat sich der Kremlsprecher Dmitri Peskow enttäuscht gezeigt. "Einige Teilnehmer des Mailänder Frühstücks zeigten keinen großen Willen, die Lage in der Ukraine objektiv zu erörtern", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Peskow kritisierte eine "absolut voreingenommene" Haltung einiger Teilnehmer, ohne Namen zu nennen.

Merkel hat sich enttäuscht über den Verlauf der Beratungen geäußert. "Hier kann ich keinerlei Durchbruch bis jetzt erkennen", sagte Merkel. Der italienische Gastgeber sprach hingegen von kleinen Fortschritten: "Ich denke, wir haben einen Schritt nach vorne gemacht", sagte der italienische Regierungschef Matteo Renzi am Freitag. Es gebe einen echten Willen, eine Lösung zu finden. Zugleich räumte er ein, dass es weiter "viele Differenzen" zwischen dem Westen und Russland gebe. "Deswegen sind wir in dieser Situation", sagte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangt von Russlands Präsident Wladimir Putin, den Waffenstillstand in der Ukraine einzuhalten. Zuvor hatte er angekündigt, seine Truppen aus der Grenzregion abzuziehen. Lenkt der russische Staatschef jetzt endgültig ein?

EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso erklärte, es gehe weiter vor allem um die Umsetzung früherer Absprachen. Als Beispiele nannte er einen Waffenstillstand, Wahlen nach ukrainischem Recht in der Konfliktregion sowie eine Kontrolle der Situation in der Grenzregion.

Beratungen werden am Nachmittag fortgesetzt

Bei dem Krisentreffen am Montagmorgen waren neben Merkel, Putin und Poroschenko unter anderem auch Italiens Ministerpräsident Renzi, der britische Premierminister David Cameron, der französische Präsident François Hollande und dabei.

Der Westen und die Führung in Kiew werfen Moskau vor, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Als Konsequenz wurden umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängt. Der Kreml weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die Strafmaßnahmen als feindselig.

Vor einigen Tagen hatte Putin angekündigt, russischer Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine abzuziehen. Die Nato meldet in einem Lagebericht hingegen, dass es dafür bislang keine Anzeichen gebe. Laut ukrainischer Seite kämen dafür aber tatsächlich weniger Personen über die Grenze.

Die Beratungen zur Lösung des Ukraine-Konflikts in Mailand sollen an diesem Freitagnachmittag fortgesetzt werden. Im Anschluss an den europäisch-asiatischen Gipfel (Asem) in Mailand würden Merkel und Hollande erneut mit Putin und Poroschenko zusammenkommen, teilte ein deutscher Regierungssprecher mit. Kremlsprecher Peskow schloss auch ein bilaterales Treffen Putins mit Poroschenko in Mailand nicht aus. (cai/dpa)