Union und Kanzlerin leiden laut "Stern"-RTL-Wahltrend weiter unter dem Streit zwischen CDU und CSU. Eine deutliche Mehrheit hält Angela Merkels Flüchtlingspolitik inzwischen für falsch. Fast 40 Prozent fordern einer Insa-Umfrage sogar ihren Rücktritt.

Kripo-Chef spricht Klartext über kriminelle Flüchtlinge und Vorurteile.

Die Union sackt im aktuellen "Stern"-RTL-Wahltrend nochmals um einen Prozentpunkt ab. Sie kommt nun nur noch auf 36 Prozent. Das Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei mit zusammen 44 Prozent liegt der Umfrage zufolge vor dem Lager aus CDU/CSU und FDP mit zusammen 41 Prozent.

Für eine regierungsfähige Mehrheit wären allerdings 47,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.

Bei der Kanzlerpräferenz – wenn also die Spitze des Kanzleramts direkt gewählt werden könnte – verliert Angela Merkel der Umfrage zufolge nochmals einen Prozentpunkt; mit 43 Prozent liegt sie aktuell aber immer noch klar mit 27 Prozentpunkten vor Sigmar Gabriel.

Merkels Rückhalt bei den Anhängern der CSU ist mit 53 Prozent inzwischen fast so schwach wie der von Gabriel bei den SPD-Anhängern, schreibt der "Stern", bei 86 Prozent der Anhänger der CDU genießt sie jedoch nach wie vor Vertrauen.

Einen etwas anderen Blick auf die Kanzlerschaft Merkels wirft eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für das Nachrichtenmagazin "Focus".

40 Prozent wollen Merkels Rücktritt

Demnach fordern 39,9 Prozent der Bundesbürger den Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgrund ihrer aktuellen Flüchtlingspolitik, 45,2 Prozent sind der Auffassung, die Flüchtlingspolitik sei kein Grund für einen Rücktritt, 14,9 Prozent machten keine Angaben.

Besonders Merkel-kritisch sind die Anhänger der AfD (64,6 Prozent), gefolgt von Linken (45,4 Prozent), FDP (44 Prozent), SPD (41,3 Prozent) und Grünen (30,2 Prozent). Die Anhänger von CDU/CSU fordern lediglich zu 26,6 Prozent Merkels Rücktritt.

Allerdings denkt die Mehrheit der Befragten des "Stern"-RTL-Wahltrends, dass keine Partei die Probleme lösen kann: 23 Prozent trauen wie in der Vorwoche der Union zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden, die SPD kommt hier nur auf7 Prozent.

8 Prozent trauen diese politische Kompetenz anderen Parteien zu, aber alarmierende 62 Prozent keiner Partei mehr.

"Die aktuellen Sympathiewerte der einzelnen Parteien werden – wie bei einer echten Wahl– auf der Basis derjenigen berechnet, die auch wählen gehen wollen", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem "Stern". Das sind demnach zurzeit nur noch 64 Prozent aller Wahlberechtigten.

"Doch die tatsächliche Vertrauensbasis der Parteien bei allen, die wählen dürften, ist viel geringer." So würden derzeit von 100 Wahlberechtigten nur 23 die CDU oder CSU, 16 die SPD, jeweils 6 die Linke, die Grünen oder die AfD, 3 die FDP, insgesamt 4 eine der sonstigen Splitterparteien und 36 gar nicht wählen.

Mehrheit glaubt, Merkel hat Situation falsch eingeschätzt

Nach einer weiteren Forsa-Umfrage für den "Stern" glauben 36 Prozent aller Bundesbürger, dass Deutschland mit der anhaltenden Zuwanderung von Flüchtlingen fertig werden kann.

62 Prozent sind dagegen der Ansicht, dass Deutschland das nicht schaffen wird und Angela Merkel das falsch eingeschätzt hat – darunter 72 Prozent der CSU-Anhänger und 96 Prozent der AfD-Anhänger.

Das Forsa-Institut befragte am 21. Und 22. Januar 2016 im Auftrag des Magazins "Stern" 1006 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden.

Das Insa-Institut hatte 2.047 Bürger vom 22. bis 25. Januar befragt.

Weitere Nachrichten des Tages

(far)