Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un provoziert den Rest der Welt. Mit dem angeblichen Test einer Wasserstoffbombe hätte die Atomwaffenentwicklung des abgeschotteten Landes eine neue Dimension erreicht.

Das international isolierte Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet. Staatsmedien lobten am Mittwoch, damit erreiche die Atomstreitmacht der kommunistischen Volksrepublik eine "höhere Stufe". Seinen ersten Atomtest hatte das Regime vor zehn Jahren durchgeführt.

Die Nachbarn Südkorea und Japan reagierten empört und drohten Machthaber Kim Jong Un mit verschärften Sanktionen. Heftige Kritik kam auch von den Nuklearmächten Frankreich und Großbritannien, aber auch vom traditionellen Verbündeten China. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will eine Dringlichkeitssitzung einberufen.

Ein rätselhaftes Gespräch über die Atombombe - und seine Folgen.

Südkoreanische Behörden hatten ein künstlich ausgelöstes Beben nahe des Atomtestgeländes in Kilju im Nordosten der Volksrepublik registriert. Der Erdstoß erreichte nach unterschiedlichen Messungen von Informationszentren in Südkorea, China sowie den USA und Europa eine Stärke zwischen 4,9 und 5,2.

Wasserstoffbombe um Vielfaches stärker als herkömmliche Atombombe

Sollten die Angaben Nordkoreas stimmen, hätte seine Atomwaffenentwicklung mit dem Test einer Wasserstoffbombe (H-Bombe) eine neue Dimension erreicht. Zwischen 2006 und 2013 hatte Nordkorea in Kilju drei herkömmliche Atomtests unternommen - auf die der UN-Sicherheitsrat jeweils mit neuen Sanktionen antwortete. Eine Wasserstoffbombe ist um ein Vielfaches stärker als eine herkömmliche Atombombe.

Doch gab es in Südkorea auch Zweifel an den Angaben des nördlichen Nachbarn. Es sei möglich, dass das künstliche erzeugte Erdbeben nicht von einer Wasserstoffbombe ausgelöst worden sei, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Abgeordneten der Regierungspartei Saenuri. Dieser berief sich auf den Geheimdienst. Ob es tatsächlich ein Wasserstoffbombentest war, könne erst später bei Untersuchungen festgestellt werden, teilte Südkoreas Wetteramt mit.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte vergangenen Monat angedeutet, sein Land besitze eine Wasserstoffbombe. Die Angaben wurden in Südkorea aber angezweifelt.

Paris: "Inakzeptable Verletzung" von UN-Beschlüssen

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye sagte bei einem Krisentreffen des Nationalen Sicherheitsrats, ihre Regierung werde sicherstellen, dass Nordkorea einen entsprechenden Preis für seinen Atomtest zahle. Dazu werde Südkorea eng mit der internationalen Staatengemeinschaft zusammenarbeiten, wurde Park von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Es sei wichtig, dass Nordkorea starke Sanktionen zu spüren bekomme.

Die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Hua Chunying, forderte Nordkorea auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und seine Atomwaffen aufzugeben.

In Japan sagte Ministerpräsident Shinzo Abe: "Das ist eine ernste Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes". Der Atomtest sei absolut nicht hinnehmbar. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo zitierte einen Regierungsbeamten, wonach Japan weitere Sanktionen gegen das Nachbarregime verhängen könnte.

Der Élyséepalast in Paris verurteilte den Test als "inakzeptable Verletzung" von Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates. Gleichzeitig forderte Frankreich eine deutliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft, ohne dies näher zu beschreiben. Die britische Regierung nannte den mutmaßlichen Atomversuch ebenfalls eine Provokation.© dpa

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