Prag (dpa) - In der Flüchtlingspolitik sind sich die vier östlichen EU-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn so einig wie selten.

Sie sind gegen Pläne zur dauerhaften Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb Europas und für eine stärkere Absicherung der Grenzen auf der Balkanroute gegen Migranten. Visegrad-Gruppe werden die vier Länder nach dem Ort ihres ersten Treffens 1991 genannt.

SLOWAKEI: Regierungschef Robert Fico wehrt sich gegen das angebliche "Diktat" Deutschlands in der Flüchtlingskrise. "Wir brauchen hier keine geschlossenen Ghettos mit anderen Religionen und Kulturen - diese Leute lassen sich nicht normal integrieren", sagt der Slowake.

UNGARN: Ministerpräsident Viktor Orban hat an den Südgrenzen seines Landes Zäune gegen Flüchtlinge errichten lassen und fordert weitere Barrieren auf der sogenannten Balkanroute: "Wir brauchen einen Zaun an den Nordgrenzen Griechenlands, um den Migrantenstrom zu bremsen."

TSCHECHIEN: Auch der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka sieht Zäune als Lösung. "Wenn die Türkei und Griechenland den Zustrom nicht regulieren können, dann besteht die Möglichkeit, die illegale Wirtschaftsmigration an den Grenzen von Mazedonien und Bulgarien aufzuhalten", sagte der Sozialdemokrat.

POLEN: Die neue Ministerpräsidentin Beata Szydlo will stärker als bisher mit den anderen Staaten der Visegrad-Gruppe zusammenarbeiten. "Für uns alle ist wichtig, dass Mitteleuropa sich entwickelt und auf der internationalen Bühne wichtig ist", so die nationalkonservative Politikerin.© dpa