Die Landtagswahlen 2016 in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt haben aufsehenerregende Ergebnisse geliefert - allen voran das starke Abschneiden der Senkrechtstarter von der AfD. Über die Deutung der Wahlergebnisse wird innerhalb der Parteien bereits diskutiert. Doch wir wollten von Ihnen wissen, wie Sie als Leser und Wähler den Wahlausgang bewerten. Hier ist eine Auswahl an interessanten Meinungen.

Den Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann gelingt in Baden-Württemberg eine historische Sensation. In Rheinland-Pfalz wehrt SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf der Zielgeraden einen Angriff der CDU unter Spitzenkandidatin Julia Klöckner ab und in Sachsen-Anhalt springt die "Alternative für Deutschland" aus dem Stand über die 20-Prozent-Marke, während beiden Volksparteien teilweise massive Stimmenverluste erleiden.

Dazu die Meinung einiger unserer User:

  • Peter Bredehöft: Die Flüchtlingspolitik hat die Wahl bestimmt. Merkel muss darauf reagieren. Ein "Einfach weiter so" wird der CDU und Deutschland schaden.
  • Manfred Schüle: Es ist schwer, die Wahlergebnisse in den drei Ländern zu verstehen. Die Wählerstruktur hat sich zu sehr verändert. Das Thema Flüchtlingsproblem ist beherrschend. Die Parteien wollten damit punkten. Die AFD, weil ihr einfaches Rezepte auf Wähler trifft, die nur einfache Rezepte verstehen. Hier ist viel Überzeugungsarbeit der "etablierten" Parteien CDU, SPD sowie pragmatische Grüne und politische Bildung nötig. Ich glaube fest daran, dass diese AFD-"Erfolge" sich nicht wiederholen, wenn das geschieht. Unsere Kanzlerin ist auf dem richtigen Weg, sie darf sich nicht beirren lassen mit ihrem europäischen Weg.
  • Peter Hanke: Schade, dass die "Union" sich selbst im Wege steht. Bei allen offenen Streitfragen geht man innerhalb einer Familie auch nicht gleich an die Öffentlichkeit oder fällt dem Partner in den Rücken. Man fragt sich jetzt, wen soll man rechts von der SPD noch wählen? Das Wahlergebnis bestätigt einerseits die Wut, dass Bedenken nicht ernst genommen wurden und auch die Unsicherheit - wer ist denn nun "Volksvertreter"?
  • Jonael Thiele: Die Grenzen dicht zu machen ist schlichtweg unmenschlich. Merkel füllt mit ihrer Flüchtlingspolitik das Christliche ihrer Partei wieder mit Inhalt, das ist erfreulich. Dass sich die Politik durch sogenannte "sachlogische" Zwänge der Wirtschaft gerne unterordnet, anstatt den gesellschaftlichen Auftrag wahrzunehmen, ist per se ein Armutszeugnis. Das die Bürger/innen nun ebenfalls ihre wirtschaftlichen Interessen aus Angst oder Sorge vor ihr moralisches Gewissen stellen, ist daher nicht verwunderlich.
    Im Großen und Ganzen ein tolles Ergebnis für die Politik! Mit der Hoffnung, dass diese an sich wieder an Bedeutung gewinnt.
  • Doris Zimmer: Auch mich haben die Wahlergebnisse, speziell der Erfolg der AfD, alarmiert. Allerdings ist ein plötzlich auftretender Ausbruch aus der rechten Ecke nicht nur in Deutschland zu beobachten, Stichwort: Frankreich. Es spiegelt in meinen Augen Unsicherheit wider und ist Zeichen dafür, dass sich ein Teil übergangen und in seinem europäischen Wohlstand gefährdet sieht. Besonders wichtig bleibt es für eine politikverdrossene Gesellschaft trotzdem wählen zu gehen. Argumente wie "Ich weiß gar nicht, was ich wählen soll" können in einer Demokratie nicht zählen. Im besten Falle überdenkt jeder, der einen Wahlschein bekommt, dass Wählen keine Pflicht, sondern ein Privileg ist, dass Demokratie kein Zustand, sondern ein Prozess ist. An diesem Prozess sollten wir Demokraten uns alle beteiligen.
  • ABe CeDe: Als strikter AfD-Gegner finde ich das Wahlergebnis positiv. Nun kann die AfD sich nicht mehr hinter "Lügenpresse" und "die Politiker..." verstecken, sondern muss liefern. Das wird sehr entlarvend sein, denn außer lauten, populistischen Parolen wird da nicht viel kommen.
  • Heinz-Günter Leonhardt: Die Kanzlerin ist Schuld an dem Erfolg der AfD. Ihr Amtseid sagt "zum Wohle des deutschen Volkes, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden". Wie definiert die Kanzlerin diesen Eid?
  • Ferdl Kaplan: Endlich mal eine Partei, die deutsche Interessen vertritt! Das Volk will keine Flüchtlinge - nur die Politik will sie. Das muss man akzeptieren und endlich spricht es mal einer aus. Der deutsche Bürger ist ansonsten längst entmündigt und entrechtet.
  • Rosemarie Röhr: Ich schäme mich für dieses Ergebnis! Schauen die Menschen keine Nachrichten? Seit Monaten die schrecklichen Bilder von verzweifelten Menschen! Die Griechen lässt man völlig allein - geht ja nicht um Banken nur um Menschen. Wo bleiben unsere christlichen Werte? Sachsen Anhalt ist eine Schande für die Bundesrepublik!
  • Robert Eibl: Glückwunsch an die Wähler der AfD, dass sie sich nicht von den etablierten Parteien und Pressesprechern mit ihren ständigen Diffamierungen entmutigen ließen und Frau Merkel mit ihrem diktatorischen Handeln gezeigt haben, dass es so in Deutschland nicht weitergehen kann. Wer die AfD wählt, ist noch lange kein rechtsradikaler Nazi.
  • Frank Dutschmann: Hass und Hetze gegen andere Menschen zahlt sich eben in der Regel nicht aus. Genauso ist es eben mit der medienübergreifenden Hetze gegen AfD-Wähler und diese Partei. Es gibt zwischen Gutmenschen und Nazis eine ganze Menge Menschen in Deutschland, welche eben nicht der Meinungsmache nachläuft. Medien und Journalisten müssen wieder zu einer Arbeitsweise zurückkehren, für die sie bezahlt werden: unparteiische, neutrale Berichterstattung gegenüber jeder Meinung. Mittlerweile gibt es ja schon eine Art Gesinnungsterror, welcher bis in die Familien hineinreicht. Das muss aufhören, sonst gibt's irgendwann Chaos auch auf den Straßen, nicht nur wie jetzt in der Politik.
  • Nico Jürgensen: Es ist enttäuschend, dass der Wähler anscheinend so wenig Bildung besitzt, dass er nicht weiß, was es zur Folge hat, wenn man als "Protest" zu den etablierten Parteien rechtspopulistisch wählt. So schafft man nur, was wir vor 70 Jahren zum letzten Mal hatten.
  • Erich Nellinger: Das war doch vorauszusehen, wie die Wahl ausgeht, dafür muss man nicht besonders schlau sein. Die Regierungsparteien streiten sich lieber monatelang und schieben sich gegenseitig Unfähigkeit zu und machen lieber Wahlkampf. Dabei hat keiner von denen einen Plan, wie man das Flüchtlingsproblem in den Griff bekommt.
  • Marco Detig: Wenn es so weitergeht, haben wir bald polnische Verhältnisse. Die ersten, die sich darüber aufregen werden, sind dann diejenigen, welche sie gewählt haben. Eine Partei zu wählen, die aus einem Drittel aus Rechtsextremen besteht und die NPD sogar unterstützt, kann und will ich nicht unterstützen. Unsere Demokratie wäre stark gefährdet, wenn sie wirklich in den Bundestag einziehen sollte. Verstehe die Menschen nicht, welche die AfD auf Kommunalebene wählen, nur um den etablierten Parteien auf Bundesebene ihren Unmut zu zeigen. Diese Partei hat nicht mal ein richtiges Wahlprogramm.
  • Carl Demand: Wenn man mit der Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin nicht einverstanden ist, bleibt keine andere Wahl als AfD zu wählen. Die anderen Parteien, Fernsehen, Radio und Zeitungen überschlagen sich ja, um sich bei Frau Merkel anzubiedern. Von Pressefreiheit keine Spur mehr. Entweder will man noch mehr Flüchtlinge (Gutmensch) oder man ist dagegen, dann gehört man zum rechten Nazipack. Wenn ich an Deutschlands Zukunft denke, tun mir meine Enkel jetzt schon leid!
  • Thomas Müller: Es ist eine Schande für Deutschland, dass die rechte NPD-Soft-Variante AfD so viele Stimmen erringen konnte. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass sowas nach 1945 in Deutschland noch mal möglich wäre. Willi Brandt würde sich im Grab umdrehen. Wo bleibt bloß die Menschlichkeit gegenüber Hife suchenden Menschen, man muss sich wieder schämen ein Deutscher zu sein.
  • Betty Duwe: Dass jahrelang wenig für Bildung und Soziales getan wurde, finanziell sogar eingespart wurde, rächt sich jetzt. So können Volksverhetzer wie die AfD punkten - das gefährdet unsere Demokratie und erinnert an Hitlers Aufstieg. Die Politiker sind hier mit demokratischem Bewusstsein gefragt und nicht solche wie Seehofer, der genauso populistisch der AfD zuarbeitet.
  • Joerg Kalke: Tja, das ist nun mal Demokratie. Politiker sollten sich nicht von der Basis entfernen. Nur so können Demagogen wie die AfD wieder dahinkommen, wo sie hingehören. Ins politische Nichts. Also nun gilt's mit demokratischen Mitteln die AfD wieder hinauswählen.
  • Cooper McKuper über Facebook: Angst, dass wir uns immer mehr einer Partei hergeben, die für "Werte" steht, die wir eigentlich seit vielen Jahren hätten begraben sollen. Ich bin erschrocken, dass wir anscheinend so wenig aus der Geschichte gelernt haben und dass so viele meinen, aus purem Protest eine gefährliche Partei wählen zu müssen und nicht einmal einen Fünkchen Ahnung haben, was sie damit anstellen.
  • Hans-Werner Frank über Facebook: Es liegt jetzt ganz allein an den großen Parteien, ob sie ihre Wähler bis 2017 zurückbekommen. Die Zeit der Ignoranz und Arroganz muss beendet werden. Frau Merkel und Herr Gabriel sollten ernsthaft darüber nachdenken, ob das mit ihnen noch zu schaffen ist oder sie ihren Parteien nur schaden, wenn sie bleiben.

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