Gewählt wurde sie bisher nur während der Legislaturperiode von Rot-Grün im Landtag. Nun braucht Malu Dreyer eine Mehrheit bei den Bürgern in Rheinland-Pfalz. Für die SPD-Ministerpräsidentin zählt nur ein Sieg. Für ein anderes Amt steht sie nicht zur Verfügung.

Die erste Frau auf dem Chefsessel der Mainzer Staatskanzlei steht nach drei Jahren Amtszeit erstmals vor der Bewährungsprobe der Landtagswahl: Maria Luise Anna "Malu" Dreyer.

"Verlässlich, unaufgeregt und klar" schaue sie auf den Wahlkampf und auf die Zeit nach der Wahl, sagt die Spitzenkandidatin der SPD.

Dreyers Amtsbonus

Die Partei setzt ganz bewusst auf den Amtsbonus der Regierungschefin. "Ich bin die Ministerpräsidentin, die zusammenhält und nicht spaltet", sagt Dreyer von sich selbst.

Die Frage des sozialen Zusammenhalts habe noch nie eine so große Bedeutung gehabt wie jetzt - nach der Aufnahme so vieler geflüchteter Menschen und in einer Zeit der verschärften politischen Polarisierung. So seien auch noch nie so viele rechtsgerichtete Parteien angetreten wie diesmal, sagt sie.

Viel Kritik musste Dreyer wegen ihrer Entscheidung einstecken, der "Elefantenrunde" des SWR kurz vor der Landtagswahl fernzubleiben, wenn auch ein Politiker der rechtspopulistischen AfD mit am Tisch sitzt.

Aber sie blieb dabei. Sie wolle einer Partei mit teilweise rassistischen und rechtsextremen Botschaften keine TV-Plattform zur besten Sendezeit geben, argumentiert sie. Vor Ort werde sie aber auch mit AfD-Anhängern diskutieren.

Dreyer ist studierte Juristin. Geradlinigkeit zeichnet viele dieser Zunft aus. Ihr wurde sie vielleicht auch in die Wiege gelegt: Der Vater war Schulleiter, die Mutter Erzieherin. Bei ihrer Geburt am 6. Februar 1961 in Neustadt an der Weinstraße erhielt sie den Namen Marie-Luise.

In der Pfalz wird das traditionell zu Malu verkürzt.

Keine andere Option für Dreyer

Nach Abschluss des Jura-Studiums in Mainz blieb Dreyer zunächst an der Uni, wurde dann Staatsanwältin in Bad Kreuznach und kam schließlich zum Wissenschaftlichen Dienst des Landtags. Nur ein Jahr nach Eintritt in die SPD (1994) wurde sie zur Bürgermeisterin von Bad Kreuznach gewählt.

Die nächsten Stufen der politischen Karriere: 1997 Sozialdezernentin der Stadt Mainz, 2002 Sozialministerin.

Als Ministerpräsident Kurt Beck nach 18 Jahren Amtszeit wegen der Nürburgring-Insolvenz in Bedrängnis geriet, bestimmte er Dreyer zur Nachfolgerin. Bei der Wahl im Landtag Anfang 2013 schwärmten viele von ihrer Warmherzigkeit und ihrem Lächeln, von der persönlichen Stärke, die Dreyer trotz ihrer Multiplen Sklerose ausstrahlt.

Seit 2004 lebt sie mit ihrem Mann Klaus Jensen in Trier, wo sie am 13. März auch als Direktkandidatin antritt.

Zu ihrer Zukunftsplanung hat sie sich klar geäußert: Sie will Ministerpräsidentin bleiben. Für eine andere Aufgabe in einer neuen Regierung, in der die SPD nur Juniorpartner wäre, steht sie nicht zur Verfügung.© dpa