CSU-Chef Horst Seehofer hat die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die CDU-Niederlagen bei den Landtagswahlen vom Sonntag verantwortlich gemacht.

"Der zentrale Grund ist die Flüchtlingspolitik. Es hat überhaupt keinen Sinn, da vorbeizureden", sagte Seehofer vor einer CSU-Vorstandssitzung in München. Die Union werde lange brauchen, um die Entwicklung der vergangenen sechs Monate wieder wettzumachen. "Das ist ja eine tektonische Verschiebung der politischen Landschaft in Deutschland." Auf die Frage, ob Merkel noch die richtige Kanzlerin sei, antwortete Seehofer: "Ja."

CDU wird abgestraft - aber wohl nicht wegen des Flüchtlingskurses der Kanzlerin.

Seehofer forderte angesichts der Wahlergebnisse eine Kurskorrektur der Union in der Flüchtlingspolitik. "Wir sollten der Bevölkerung sagen, dass wir verstanden haben, und dass wir aus diesem Wahlergebnis auch Konsequenzen ziehen", sagte der bayerische Ministerpräsident. "Es kann nicht sein, dass nach so einem Wahlergebnis die Antwort für die Bevölkerung ist: Es geht alles so weiter wie es war."

Die beiden Unionsparteien sieht er vor einer "gewaltigen Belastungsprobe und Herausforderung". "Es geht schon um den Bestand der Union."

Die CDU hatte am Sonntag bei den Abstimmungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz schwere Niederlagen erlitten. In Sachsen-Anhalt kann die CDU aber weiterhin den Ministerpräsidenten stellen.

Peter Tauber: keine Koalition mit der AfD

Indes bezieht CDU-Generalsekretär Peter Tauber nach den drei Landtagswahlen gegenüber der AfD deutlich Stellung: Bündnisse mit der rechtspopulistischen Partei schließt er kategorisch aus.

Landtagswahlen verändern politische Landschaft in Deutschland.

"Wenn man sich die Inhalte anguckt, kann es keine Zusammenarbeit zwischen Union und AfD geben", sagte Tauber im ZDF-"Morgenmagazin" am Montag. Er reagierte damit auf einen Tweet des sächsischen CDU-Landtagsabgeordneten Sebastian Fischer, der darin einen generellen Ausschluss von Koalitionsoptionen mit AfD kritisiert hatte.

Tauber stellte klar: "Die AfD nimmt in Kauf, dass große Teile ihrer Funktionäre ganz am rechten Rand zu Hause sind, eine Sprache wählen, die Demokraten nicht pflegen können und das C in unserem Parteinamen setzt eine klare Grenze nach rechts."

Die Alternative für Deutschland sei eine "klassische Protestpartei". Der Generalsekretär sagte weiter: "Ich rate auch den anderen, sich offensiv mit ihr auseinanderzusetzen." In Sachsen-Anhalt kämen zum Beispiel nur 17 Prozent der AfD-Wähler von der Union. "Das heißt, sie ist eine Herausforderung für alle Parteien und ich rate auch den anderen, sich mit ihr offensiv sich auseinanderzusetzen."

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