"Super Tuesday" in den USA: Im Rennen um das Weiße Haus haben die Vorwahlen in zwölf Bundesstaaten begonnen. Bei den Republikanern zog der Multimilliardär Donald Trump als haushoher Favorit in die Abstimmungen, bei den Demokraten lag die Ex-Außenministerin Hillary Clinton klar vorn.

Auch das Weiße Haus machte klar, dass es Trump angesichts seiner bisherigen Erfolge für einen ernstzunehmenden Kandidaten hält - so umstritten er auch in seiner eigenen Partei ist. "Er hat die Innenbahn auf dem Weg zur Nominierung", sagte Sprecher Josh Earnest am Dienstag.

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Zugleich wurde immer deutlicher, wie besorgt die Parteiführung der Republikaner über den rasanten Aufstieg des populistischen Trump ist, der von einer breiten Strömung gegen das Establishment getragen wird. So kritisierte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, dass sich Donald Trump kürzlich nicht klar von einem prominenten Ku-Klux-Klan-Unterstützer distanziert habe.

"Wenn jemand der Spitzenkandidat der Republikanischen Partei werden will, dann kann es keine Ausflüchte und Spiele geben. Er muss jede Gruppe oder Person zurückweisen, die auf Bigotterie aufbaut", sagte Ryan. Der republikanische Senator Ben Sasse aus Nebraska warnte, er werde aus der Partei austreten, sollte Trump Spitzenkandidat werden.

Am Dienstag ging es um die Verteilung eines großen Teils der Delegiertenstimmen, die ein Bewerber braucht, um Spitzenkandidat seiner Partei zu werden. Für die Rivalen von Trump und Hilary Clinton kam es darauf an, den Vorsprung der Spitzenreiter so klein wie möglich zu halten, um sie nicht uneinholbar davonziehen zu lassen.

Die offizielle Kandidatenkür findet jeweils im Sommer auf Parteitagen statt. Die Präsidentenwahl ist am 8. November.

Trump, Immobilienmogul und Populist aus New York, lag nach Umfragen in fast allen der zwölf Staaten mit republikanischen Vorwahlen vorn. Er konnte seinen Vorsprung in den meisten Wählergruppen sogar noch ausbauen, wie eine jüngste Erhebung des Senders CNN zeigte.

Ted Cruz geht in Texas als Spitzenreiter ins Rennen

Der erzkonservative Senator Ted Cruz ging als Spitzenreiter ins Rennen in seinem Heimatstaat Texas. Wegen der anteiligen Vergabe der Delegierten musste Trump aber nicht befürchten, dass ihm ein etwaiger guter zweiter Platz schaden würde.

Senator Marco Rubio aus Florida hoffte auf achtbare Ergebnisse, um im weiteren Rennen überhaupt noch Aussicht auf Erfolg zu haben. Die republikanische Parteispitze, die weder Trump noch Cruz will und sich wegen der großen Erfolge des Milliardärs zunehmend in Panik befindet, sieht in Rubio einen Kompromisskandidaten. Tatsächlich hätte der Senator nach einer jüngsten CNN-Umfrage in einem Zweikampf mit Hillary Clinton bessere Chancen als Trump.

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Die ehemalige First Lady hatte in den meisten der elf wählenden Staaten weitaus bessere Aussichten als ihr Kontrahent Bernie Sanders. Clinton kritisierte am Dienstag die Auseinandersetzung bei den Republikanern: "Da ist jede Menge blinder Eifer und Mobbing unterwegs. Aber lasst sie nur ihren Kandidaten küren."

Der 74 Jahre alte Senator und selbsterklärte demokratische Sozialist Sanders konnte sicher nur einen - deutlichen - Sieg in seinem kleinen Heimatstaat Vermont erwarten. Daneben wurden ihm Chancen in Oklahoma, Minnesota und Massachusetts eingeräumt.

Letzte Umfragen vom Montag deuteten aber auf einen möglichen Schicksalstag für Sanders hin: Demnach galt es für ihn, mindestens fünf Staaten für sich zu entscheiden, um noch weiter Aussichten auf die Nominierung zu haben. Er sagte am Dienstag, er werde auf jeden Fall bis zum Ende im Rennen bleiben, denn alle Wähler müssten die gleiche Chance haben. "Wir wollen so viele Delegierte wie möglich."

Insgesamt standen am Dienstag Vorwahlen in Alabama, Alaska (nur Republikaner), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia und im US-Außengebiet Samoa (nur Demokraten) an.

Um nominiert zu werden, muss ein republikanischer Bewerber auf mindestens 1237 Delegierte kommen, ein demokratischer auf 2383. Allein am "Super Tuesday" ging es bei den Konservativen um etwa 600 Delegierte, bei den Demokraten um rund 1000.© dpa