Das ging gewaltig daneben: David Cameron steht vor einem Wahlkampfplakat, das den Weg zu einem wirtschaftsstarken Großbritannien zeigen soll. Dumm nur, dass es offenbar eine Straße in Thüringen zeigt.

Großbritanniens Premierminister David Cameron möchte sich am 7. Mai als Premier bestätigen lassen. Dafür wirbt der Konservative mit einem Plakat blühender Landschaften. Der Claim passend: "Lasst uns auf der Straße zu einer stärkeren Wirtschaft bleiben." Darunter findet sich in kleinerer Schrift: "1,75 Millionen mehr Arbeitsplätze. 760.000 mehr Unternehmen. Das Defizit halbiert." Die Straße zur Konjunktur erwächst aus der britischen Flagge – dem Union Jack.

Zunächst scheint nichts Skandalöses an dem Plakat. Doch in Großbritannien hat es nun für eine heftige Debatte gesorgt. Denn die Bildvorlage zeigt offenbar eine deutsche Straße. Wie der britische "The Independent" schreibt, soll es vom deutschen Fotografen Alexander Burzik aufgenommen worden sein und eine Straße in Thüringen zeigen. Demnach wurde es in der Nähe von Weimar fotografiert.

Das Original von Burzik ist bei den Bildagenturen iStock photo und Getty Images zu finden und mit eindeutigen Ortsmarken versehen. Es wurde dem Bericht zufolge für das Wahlkampfplakat stark bearbeitet: Die Risse in der Straße wurden entfernt und die Farben verändert. Der "The Independent" hat dazu einen Bildvergleich veröffentlicht, auf denen die Retuschen von Straße, Himmel und Horizont gut zu erkennen sind. Abgesehen davon, ist die Ähnlichkeit der Bilder nicht von der Hand zu weisen.

Auch der Fotograf scheint das so zu sehen. "Ich denke, 35 Prozent des Bildes sind von meinem Foto, der Himmel und andere Elemente sind von anderen Fotos", zitiert die Zeitung aus einem Tweet Burzikas.

Anders sieht das der britische Finanzminister: "Dies ist ein britisches Bild, eine britische Straße", sagte George Osborne im britischen Fernsehen. Für die Opposition ist der Lapsus vor der Wahl ein gefundenes Fressen: "Ein weiterer Sargnagel dieser politischen Satire", kommentierte zum Beispiel der ehemalige Abgeordnete der Arbeiterpartei, Tony McNulty, auf Twitter. (far)