Wladimir Putin könnte einer der reichsten Männer der Welt sein. Das legt zumindest eine Reportage der britischen BBC nahe, die nun ausgestrahlt wurde. Demnach sei Putin sehr gewieft darin, sein wahres Vermögen zu verheimlichen. Der Kreml weist die Anschuldigungen jedoch zurück.

Offiziell wird der Verdienst des russischen Präsidenten mit 7,65 Millionen Rubel (entspricht 109.089 Euro) pro Jahr angegeben. Laut BBC soll Wladimir Putin jedoch ein riesiges Vermögen angehäuft haben. Von 40 Milliarden Euro ist die Rede. Und ein großer Teil dieser Summe soll illegal auf Putins Konto gelandet sein.

Laut der britischen Zeitung "Mirror" könnte sich Putins Vermögen sogar auf bis zu 184 Milliarden Euro belaufen. Das behauptet zumindest der Hedgefond-Manager und Putin-Kritiker Bill Browder. Der laut Forbes-Liste reichste Mann der Welt, Bill Gates, besitzt im Vergleich ein Vermögen von 73 Milliarden Euro. Putin wäre damit der reichste Mann der Welt.

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Dass Putins Vermögen weit größer ist, als er gerne behauptet, wird schon länger vermutet. Schon 2007 kam der US-Geheimdienst CIA, laut BBC, auf die gleiche Summe.

Nun gießt US-Vizefinanzminister Adam Szubin im Interview mit der BBC neues Öl ins Feuer. Er bezeichnet Putin als "korrupt". Die US-Regierung wisse darüber schon seit vielen Jahren Bescheid. Putin habe langjährige Erfahrung darin, seine wirkliche finanzielle Situation zu verschleiern.

Wie reich Putin tatsächlich sei, diese Frage will Szubin jedoch nicht beantworten. "Wir sehen, dass er seine Freunde reich macht, seine engen Gefährten, und bei der Verfügung über Staatsvermögen die an den Rand drängt, die er nicht als Freunde sieht", erklärt Szubin in der BBC.

Oligarchen zahlen Tribut an Putin

Wie Putins Finanzsystem wohl funktionieren könnte, macht die BBC an einem brisanten Beispiel deutlich: dem Besitzer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch.

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Wie es in dem Bericht heißt, soll er dem Kremlchef eine 57 Meter lange Motorjacht im Wert von 35 Millionen Dollar geschenkt haben - und Putins Luxus-Anwesen in der Nähe von Sotschi finanziell mitgetragen haben.

Wie die BBC berichtet, sollen russische Oligarchen regelmäßig eine Art Tribut an Putin zahlen. Dafür können sie unbehelligt Geschäfte machen.

Der Kreml dementiert

Der Kreml reagiert auf den BBC-Bericht ungehalten. Ein Sprecher sagte, man brauche keine der Fragen beantworten, da es sich um "reine Fiktion" handle. Laut "n-tv.de" soll der Sprecher den Bericht darüber hinaus als "Lüge" und "Verleumdung" bezeichnet haben.

Putin selbst hatte bereits 2007 auf die damals ähnlich lautenden Vorwürfe reagiert. "Es ist einfach nur Müll. Sie haben das alles aus der Nase von irgendjemandem geholt und es in ihre kleinen Zeitungen geschmiert", sagte er laut "n-tv".

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Wie reich er denn nun tatsächlich ist, das ist eine Frage, die wohl nur Putin selbst beantworten kann. Ein bisschen mehr als 110.000 Euro im Jahr dürften es jedoch schon sein.

Immerhin ist Putin stolzer Besitzer eines Barock-Palasts am Schwarzen Meer, einer fünfstöckigen Motorjacht und zweier Privatjets, die unter anderem mit Fitnessraum und King-Size-Bett ausgestattet sind (Kostenpunkt laut "bild.de": 135 Millionen Euro).

(ska)