Eines der Lieblingsreiseziele der Deutschen ist Teneriffa. Ich war gespannt, als ich jetzt zum ersten Mal die "Insel des ewigen Frühlings" besuchte. Mich erwarteten viele große und kleine Überraschungen - allesamt angenehm.

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Unter den kanarischen Inseln ist Teneriffa die größte. Mir gefiel, wie abwechslungsreich sie ist mit Stränden, Vulkanen und Pinienwäldern. Besucher erleben etwa im trockenen Süden Sonne und Meer oder wandern im grünen Norden - ich besuchte beide Seiten.

Meine Teneriffa-Highlights:

1) Vulkan Teide

Ich nahm einen Direktflug ab Frankfurt. Nach rund viereinhalb Stunden sahen wir unter uns Land und den Teide, den höchsten Vulkan der Insel. Er ist eine der Hauptattraktionen, zusammen mit der Masca-Schlucht.

Ich fuhr mit der Seilbahn auf den Teide. Oben kam ich mir vor wie auf dem Mond, der Ausblick war überirdisch: gewaltige Felsen und Geröll, so weit das Auge reichte.

Auf 3.718 Metern befand ich mich, die Höhe bemerkte ich beim Laufen: Mein Herz schlug schneller und ich brauchte mehr Luft. Einige wandern übrigens auf den Teide hoch - Hut ab!

Ich übernachtete am Fuß des Vulkans im Parador, dem einzigen Hotel im Nationalpark. Mein Zimmer bot einen tollen Blick auf den Teide, der bei Sonnenaufgang und -untergang besonders malerisch wirkte.

2) Vulkanröhre, schwarze Strände und Lavapools

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Insel des ewigen Frühlings

Trockener Süden und grüner Norden: Die größte kanarische Insel hat viel zu bieten.

"Ganz Teneriffa ist ein Vulkan", erzählte mir eine Einheimische. Tatsächlich gibt es mehr als 200 Vulkane auf der Insel. Nachdem ich den Ausblick von oben genossen hatte, ging ich unter die Erde.

Wenn Lava einen steilen Abhang hinabfließt, erstarrt das Äußere. Die flüssige Lava im Inneren geht nach unten hin ab. Ergebnis: eine Vulkanröhre.

"La Cueva del Viento" bedeutet "Die Höhle des Windes", weil dort der Wind hindurchpfeift. Die Röhre wurde entdeckt, als eine alte Frau hineinstürzte und lebend wieder herausgezogen wurde.

Mit dem Vulkanexperten Dragan besichtigte ich in einer kleinen Gruppe die Höhle. Wir setzten Helme auf und stiegen in die dunkle Tiefe. Dann sahen wir uns ein kleines Stück der über 17 Kilometer langen Lavaröhre an, sie ist die fünftlängste der Welt.

Mich faszinierten nicht nur die Vulkane selbst, sondern auch der farbige Sand in Farben wie Gelb, Rot und Grün. Schwarzer Strand mit türkisfarbenem Meer wie am Playa de las Americas ist besonders hübsch!

Ein Highlight für mich als Wasserfan waren die Lavapools. Vor allem im Norden der Insel gibt es viele natürliche Becken direkt am Strand. Vorsichtig kletterte ich in das sonnenwarme Wasser, denn die Steine waren scharfkantig. Dann lag ich bequem darin und schaute zufrieden aufs Wasser. In Bajamar konnte ich sogar anschließend im offenen Meer schwimmen.

3) Wale

Whale Watching war ich schon einige Male, z. B. in Australien und Neuseeland. Bei unserer Tour um Teneriffa sahen wir jedoch besonders viele Wale - große und kleinere.

Mit einem kleinen Boot fuhr ich vom Puerto Colon aus los. An diesem Tag war es bewölkt, die Sonne lugte nur durch einen kleinen Spalt in den Wolken. Wir gaben Gas und ich ließ mir die Meeresluft um die Nase wehen.

In der Gegend leben rund 500 Grindwale als "Einheimische", dazu schwimmen viele Walarten vorbei. Schnell tauchten die ersten Wale vor uns auf - es waren Finnwale. Sie prusteten Wasserfontänen hoch und zeigten uns ihre silbergrauen Rücken. Dann hatten wir richtig Glück: Links neben uns erschienen viele Wale, die zu zweit oder dritt schwammen.

4) Tauchen mit Schildkröten

Bei Teneriffa ging ich zum ersten Mal tauchen. Wir ankerten in einer Bucht bei Puertito de Adeje. Hier sollte es viele "Tortugas", also Schildkröten geben. Ich war ziemlich aufgeregt, als ich den Taucheranzug anzog und den Tank auf den Rücken nahm. Taucherbrille auf und Mundstück eingesetzt - dann sprang ich ins Wasser.

Die Luft war warm, aber das Meer ziemlich kühl. Deshalb verfiel ich erst einmal in hektische Schnappatmung. Nach einiger Zeit atmete ich jedoch langsamer und tiefer. Mein Tauchlehrer nahm mich bei der Hand, dann ging es in die Tiefe.

Noch mehr als beim Schnorcheln hatte ich das Gefühl, Teil des Meeres zu sein. Ich sah viele bunte Fische und einen Schwarm Barrakudas, die Schildkröten leider nur später vom Boot aus.

5) Leckeres Essen

Bei Reisen interessiert mich auch immer das lokale Essen. Das gab es auf Teneriffa oft in Vulkanform - ob Kartoffelpüree, Eis oder Törtchen.

Zum Frühstück aß ich gerne das Rosquetes-Gebäck mit Kaffee und Bananensaft - mmh! Denn Bananenplantagen gab es viele, ebenso wie Anbaugebiete für Tomaten und Wein.

Gofio ist ein kanarisches Nahrungsmittel, das aus geröstetem und gemahlenem Getreide besteht. Ich probierte Gofio-Gebäck mit Mandeln und Honig. Nicht ganz mein Ding, etwas trocken...

Schön scharf war Mojo, die rote und grüne Sauce. Die "rojo" Variante bestand u. a. aus Paprika, Knoblauch, Salz, Safran, Öl und Essig. Davon habe ich mir gleich zwei Gläser als Mitbringsel gekauft, ebenso wie Kaktus- und Bananen-Brotaufstrich.

Mein Fazit

Teneriffa ist auf jeden Fall eine Reise wert. Viele gehen wandern, mir gefiel vor allem die Kombination aus Vulkanen und Aktivitäten auf und im Wasser. Ein weiteres großes Plus: Die angenehmen Temperaturen, während wir in Deutschland den kühlen Herbst erleben.

Anja Beckmann ist seit ihrer einjährigen Weltreise oft unterwegs. Mehr von ihr gibt es in ihrem Reiseblog "Travel on Toast". Dort findet man Berichte, Tipps und Fotos zu Fernreisen, Strandurlaub und Städtereisen.

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