Grüne Wiesen und Weiden, keine natürliche Erhebung, die den Blick zum Horizont versperrt, kleine typisch niederländische Ortschaften mit breiten Fahrradwegen und hier und da eine Kuh. Seltener eine Giraffe.

Die Region Noord-Brabant, im Süden des Landes an der Grenze zu Belgien fühlt sich ruhig und entspannt an, Hektik scheint unbekannt. Oder ist dies doch nur ein Zeichen purer Langeweile und ländlicher Tristesse?

Laibhaftig

Unser Blogger ist mit dem Nostalgiezug "Canadian" unterwegs.

Auf dem Hof "De Ruurhoeve" von Familie Ansems in Hoogeloon bei Eindhoven geht es gemächlich zu und ganz familiär. Der Milchkuhbetrieb ist bestens organisiert und im Stall kommt modernste Technik zum Einsatz, um Bauer und Bäuerin zu entlasten und die Tiere optimal zu versorgen.

Auch ein Mutter-Kind-Stall steht zur Verfügung. Ein Projekt, um Kuh und Kalb eine übereilte Trennung nach der Geburt zu ersparen. Insbesondere Kinder sind geradezu begeistert, süße Kälbchen aus nächster Nähe in Augenschein nehmen zu können. Streicheln erlaubt.

Der in Aktion befindliche Melkroboter lässt auch die Erwachsene staunend innehalten. Alles dreht sich hier um die Milch. Gegenwärtig sind alle angespannt, die Kinder, die Väter und die Mütter. Heute ist alles Käse.

Nun heißt es selber aktiv werden. Der Workshop "Wir machen unseren eigenen Gouda" ist eröffnet. Mit Kopftuch und Schürze geschmückt oder eher verkleidet, warten alle erwartungsvoll auf die Anweisungen der Käsefachfrau Erica Ansems. Schneiden, Rühren, Abschöpfen, dazwischen immer wieder Abwarten und sich in Geduld üben.

Ein Gouda ist nicht eben mal gemacht. Am Ende füllen alle angehenden Käsemeister, die nach körnigem Frischkäse aussehende Masse in runde Plastikformen ab. In der Presse wird jedem potenziellen Gouda noch die restliche Flüssigkeit ausgepresst.

Nicht zu vergessen, jeder Laib bekommt eine offizielle Registriernummer, damit alles rechtens ist und alle ihren persönlich produzierten Käse mit nach Hause nehmen können. Verwechslung ausgeschlossen. Lea, 10 Jahre alt, strahlt über das ganze Gesicht und ist stolz auf ihren eigenen Gouda mit der Nummer 10995, der daheim noch mindestens zwei Wochen im Keller bei etwa 15° C reifen sollte.

Den Feinschliff und sein endgültiges Aussehen bekommt der Käse durch die typisch gelbe Rinde, die, anfangs noch flüssig, mittels Pinsel in Eigenregie tags darauf aufgetragen werden muss. Ein echter kleiner Gouda ist geboren. Gelb und rund.

Guten Appetit. Schon bei den alten Griechen galt Käse als eine schmackhafte Delikatesse, der sogar aphrodisierende Wirkung nachgesagt wurde. Beim andächtigen Probieren nach vier Wochen zuhause ist die Spannung groß. Der Geschmack lässt keine Wünsche offen - das Projekt Gouda ist rundum gelungen.

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Einmal Käse mit Safari

Die Region Noord-Brabant im Süden der Niederlande hat einiges zu bieten.

Märchenhaft und wildes Leben

Noord-Brabant im Süden der Niederlande ist die größte niederländische Provinz. Eine Region mit schnuckeligen Dörfern und überschaubaren Städten, die einen Besuch lohnen. Ob Breda mit seinen Kanälen und dem romantischen Stadtkern rund um die Grote Kerk oder s`-Hertogenbosch, die Hauptstadt der Provinz und Geburtsort des Künstlers Hieronymus Bosch.

Bei Tilburg breitet sich der Freizeitpark "De Efteling" aus. Der beliebte Park mit seinen Achterbahnen und dem berühmten Märchenwald rund um Froschkönig und Frau Holle ist ein weiteres familienfreundliches Highlight in dieser Region.

Estlands Inseln sind ein Urlaubsziel an der Ostsee, das man erleben muss.

Nur einen Löwensprung von Tilburg entfernt liegt der Safari-Park Beekse-Bergen. Nehmen Sie sich einen ganzen Tag Zeit, um die abenteuerliche Reise durch den afrikanischen Kontinent ganz und gar genießen zu können. Mit allen Sinnen.

Verschiedenste Möglichkeiten der Erkundung eröffnen dem Besucher ein tolles Erlebnis. Die Bussafari mit einer erfahrenen Rangerin bringt den Kindern und den Erwachsenen die Wildnis auf anschauliche Weise näher. Hier kann jeder noch etwas dazu lernen. Vorbei an stolzen Giraffen, schnellen Geparden oder zotteligen Kamelen, die auch schon mal den Fahrweg des Busses blockieren.

Die Rangerin reicht ein Stück Kamelfell herum oder erklärt an einem Büffelhorn, wie diese Tiere damit ihre Temperatur regulären können. Eine tierische Klimaanlage, sozusagen. Kleine und große Kapitänsanwärter bevorzugen eher die Bootssafari.

Gemächlich treibt man vorbei an den wilden Uferbewohnern und fühlt sich ein wenig wie Livingstone auf seinen Forschungsreisen durch den schwarzen Kontinent. Wer sich nun bewegen, das Afrikadorf, das Safarirestaurant und die zahlreichen noch nicht gesehenen Tiere erleben möchte, macht sich mit seinen Liebsten zu Fuß auf die verschlungenen Pfade zu Schimpanse, Zebra und Co.

So kann man allen auf Kisuaheli, einer verbreiteten Sprache in Ostafrika, nur eines wünschen: Safari njema – Glückliche Reise! Noord-Brabant, von Langeweile keine Spur.

Thilo Scheu liebt das Reisen, die Menschen und ihre Geschichten. Seit seiner Jugend ist der heutige Reisejournalist und Buchautor in der Welt unterwegs, sucht das Besondere oder einfach nur einen magischen Moment. Sein Zuhause ist jedoch das Rheinland.

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