Die Neptungrotte auf Sardinien gilt als eine der größten Grotten des Mittelmeers. Sie liegt am Fuße einer 110 Meter hohen steilen Felswand. Der Zugang kann manchmal etwas schwierig sein. Ein Besuch.

Auch der Gott des Meeres wagt ab und zu einen Landgang. Neptun, so sagt man, spaziert gern durch die nach ihm benannte Grotte an der Nordwestküste Sardiniens. Das fällt ihm umso leichter als der Salzsee in der Grotte mit dem Meer verbunden ist. Von den rund 150.000 Besuchern im Jahr lässt sich Neptun nur ungern stören. Deshalb macht er es ihnen auch alles andere als einfach, in sein Reich zu gelangen.

Vulkane galten als Sitz der Götter, heute faszinieren sie die Forscher.

Vom Meer her kann man sich der Grotte nur nähern, wenn der Wellengang ruhig ist. Zum Beispiel mit Motorbooten, die von der Stadt Alghero aus in 20 Minuten vor Ort sind. Die Alternative ist weniger bequem und heißt "Escala del Cabirol" (Rehleiter). Eine lange Steintreppe führt vom Parkplatz aus steil den Felsen hinunter. Nach rund 650 Stufen steht man am Eingang des Höhlensystems.

Doch Neptun ist heute schlecht gelaunt. Er tobt, gurgelt und schleudert immer wieder gewaltige Wassermassen gegen den Eingang. Die Besucher dürfen nur in kleinen Gruppen passieren. Das Wasser zieht sich kurz zurück, ein Aufpasser gibt ein Zeichen und ruft "Go, go, go!" – wir rennen los. Der Steinboden am Eingang ist glatt, aber weiter hinten wird es trocken.

In Neptuns Reich

Der Weg ist gut befestigt und ebenso gut beleuchtet. Meistens ist der Pfad so schmal, dass man sich nur im Gänsemarsch fortbewegen kann. Die Luft riecht frisch und etwas salzig. Es ist kühl, aber nicht kalt. 10 Grad zeigt das Thermometer konstant das ganze Jahr an. Früher wurde die Grotte von unzähligen Kerzen erleuchtet. Dabei entstand viel Ruß. Heute kann man aufatmen: Elektrische Strahler tauchen die Tropfsteinhöhle in gelb-oranges Licht.

Die Stalaktiten, die von der Decke hängen, sind teilweise mehrere Meter lang. Das Alter der Grotte wird auf rund 2 Millionen Jahre geschätzt. Sogar Spuren aus der Jungsteinzeit sind in der Grotta di Nettuno gefunden worden.

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Auf Neptuns Spuren

Die Grotte an der Nordwestküste Sardiniens steckt voller Geheimnisse.

Neptuns Reich war also schon früher beliebt. Allerdings dürften die Steinzeitmenschen noch ohne Eintritt hereingekommen sein. 13 Euro zahlen Erwachsene, 7 Euro Kinder. Der Besuch lohnt sich trotzdem, denn die Stalaktiten (oben) und Stalakmiten (unten) bilden eine Welt für sich, die beeindruckt. Andächtig wie in einer Kathedrale laufen die Besucher staunend durch die Grotte.

Allerdings gibt es für sie nur einige hundert Meter zu erkunden. Der Rest des 4 Kilometer tiefen Höhlensystems ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Nach einer Weile geht es dann wieder zurück zum Eingang. Neptun ist übrigens auch der Gott der Erdbeben, deshalb freut man sich durchaus, wenn einem wieder Tageslicht entgegenleuchtet.

Die Schönheit Sardiniens

Nun gilt es, die 650 Stufen wieder nach oben zu klettern. Man muss kein junger Gott sein, um das zu schaffen, aber es ist durchaus anstrengend. Als Entschädigung gibt es eine herrliche Aussicht über einen der schönsten Meerabschnitte Sardiniens. Am Horizont zeichnetn sich Alghero ab, die wundervolle Bucht von Porto Conte - und die Küste von Bosa. In der Luft kreisen Falken. Ein weißes Segelschiff gleitet über das azurblaue Meer. Neptun hat sich für seine Außenstelle ein wirklich schönes Plätzchen ausgesucht.

Tipps und Hinweise

  • Öffnungszeiten: täglich bis 18/19 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 13 Euro, Kinder 7 Euro
  • Im Sommer gibt es alle 30 Minuten eine Führung durch die Grotte.
  • Im Sommer fährt ein Bus mehrmals täglich von Alghero zur Grotte. Sonst nur einmal täglich.
  • Die Straßen sind gut befestigt. Man kann sich in Alghero auch einen Mietwagen nehmen und vor dem Plateau parken.
  • Feste Schuhe sind auf der Treppe und in der Höhle empfehlenswert. Im Sommer möglichst früh oder vormittags anreisen, in der prallen Mittagshitze macht gerade der Aufstieg keinen Spaß. Auch vormittags auf Sonnenschutz achten.
  • Bei ruhigem Wellengang fahren Motorboote vom 1. April bis 31. Oktober täglich vom Hafen in Alghero zur Neptungrotte. Dabei kann man die Steilküste von Copa Caccia bewundert. Fahrtdauer: rund 20 Minuten. Tickets und weitere Infos gibt es an der Anlegestelle im Hafen.

Philipp Barth sucht auf seinen Reisen das Besondere und Außergewöhnliche. Auf seinem Reiseblog "WowPlaces" berichtet er über Orte und Events mit Wow-Effekt. Dabei gibt er hilfreiche Tipps, die den Urlaub noch schöner machen.

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