Die majestätischen Riesen sind in Thailand allgegenwärtig: ob auf Stoffen, aufgemalt auf Keramik oder symbolisch als Zierde an Tempeln. Doch nicht nur als Motiv sind Elefanten hier in Thailand sehr beliebt, sie sind ein richtiger Besuchermagnet. In vielen Städten kann man Elefantenreiten buchen, entweder als Sightseeing Tour durch die Stadt oder als Tagesausflug zu einem Elefantenlager.

Dass es gegen die Natur der Tiere geht, Menschen zur Belustigung durch die Gegend zu tragen, scheinen die meisten Touristen zu ignorieren. Auch den grausamen Trainings- und Haltungsbedingungen gegenüber sind die meisten blind.

Wer jedoch einmal einen großen Asiatischen Elefanten an einer zwei Meter langen Kette gesehen hat und die harten Stöcke und spitzen Haken gesehen hat, mit denen die Mahouts ihre Elefanten züchtigen, für den kann es keine Frage mehr geben, dass Elefantentourismus verboten gehört.

Immerhin findet langsam ein Umdenken statt, viele Touristen entscheiden sich bewusst, Zeit mit den Tieren zu verbringen, ohne diese grausamen Methoden unterstützen zu wollen. Viele, aber längst nicht alle.

Ein Tag mit den Elefanten

Und der Markt zieht nach. Gab es vor einigen Jahren nur einige wenige Hilfsprojekte zum Schutz der Dickhäuter, tummeln sich nun zahllose Anbieter, die mit "No riding" werben.

Doch wie tierlieb sind solche Angebote wirklich?

Ich habe es mir in Chiang Mai angeschaut und einen Tag mit den Elefanten im "Hug Elephant" Camp verbracht.

Nachdem wir früh um acht von einem landestypischen Taxi abgeholt wurden, begann die wackelige und lange Fahrt in den Süden Chiang Mais, zum Elefanten Camp. Unsere siebenköpfige Gruppe wurde stark durchgeschüttelt.

Im Camp angekommen, gab es gleich die erste böse Überraschung: Ein kleiner Affe wurde an einer Kette als Haustier gehalten und zur Belustigung der Zuschauer gepiesackt. Sofort war mir klar, dass hier kein wirkliches Umdenken stattgefunden hatte, sondern die geänderten Haltungsbedingungen der Elefanten nur der Touristen zuliebe vorgelebt wird. Schon dachte ich, dieser Tag wird ganz furchtbar.

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Ein Besuch im Hug Elephant Camp

Nicht jeder Anbieter behandelt seine Tiere schlecht. Und trotzdem geht es allen nur um das Geld.

Baden in einem Schlammloch

Nach einer kurze Einweisung zum Verhalten gegenüber den Tieren sind wir mit Futtersäcken ausgestattet auf eine kurze Wanderung zu den Elefanten gegangen. Die Tiere konnten sich frei im Wald bewegen. Zwar hatte jeder Elefant einen Trainer, dieser jedoch hatte weder Stock noch Haken. Schon war ich etwas beruhigter.

Dann war es eine tolle Erfahrung, den grauen Riesen so nah zu sein. Nach der Fütterung der Elefanten waren wir erstmal mit Füttern dran. Eine gemütliche Mittagspause mit anschließendem Entspannen in der Sonne war angesagt.

Dann folgte das absolute Highlight des Tages: Schlammbad mit den Elefanten. Also schnell die Badesachen angezogen und ab ging es durch den Dschungel zum Schlammloch. Erst wollte ich mich auch dieser Aktivität dezent heraushalten, doch das sahen die Dickhäuter anders. Und so konnte ich gar nicht schnell genug ausweichen, wie ich mit Schlamm bespritzt wurde.

Anschließend ab in die Lagune, zum sauber machen. Es ist wirklich ein ganz besonderes Erlebnis, mit Elefanten ohne Begrenzung baden zu gehen. Manchmal war es etwas beklemmend, wenn so ein Riese unvermittelt vor dir auftaucht.

Was man für einen Tag mit den Elefanten mitbringen sollte:

  • Feste Schuhe für die Wanderung durch den Dschungel
  • eine Jacke, denn in den Bergen ist es morgens kalt
  • Badesachen für ein ausgelassenes Schlammbad
  • Kamera, am besten mit wasserdichter Hülle
  • Flipflops und Handtuch, ebenfalls für das Badevergnügen
  • Sonnen- und Mückenschutz

Die Kosten für diesen Tagesausflug belaufen sich aktuell auf 2.500 Baht, also umgerechnet circa 62 Euro.

Geld statt Tierliebe

Fazit: Im Hug Elephant Camp werden die Elefanten weder geschlagen oder angekettet. Die Tiere bewegen sich frei, werden aber von ihren Trainern dirigiert. Insgesamt war die Behandlung der Tiere sehr ok, man weiß natürlich nicht, wie der Umgang ist, sobald die Touristen weg sind.

Trotz der guten Tierhaltung der Elefanten wurde schnell klar, dass hier nicht Tierliebe sondern Liebe zum Geld das Konzept des Camps unterstützen. Echte Tierfreunde hätten nie einen Affen an der Leine gehalten.

Leider waren auch viele Besucher von dem Äffchen zum Anfassen total begeistert, es wird wohl noch einiges an Aufklärung brauchen, bis alle begriffen haben, dass wilde Tiere nicht zum Entertainment gehalten werden dürfen.

Insgesamt hatten wir einen schönen Tag. Aber bei der Auswahl des Anbieters sollte man Zeit zur Recherche haben. Es gibt nur wenige sehr gute Anbieter in Chiang Mai. Am renommiertesten ist der "Nature Elephant Park", diesen muss man einige Tage zuvor online buchen.

Gundel Woite ist am liebsten auf Achse. Die erfahrende "Wander-Wade" berichtet auf ihrem Reiseblog über Städtereisen, Wanderurlaube und Genießer-Trips.

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