Am schönsten kann man Zentral Vietnam auf eigene Faust mit dem Motorrad erkunden: Fernab von Touristenbussen und organisierten Touren ist man auf dem Bike sein eigener Herr über Zeiteinteilung, Fotostopps und Ziel.

Und nachdem ich mich lange geziert habe, in Asien ein Motorrad zu mieten, habe ich mich endlich getraut.

Bloggerin erlebt Kambodscha bei einer abenteuerlichen Bootsfahrt.

Von der charmanten Stadt Hoi An – bislang die schönste Stadt Vietnams, die ich besichtigt habe – sind es 130 Kilometer bis nach Hue.

Die Strecke von Hoi An nach Hue

Zum Glück ist der Streckenverlauf recht einfach, sodass selbst Orientierungsidioten wie ich sich gut zurecht finden. Man verlässt Hoi An Richtung Norden nach Da Nang, die Großstadt am Meer erreicht man nach circa 25 Kilometern entlang einer wenig befahrenen Küstenstraße.

In Da Nang sollte man dann kurz die Karte zurate ziehen, denn ihr wollt an der Küste bleiben und über den Gebirgspass gen Norden fahren. Die Strecke durch das Landesinnere ist zwar 30 Kilometer kürzer, aber bei weitem nicht so schön.

Zudem enthält sie einen Tunnel, den man mit dem Motorrad nicht befahren darf. Der Gebirgspass verfügt über recht gut ausgebaute Straßen, hier habt ihr eine geniale Aussicht auf die Berge und das unter euch liegende Meer.

Nachdem ihr diesen schönsten Teil der Strecke hinter euch gelassen habt, fahrt ihr nur noch über sehr breite, gut asphaltierte Schnellstraßen bis nach Hue. Diese sind weniger schön, führen euch aber teilweise an Reisfeldern und kleinen Seen vorbei. Außerdem kommt ihr hier gut voran.

Ich habe als Fahranfänger für die gesamte Hinfahrt 3,5 Stunden gebraucht. Allerdings habe ich auch nur zwei kurze Fotopausen gemacht.

Ich empfehle jedem, die Tour über zwei bis drei Tage zu strecken: fahrt an einem Tag bis nach Hue und plant genügend Zeit für Pausen ein. Es gibt einige lohnenswerte Zwischenstopps, wie die Marble Mountains (22 Kilometer nördlich von Hoi An) und eine schöne Pagoda in Da Nang.

Wenn ihr morgens losfahrt und viel Zeit unterwegs einplant, solltet ihr kurz vor Sonnenuntergang in Hue ankommen. Ich würde euch empfehlen euch einen ganzen Tag Zeit zu nehmen, um die schöne Stadt zu erkunden, bevor ihr am nächsten Morgen geradewegs nach Hoi An zurück fahrt.

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Eine abenteuerliche Fahrt mit dem Motorrad

Fernab von Touristenbussen und organisierten Touren erkundet unsere Bloggerin Vietnam.

Was kostet ein Motorradausflug nach Hue?

Das Motorrad auszuleihen hat gerade mal 100.000 VND pro Tag gekostet, laut aktuellem Umrechnungskurs sind das 4€. Ich jeweils für die Hin- und Rückfahrt eine gesamte Tankfüllung verbraucht, das waren jeweils 55.000 VND, also etwas mehr als 2€. Insgesamt hat mich die Tour also knapp über 8€ gekostet – und viele Nerven!

Der Tag an dem ich ein UNESCO Weltkulturerbe gerammt habe

Ich bin totaler Fahranfänger – von zwei Jahren saß ich das erste mal auf einer Vespa und bin durch den Bregenzer Wald gerauscht. Entsprechend nervös war ich vor der Tour, zumal ich jemanden mitgenommen habe und die volle Verantwortung für uns beide tragen musste.

Zum Glück kam ich mit dem automatischen Bike super zurecht, und da die Strecke außerhalb der Städte nicht viel befahren ist, habe ich mich sehr schnell an das Bike und den Verkehr gewöhnt. Trotzdem muss man immer wachsam bleiben – die Asiaten kennen keine Verkehrsregeln.

Laos: Touristen zerstören den Charme des Landes.

Ob man nun auf der Schnellstraße plötzlich Gegenverkehr bekommt oder unter lautstarkem Hupen rechts und links gleichzeitig überholt wird – hier muss man sich im Straßenverkehr auf alles einstellen.

Nachdem wir die Hinfahrt super hinter uns gebracht haben, hab ich ausgerechnet beim Parken einen Unfall gebaut. Beim Versuch das Bike auf einem Seitenstreife abzustellen, hab ich zu viel Gas gegeben, bin plötzlich eine riesen Stufe runter gefallen und hab in der Verwirrung Gas gegeben statt zu bremsen.

Das Resultat war, dass mein Motorrad mit guter Wucht gegen ein kunstvoll verziertes historisches Stein-Geländer des Emporer-Palace geknallt ist. Mir ist außer vielen blauen Flecken nix passiert, aber das Bike hat einiges abbekommen. Das Geländer zum Glück nicht – sonst hätten mich die Vietnamesen sicher eingebuchtet.

Genügend Puffer einplanen

Zum Glück gibt es überall an der Straße kleine Werkstätte – im zweiten Anlauf fanden wir jemanden, der das Bike für 20.000 VND reparierte.

Durch die Verzögerung kam unser Zeitplan arg ins Wanken, sodass wir erst weit nach Einbruch der Dunkelheit wieder in Hoi An ankamen. Also bitte plant genügend Puffer ein, denn im asiatischen Verkehr wollt ihr bestimmt nicht nachts unterwegs sein!

Entsprechend müsste ich zu den Kosten für die Tour auch die 10 Dollar für eine einstündige Rückenmassage einrechnen – um meine angespannten Muskeln nach dem Stress wieder zu lockern.

Wer genügend Zeit einplant und die Tour optimalerweise auf 2-3 Tage dehnt, kann aber sehr entspannt Vietnam auf eigene Faust erkunden.

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