November, ich hasse den November. Es tut mir ja leid, aber ich kann diesem Monat einfach nichts abgewinnen. Längst vergangen sind die goldenen Oktobertage und der erste Schnee ist ebenso in weiter Ferne wie die nächste Reise. Doch es gibt ein magisches Zauberwort, eine Formel, die Alltagstrott und Tristesse zu vergessen verspricht: Wellness. Alleine das Wort klingt schon wie ein Bett aus Zuckerwatte. Da wäre nur ein Problem: Ich habe eine Wellnessschwäche. Auch wenn ich es noch so sehr will - ich kann mich einfach nicht entspannen.

Unsere Bloggerin kämpft gegen ihre Wellnessschwäche.

Der frühe Vogel... bin ich

Es ist wirklich zum Verzweifeln. Während alles noch seelenruhig schläft, werde ich bereits wach, wenn noch alles dunkel draußen ist. Und da ich es kaum erwarten kann, die neue Umgebung zu erkunden, ist natürlich an Schlaf nicht mehr zu denken. Also ab in die Badesachen und eine Runde Frühschwimmen am Pool. Tatsächlich treffe ich dort um 8 Uhr noch ein paar andere "Bekloppte", die ebenfalls unter Schlafstörungen leiden müssen. Vielleicht bin ich doch nicht die einzige mit Wellnessproblemen.

Frühstücksmarathon

Nach dem Schwimmen, will ich nur noch eines: Frühstücken, und das ausgiebig. Wenn es eine Disziplin in der Wellnessolympiade gibt, in der ich irgendwann mal eine Medaille holen könnte, dann ist es die Frühstücksdisziplin. Jedenfalls wenn es darum geht, möglichst lange möglichst alles auf dem Buffet in mich hineinzuschaufeln. Sobald einmal weniger als eine Stunde Zeit für mein Frühstücksritual bleibt, bekomme ich Panik. In Sprints war ich schließlich noch nie gut.

Jana Zieseniß ist süchtig nach Reisen. Für uns schreibt sie über ihre Reisen durch Europa und die ganze Welt. Mehr von ihr zu lesen gibt es in ihrem Blog.

Die Wellnessolympiade

Der perfekte Ort für ein perfektes Wellnesswochenende sind für mich die Berge. Selbst wenn das Wetter mal nicht so toll ist, zieht es mich raus in die Natur. Denn schließlich kann man nach viel frischer Luft und Bewegung gleich umso besser entspannen. Das rede ich mir zumindest ein und zwinge damit meinen Freund regelmäßig, statt genüsslich in der Sauna oder am Pool zu liegen, in den Bergen herum zu klettern.

Aber natürlich heißt das nicht, dass ich auf Sauna und Co. verzichten würde. Schließlich will ich ja all die tollen Dinge ausprobieren, die so ein Wellnessbereich zu bieten hat. Während die anderen Gäste entspannt auf ihren Liegen dösen oder in ein Buch vertieft sind, mache ich mich an meine Wellness-To-do-Liste: Eine Runde schwimmen, ein bisschen aufwärmen im Whirpool, Kräutersauna, Finnische Sauna, Dampfbad, dann doch noch ein paar Fotos machen und nochmal auf diesen riesigen runden Liegesesseln probeliegen. Dann wieder mal ne Runde schwimmen. Ich fürchte ich bin ein hoffnungsloser Fall.

Auf dem Weg zur Wellnesserleuchtung

Aber ich habe mich noch nicht aufgegeben: Bei meinem letzten Wellnesswochenende habe ich es doch tatsächlich geschafft, mich nach der Sonnenaufgangswanderung und dem Frühstück den Rest des Tages einfach nur zu entspannen. Vielleicht nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Wellnesserleuchtung, aber ein großer Schritt für mich. Spätestens im Februar, den ich übrigens genauso wenig mag wie den November, werde ich die nächste Trainingseinheit einlegen. Und wer weiß: vielleicht gewinne ich eines Tages einmal eine Medaille. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.