Steilküsten-Abbrüche auf Rügen überall möglich
Auf der Ostsee-Insel Rügen besteht an den Steilküsten wegen des anhaltenden Regens weiter die Gefahr neuer Abbrüche. Strandbesucher müssen deshalb besonders vorsichtig sein, sagte der Leiter des Nationalparkes Jasmund auf Rügen, Ingolf Stodian, am Montag (2. Januar) in Sassnitz. Mit zusätzlichen größeren Warnschildern an den Steiluferabgängen will man die Rügen-Besucher warnen. Der Geologe warnte aber auch vor Hysterie. "Anfang 2011 hatten wir durch den vielen Schnee deutlich mehr Abbrüche." Der jüngste Abbruch an den Wissower Klinken am Samstag habe ganze zwei Quadratmeter betroffen. Durch den Unfall vor einer Woche bei Kap Arkona, bei dem eine Zehnjährige verschüttet wurde, seien die Menschen derzeit besonders sensibilisiert.
Nach Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie verfügt Rügen als einzige deutsche Ostseeinsel über verschiedene gepresste Lagen - darunter auch lockeres Gestein - die bei bestimmten Wetterbedingungen ins Rutschen geraten. "Jetzt ist der Boden gut durchfeuchtet, so dass gerade Sande ins Rutschen geraten", erklärte Stodian. Bei Sassnitz ist das Steilufer im Bereich des Hengstes abgesperrt worden.
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Harka
Dienstag, 03.01.2012, 15:32 Uhr Und an all jene, die jetzt am liebsten ganz Rügen einzäunen wollen: Das ist auf Rügen erste Felssturz überhaupt, bei dem Menschen zu Tode kamen! Wer hier jetzt gleich nach Schutzzäunen brüllt sollte sich mal die Verhältnismäßigkeit solcher Aktionen vor Augen halten. Da stürzen in den Alpen jährlich mehr Leute ab! Sperren wir jetzt die Alpen? Nur weil ein Mensch starb, der da obendrein die Warnschilder ignorierte wird hier sofort nach großräumigen Sperrungen gerufen. Das ist einfach nur albern. Betonieren wir jetzt all die Seen zu, in denen trotz Verbot gebadet wird und wo ein Mensch ertrank? Sperren wir alle Straßen, auf denen ein Fußgänger starb, weil er die Vorfahrt der Autos missachtete? -
Pandurata
Dienstag, 03.01.2012, 14:19 Uhr Mir tut es um den Verlust des Kindes sehr leid. Aber ich frage ob der aufkommenden Diskussion, wie viele, die hier mit Vorschlaegen wie Absperrungen und Stegen im Wasser kommen, wirklich schon einmal vor Ort waren? Kap Arkona, die Kreidekueste und auch die ganzen anderen grossen und kleinen Abschnitte mit Steilufer (ja, es gibt noch eine Menge mehr davon auf der ganzen Insel), sind unter anderem deshalb so reizvoll, weil man das Wirken der Natur erleben kann. Jedes Steilufer stellt ein Risiko dar. Daher wurde mir schon von Kindesbeinen durch meine Eltern eingeblaeut, nicht zu dicht an die Bruchkanten heranzutreten und immer achtsam zu sein, ob sich eventuell ein Teil des Ufers loest, wenn man am Strand darunter unterwegs war. Selbst dann bleibt immer ein Restrisiko, dessen man sich bewusst sein sollte. Es gibt keine Garantien. Mit diesem Wissen kehren wir dennoch immer wieder an diese Stellen zurueck, weil es faszinierend ist zu sehen, wie Wasser, Wind und Eis an den Felsen nagen und sich ihr Aussehen stets veraendert. Dennoch haben auch wir schon auf geplante Wanderungen verzichtet, wenn auf Ruegen vor einer erhoehten Abbruchgefahr gewarnt wurde. Ja, richtig gelesen - es gibt solche Warnungen. Ebenso wie die Warnschilder und an besonders gefaehrlichen Stellen Absperrungen aus Holz, welche in die Landschaft passen. Der grosse Reiz Ruegens ist u.a. auch die Tatsache, dass man nicht an allen Stellen durch Barrieren und Warnschilder in die Rolle eines reinen Betrachters der Natur verbannt wird, sondern mittendrin ist. Die Schilder stehen z.B. nicht alle 5m entlang der Kreidekueste in schreienden Farben, sind aber durchaus vorhanden. Eine gewisse Eigenverantwortung kann man den Menschen durchaus zutrauen und auch abverlangen. Es gibt keine "Kindersicherung" (oder "Menschensicherung") fuer die Natur. Dass es zu tragischen Unfaellen wie diesem kommt, ist sehr, sehr traurig. Aber es laesst sich nun einmal nicht alles zu 100% absichern. -
MaxOutlaw
Dienstag, 03.01.2012, 14:02 Uhr Manchmal reichen halt Warnschilder nicht aus. Wenn ich mir Baustellenabsperrungen betrachte, hat man sich über die Variante "Warnschild" hinaus für eine massivere Absperrung entschieden. Es scheint wieder einmal nur eine Kostenfrage zu sein, oder?!? -
altoeko1
Dienstag, 03.01.2012, 13:43 Uhr Nun musste erst ein Kind ums Leben kommen,bis diese Verantwortlichen endlich handelten.Die Warnungen,vor Abbrüchen an den Steilküsten gehören doch zum Normalen,aber leider nicht auf Rügen.Wenn unwissende,ortsunkundige Touristen an der Steilküste entlang wandern,gehören mindesten große,unübersehbare Schilder hingestellt.Wenn Eltern dann mir Ihren Kindern nicht umkehren und weiter laufen,müssen sie mit der Schuld,eventuell für den Tod ihres Kindes verantworlich zu sein, leben.Da entschuldige ich nichts.Ich war dort auch,habe aber damals kein Schild gesehen.Ich war mit mir anvertrauten Kindern dort,und habe aus eigener Vorsicht heraus gehandelt und den Rückweg mit den Kindern angetreten.Für mich stellte sich sehr wohl die Frage,WARUM stehen keine Schilder ,um vor dem Abgang von Abbrüchen zu warnen? -
besson
Dienstag, 03.01.2012, 13:32 Uhr @harka es gibt soviele Stellen, an denen man außerhalb der Gefahr Steine sammeln kann, es muss nicht unbedingt unterhalb der Felsen sein! Ich gehe mit Freunden sehr häufig im Bereich der Kreideküste Fossilien sammeln, niemals würde mir einfallen, mich unterhalb der Felsen zu hinzuhocken!
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