Lauschtour unter Bäumen
Und schon wird aus der Wanderung ein ganz besonderes Erlebnis. Erst Affengeschrei, dann sagt eine Stimme: "Schauen Sie nach rechts oben. Da sehen Sie einen großen Felsen. Menschen, die Fantasie haben, entdecken in diesem Felsen ein Affengesicht."
Wanderweg "Grüne Hölle"
So bekommen die Zuhörer viel Spannendes und Wissenswertes serviert. Etwa dass der Sandstein aus der Bollendorfer Gegend ein wertvolles Baumaterial war und dass der steinerne Sockel, auf dem die berühmte Brunnenfigur Manneken Pis in Brüssel steht, aus dem kleinen Örtchen in der Südeifel stammt. Wir befinden uns auf dem Wanderweg "Grüne Hölle", direkt an der Grenze zu Luxemburg, im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark. Hier wurde im vergangenen Jahr eine der ersten iPod-Wanderungen Deutschlands eingerichtet. Sie wird auch Audiotour, Lauschtour oder Hörwanderung genannt. Wer dabei an Audioguides mit oberlehrerhaftem Tonfall denkt, wie sie manchmal in Museen zum Einsatz kommen, liegt falsch. Die Sache wurde möglichst lebhaft und authentisch gestaltet so, als sei man mit einem Wanderführer unterwegs. Gleichzeitig sollen die Hörfetzen nicht zu lang geraten, um das Naturerlebnis nicht zu beinträchtigen. Unsere Audiotour ist keine Dauerbeschallung, sondern ein kleiner, aber vielleicht entscheidender Mehrwert.
Vor allem Familien mit Kindern
Auch die Konservativen unter den Touristikern erkannten das Potenzial der Idee, mit den iPods auch jüngere Gäste in den Luftkurort zu locken. Obwohl sich einige Entscheider erst einmal erklären lassen mussten, was überhaupt ein iPod ist. Heute sind Hotels und Pensionen mit den Mediaplayern ausgestattet - zum Verleihen an Hausgäste. Vor allem bei Familien mit Kindern und bei Jugendlichen kommt die Hörwanderung sehr gut an. An den zehn Hörstationen warten interessante Informationen, die zu kurzweiligen Hörcollagen zusammengesetzt wurden. Etwa über den Namensgeber des Wanderwegs, die "Grüne Hölle" im Wald von Bollendorf. Eine weibliche Stimme erzählt: "Die Hölle ist so grün, weil hier ganz bestimmte Pflanzen wachsen, Moos, Algen, Flechten. Die Felswände sind sehr feucht, an manchen Stellen sogar ganz nass. Das liegt daran, dass der Sandstein Wasser aufsaugt wie ein Schwamm." Das Ganze ist unterlegt mit "Höllengeräuschen" und knarzenden Baumstämmen. Überall wachsen mannshohe Walddisteln mit dunkelgrünen Blättern. An anderen Stellen leuchtet es grellgrün - ein Farbton, wie er in der Natur sonst kaum vorkommt: Es stammt von dem sogenannten Leuchtmoos, einer sehr seltenen Sorte. Außerdem wachsen in der Südeifel immerhin mehr als 40 Orchideenarten - mehr als irgendwo sonst nördlich der Alpen.
© Axel Springer AG
Bisher wurde hierzu noch keine Meinung abgegeben. Aber Sie haben doch bestimmt eine!
- Kreuzfahrten
- Familienurlaub
- Hotel Hamburg
- Weltreise
- Urlaub mit Kind
- Reisezubehör
zu Reise






























