Wiesbaden (dpa) - Die Marktöffnung für Linienfernbusse im vergangenen Jahr hat zu einem wahren Fahrgastboom geführt. Auf innerdeutschen Strecken habe sich die Zahl der Passagiere innerhalb eines Jahres auf 6,7 Millionen mehr als verdreifacht.

Das berichtete das Statistische Bundesamt in einer erstmals veröffentlichten Auszählung. Zusammen mit den 1,5 Millionen Fahrgästen im grenzüberschreitenden Verkehr haben damit 8,2 Millionen Menschen im Jahr 2013 den Linienfernbus als Verkehrsmittel gewählt.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer rechnet mit einem weiteren starken Anstieg in diesem Jahr. "Die Nutzungszahlen von Fernbussen im Startjahr 2013 in Relation zu der Linienentwicklung in Deutschland weisen darauf hin, dass in diesem Jahr doppelt so viele Passagiere gezählt werden können", sagte Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard laut Mitteilung in Berlin.

Die von der Statistik ermittelte Auslastung von 55 Prozent der Fahrzeuge werde noch ansteigen und habe sicher bereits zum Jahresende 2013 höher gelegen.

Im Jahr zuvor waren es laut Bundesamt nur rund 3 Millionen Fernbus-Passagiere, wovon 900 000 den Auslandsfahrten zuzurechnen waren. Zur Jahreswende 2012/2013 wurde der innerdeutsche Linienverkehr gesetzlich freigegeben, nachdem es bis dahin erhebliche Einschränkungen zum Schutz der Bahnverbindungen gegeben hatte.

Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Fernbuslinien von 86 auf 221. Aktuell gibt es mehr als 250 Linien, die vielfach von neu in den Markt gestarteten Anbietern gefahren werden. Diese Unternehmen mussten erstmals ihre Zahlen an das Statistische Bundesamt berichten.

Im Vergleich zur Bahn bleibt der Fernbusverkehr in Deutschland aber noch bescheiden. Auf der Schiene waren im Jahr 2013 laut Bundesamt nahezu konstant rund 131,4 Millionen Fernreisende unterwegs. Auf einen Fernbuskunden kamen also 16 Bahnfahrer.© dpa