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16.11.2012, 17:37 Uhr

Auch über den Wolken ist gutes Benehmen gefragt

Wer in den Urlaub fliegt oder auf Geschäftsreisen ist, sollte sein gutes Benehmen immer im Gepäck haben. Denn der Knigge gilt auch über den Wolken.

Von Ari Martin für WEB.DE

Gerade in engen Räumen ist es wichtig, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Das gilt im Flugzeug in besonderem Maße, da die gemeinsame Zeit oft lang ist und niemand seinem Nachbarn so leicht entfliehen kann. Hier die wichtigsten Regeln.

Keine Bange: Jeder kriegt einen Platz

Manche Leute haben es einfach immer eilig. Sobald der Flieger zum Einsteigen bereit und das Gate geöffnet ist, hasten sie zum überfüllten Ausgang. Dabei gibt es überhaupt keinen Grund zu übertriebener Eile. Niemandem wird der Sitzplatz weggeschnappt und keiner muss im Flugzeug stehen. Der Jet hebt garantiert erst dann ab, wenn alle eingecheckten Passagiere auf ihren Plätzen sitzen.

Körperkontakt vermeiden

Am beliebtesten sind Flugzeugpassagiere, die einen Quadratmeter Zeitung vor sich ausbreiten, so dass die Nachbarn links und rechts zwangsläufig mitlesen müssen. Tatsächlich gibt es aber Menschen, die sich ihre Lektüre lieber selbst aussuchen. Gerade weil es in den Sitzreihen eng zugeht, sollte man nicht mehr Platz beanspruchen, als vorgesehen ist. Das gilt auch für die Armstützen. Wer klug ist und die Contenance bewahrt, wird auf unschöne Ellbogen-Kämpfe verzichten.

Wer auf die Toilette muss und an seinem Sitznachbarn vorbei möchte, sollte weder einen eleganten Sprung über das Hindernis hinlegen, noch mit einem rüden "Ich muss mal!" auf seine Bedürfnisse hinweisen. "Dürfte ich Sie bitten, kurz aufzustehen?" kommt in der Regel besser an. Unnötigen Körperkontakt gilt es zu vermeiden. Und wer gerade nicht mehr vor- oder zurück kann, weil beispielsweise ein Servierwagen im Weg steht, sollte einfach auf dem eigenen Platz die nächste Gelegenheit abwarten.

Gerade geschäftliche Vielflieger zeigen sich oft genervt, wenn die Nachbarn ihren Ferienspaß mit der ersten Bloody Mary einleiten und die gelungene Landung mit lautem Klatschen quittieren. Das mag auch nicht unbedingt schicklich sein. Aber da in einem Flugzeug zwangsläufig unterschiedliche Interessen aufeinander treffen, ist Toleranz ein umso höheres Gut - von beiden Seiten, versteht sich.

Unterhaltung mit Gespür

Auch wenn man im Flugzeug eine ganze Weile dicht nebeneinander sitzt, muss man nicht zwangsläufig miteinander ins Gespräch kommen. Anstatt sich wortreich vorzustellen, genügt zunächst ein freundliches "Hallo". Generell sollte man erst einmal das Gefühl dafür entwickeln, ob der andere an einer Unterhaltung interessiert ist. Denn auch wenn Sie sich gerade langweilen sollten, Ihr Nachbar will vielleicht einfach nur ein Nickerchen halten. Per Monolog ungefragt sein Leben auszubreiten, ist einfach nicht fair.

Ziemlich sicher ist auch, dass Ihr Hintermann nichts über die sexuellen Vorlieben wildfremder Ehemänner oder die Leidensgeschichten Ihrer Verwandtschaft erfahren will. Wer also in Begleitung reist, sollte sich in angemessener Lautstärke austauschen. Manche Themen sind nicht für das Flugzeug geeignet. Denn so richtig privat geht es auf so engem Raum nie zu. 

Rücksichtsvoll agieren

Sobald man die Lehne verstellen will, ist es höflich, den Hintermann kurz darüber zu informieren. So hat er eine Chance, sein Buch vor dem umstürzenden Kaffee in Sicherheit zu bringen und die Knie vor unnötigen Blessuren zu schützen. Wer den Kontakt vermeiden will, sollte zumindest ruckartige Bewegungen der Lehne vermeiden.

Ähnliches gilt auch in die vordere Richtung, denn spitze Knie sind für den Vordermann durch die Lehne deutlich zu spüren. Wer mit Kindern reist, sollte hier besonders sensibel sein. Dauertritte gegen die Lehne können auch kinderlieben Gästen den Flug verleiden.   

Andere haben auch Durst

Gerade in vollbesetzten Maschinen hat das Kabinenpersonal alle Hände voll zu tun, um alle Passagiere mit Getränken oder Essen zu versorgen. Wer seinen Drink in einem Zug leert, um sofort Nachschub zu verlangen, verhält sich wenig rücksichtsvoll. Also lassen Sie die Stewardessen zunächst alle Passagiere bedienen und fragen Sie erst dann nach einem weiteren Glas. Wer vor Durst umkommt, kann sich auch gleich zwei Becher bestellen. Das ist immer noch besser, als zur Unzeit wild mit den Fingern zu schnipsen.  

Taschenattacken verboten

Niemand mag es, den Bauch eines Mitreisenden im Gesicht zu spüren oder mit dem Inhalt fremder Taschen überschüttet zu werden. Daher ist es ein Gebot der Höflichkeit, nicht unnötig oder unnötig lange im Gepäckfach zu wühlen, gerade wenn der Gangplatz besetzt ist. Schon beim Einstieg sollte man darauf achten, dass das Handgepäck sicher verstaut ist. Noch schnell eine Tasche ins volle Gepäckfach zu quetschen, ist gefährlich. Bei Turbulenzen oder beim späteren Öffnen kann sie leicht herausfallen. Ihre Nachbarn werden es auch schätzen, wenn Sie sich vor dem Setzen überlegen, was während des Fluges griffbereit sein soll.

Alle News vom: 16. November 2012 Zur Übersicht: Reise

221 Meinungen zu "Gutes Benehmen im Flugzeug"

  • Maggilana
    Sonntag, 18.11.2012, 08:46 Uhr
    Als wir einmal nach England geflogen sind, kamen wir ins Flugzeug und andere Leute haben auf unseren Sitzen gesessen. Nachdem die nicht aufstehen wollten, sind wir zur Stewardess und die hatte auch keine Lust auf eine Auseinandersetzung mit diesen Leuten. Letztendlich haben sie uns ohne Aufpreis in der First Class sitzen lassen... Nur das Essen war trotzdem von der Economy Class.
  • Meisterdaumen
    Donnerstag, 12.01.2012, 16:14 Uhr
    LZ
  • jacaranda
    Mittwoch, 04.01.2012, 15:29 Uhr
    Also, wenn ich das alles so lese.... ich fliege viel, und dann meistens Langstrecke. Hin und wieder erlebt man solche Mitreisenden, ja, das stimmt, aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass auf den Überseeflügen das Verhalten der Mitfliegenden eigentlich wirklich Knigge angepasst ist. Bis auf die Aussage, dass das Flugzeug beim Aussteigen einer Müllhalde ähnelt, was mich jedes Mal wahnsinnig ärgert. Das macht man zu Hause doch auch nicht! Jedenfalls ist dieser Artikel mit den Regeln, so wie er geschrieben ist, sehr witzig, aber stimmig. Und solche dort beschriebenen Aussetzer erleben wir im normalen Leben auch täglich, da müssen wir nicht erst fliegen. Aber ist doch immer wieder mal gut als Anregung, auch bei sich selber zu schauen, was Rücksicht und tolerantes Verhalten unseren Mitbürgern gegenüber im Alltag angeht.:-)
  • geradezu
    Donnerstag, 27.10.2011, 15:28 Uhr
    Oh, oh, Humpelhund... frage mich, ob du selber Kinder hast. Habe gerade einen 10-Stunden-Flug hinter mir, bei dem drei abwechselnd weinende und schreiende Babys in unmittelbarer Nähe saßen. Mit taten eigentlich mehr die Kinder und vor allem deren Mütter leid. Ich hatte Ohrenstöpsel oder Kopfhörer. Die kleinen Mäuse aber haben Stress und wissen überhaupt nicht, was ihnen geschieht. Wie kann man da so herzlos sein? Und danyabad 1...Wer sagt denn, dass die Mütter in den Urlaub fliegen oder zu ihrem Vergnügen?!! Nicht jeder genießt den Luxus, nur zum Spaß zu fliegen. In meinem Falle waren es Angehörige der Streitkräfte, die einfach nur vom Einsatzort ihrer Männer zu ihren Familien nach Hause wollten.
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