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04.01.2012, 10:45 Uhr

Fliegen ist toll? – Aber es kann auch ganz schön nerven! in Kooperation mit WELT Online

Flugzeuge werden technisch immer ausgereifter. Das bedeutet aber noch nicht, dass auch das Fliegen mehr Spaß macht. Wir nennen Gründe, die eine Flugreise vermiesen.

Von Kira Hanser und Rita Schulze

Der amerikanische Billigflieger Spirit Airlines hat es vorgemacht. Wer mehr als eine schmale Aktentasche mit an Bord nimmt, wird für das Handgepäck zur Kasse gebeten: 35 US-Dollar.

Hintergrund ist, dass Passagiere zu viel Handgepäck mit an Bord nehmen und dann damit die Fächer über den Sitzen vollstopfen. Pech für die Spätzusteiger, deren Sachen dort verstaut werden, wo sich doch noch ein Fitzelchen Platz findet – das kann auch am anderen Ende des Fliegers sein.

Das Gepäck unter dem Sitz zu verstauen, nutzt auch nicht viel, denn wo soll man mit den Füßen hin? Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Billigflieger auch in Deutschland Gebühren für Handgepäck verlangen.

Steigende Ticketpreise: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für Flugtickets 2011 um knapp 20 Prozent gestiegen. Der internationale Luftfahrtverband IATA rechnet angesichts des Ölpreises mit weiter steigenden Preisen.

Gepäckgebühren: Manchmal hat man den Eindruck, dass der Koffer mehr als der Sitzplatz kostet. So hat die Billigairline Ryanair 2012 massiv die Gepäckgebühren erhöht: In der Hochsaison zahlt ein Passagier 100 Euro pro 15-Kilo-Koffer, falls der Passagier den Koffer nicht vorher online angemeldet hat. Wer schon im Voraus per Internet Angaben über sein Gepäck macht, kommt immerhin etwas günstiger davon: In der Hochsaison kostet das künftig 25 statt bisher 20 Euro.

Das Aufgeben von 20-Kilo-Koffern kostet in der Hochsaison am Flughafen sogar 105 Euro (vorher 50 Euro) und online nunmehr 35 Euro (vorher 30 Euro). In der Nebensaison zwischen Oktober und Mai steigen die Gebühren um bis zu 35 Euro. Damit nicht genug: Wer seine Bordkarte vergessen hat, muss bei Ryanair für die Neuausstellung am Flughafen künftig 60 Euro zahlen.

Viele Airlines steigen inzwischen auf das "Stückkonzept" beim Freigepäck um. Nur noch der erste Koffer fliegt gratis, der darf aber etwas schwerer sein als bisher. Dafür wird ein zweites aufgegebenes Gepäckstück richtig teuer. Seit 1. Juni gilt dieses in den USA übliche Konzept auch bei der Lufthansa: Der erste aufgegebene Koffer darf 23 Kilogramm wiegen, drei Kilogramm mehr als zuvor.

Wer jedoch ein zweites Gepäckstück aufgibt, wird zur Kasse gebeten. Nach der neuen Regelung werden für jeden zusätzlichen Koffer auf Flügen innerhalb Europas 50 Euro fällig, auf Langstreckenflügen 150 Euro. Für Passagiere der Businessclass gelten großzügigere Regeln: Hier können zwei Gepäckstücke bis jeweils 32 Kilogramm kostenfrei aufgegeben werden.

Luftverkehrssteuer: Seit dem 1. Januar 2011 wird in Deutschland beim Start von einem inländischen Flughafen eine Luftverkehrsabgabe erhoben. Sie beträgt pro Passagier acht Euro für Kurzstreckenflüge, 25 Euro für mittlere Strecken und 45 Euro für Langstreckenflüge.

Immerhin: Die umstrittene Luftverkehrssteuer wird 2012 etwas reduziert. Ab 1. Januar 2012 sollen dann im Inland und für Kurzstrecken statt bisher 8 Euro nunmehr 7,50 Euro fällig werden. Auf der Mittelstrecke wird der Aufschlag von 25 Euro auf 23,43 Euro sinken, für Fernziele auf 42,18 Euro.

Zuschläge bei Kreditkartenzahlungen: Ab dem 12. Januar kostet eine Kreditkartenzahlung bei der Fluggesellschaft Air France-KLM für Flüge innerhalb Europas 7,50 Euro und 15 Euro für Strecken außerhalb Europas. Keine Zusatzgebühr erhebt die Airline bei Zahlungen per Überweisung, Barzahlung oder EC-Karte.

Für Lufthansa-Kunden, die mit der Kreditkarte zahlen, sind Flüge innerhalb Deutschlands bereits seit dem 2. November um 5 Euro teurer, innerhalb Europas um 8 Euro und auf der Langstrecke um 18 Euro. Die Regelungen gelten für sämtliche Konzernmarken wie Lufthansa, Swiss, BMI, Brussels Airlines und Austrian. Weitere Luftfahrtgesellschaftenwollen dem Beispiel folgen.

Enge Sitzabstände: Ohnehin bieten die durchschnittlichen 43 Zentimeter Sitzbreite und knapp 80 Zentimeter Abstand zum Vordermann in der Economyclass nicht gerade viel Platz. Jede Airline versucht, so viele Sitze wie möglich in ihre Maschinen zu bauen. Viele Fluggesellschaften tüfteln mit Herstellern an noch ergonomischeren Sitzen, um Gewicht und Platz zu sparen. So hat zum Beispiel Air France mehr als 20 Millionen Euro in die engere und auch leichtere Bestuhlung der Kurzstreckenflotte investiert.

Bisher galt als einzige Alternative: nach einem Sitz am Notausgang fragen. Doch diese beliebten Plätze mit mehr Beinfreiheit gibt es inzwischen bei einigen Fluggesellschaften auch nur noch gegen Aufpreis. Sie verlangen für die Reservierung der "Preferred Seats" Extragebühren – wie Air Berlin, Tuifly und Condor. Die Kosten liegen zwischen 10 und 60 Euro pro Flugstrecke.

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Eine noch kostspieligere Möglichkeit ist, eine Premium-Economyclass mit mehr Sitzabstand zu buchen. Fluggesellschaften wie Condor, Tuifly, Air France bieten dort mehr Platz gegen Aufpreis an. Bei Air France kostet zum Beispiel der "Sitzplatz Plus" auf der Strecke Frankfurt – Orlando 70 Euro mehr – für ein paar Zentimeter.

Kerosinzuschläge: Mit dem steigenden Ölpreis wird auch das Fliegen teurer. Viele Airlines erhöhen kontinuierlich den Kerosinzuschlag. Bis zu 40 Prozent der Kosten für Fluggesellschaften fallen für den Einkauf von Treibstoff an. Die steigenden Ölpreise werden in Form von Kerosinzuschlägen an die Passagiere weitergegeben.

Auch die Lufthansa erhöhte gerade zum 15. Dezember ihre Kerosinzuschläge. Für innerdeutsche und innereuropäische Strecken steigt der Aufpreis um 3 auf 31 Euro pro Strecke. Der Zuschlag für interkontinentale Verbindungen erhöht sich um 5 bis 10 Euro auf 102 bis 122 Euro pro Strecke. Damit erhöht Lufthansa zum dritten Mal in diesem Jahr ihre Kerosinzuschläge. Begründet wird die Maßnahme mit den stark gestiegenen Treibstoffkosten.

Auch der Ferienflieger Condor will ab Januar 2012 einen Kerosinaufschlag verlangen. Für die Nahstrecke ist ein Aufschlag von 16 Euro geplant, für die Mittelstrecke werden 25 Euro fällig, für die Fernstrecke 40 Euro.

© WELT Online

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92 Meinungen zu "Das alles vermiest die Flugreise"

  • Rennsemmel1
    Freitag, 06.01.2012, 16:28 Uhr
    Oby Es soll ja auch Leute geben, die nur von München nach Frankfurt fliegen.......
  • Oby
    Freitag, 06.01.2012, 08:11 Uhr
    Dann bleibt doch im eigenen Land .
  • livius
    Donnerstag, 05.01.2012, 10:19 Uhr
    90% der Flüge sind unnötig.von Wien nach paris von Berlin nach Prag von London nach ...was weis ich .....wozu ? diese innere unruhe der menschen wozu ? ich spreche nicht von wichtigen Geschäftsreisen,sondern von Wochenende-Flügen kreuz+Quer durch Europa.Millionen von Menschen bewegen sich Wochenende für W....für was...Ach ja na klar Geschäft alles muß ein geschäft sein,sind Wir noch zu retten ? und unsere Umwelt geht den bach hinunter....wem Kümmerts in wahrheit,niemand,ein paar Alibihandlungen,sofort die Drohung um die Arbeitsplätze und das wars und wieder geht die Welt ein stückerl den bach hinunter...was werden unsere Urenkerl über uns mal sagen<wen es sie überhaupt noch geben wird>
  • mario64
    Donnerstag, 05.01.2012, 08:40 Uhr
    Jammer mecker läster...die Deutschen kommen!
  • azteke9
    Mittwoch, 04.01.2012, 17:54 Uhr
    leo, direktflüge sind oft mit ZWISCHENLANDUNGEN verbunden. ohne zwischenlandung sind es non-stop-flüge
  • Saxet
    Mittwoch, 04.01.2012, 17:45 Uhr
    @leo48 Da hast du aber einen harten Flug hinter dir. Das ist fast wie sterben. Aber anders geht es anscheinend nicht mehr.
  • leo48
    Mittwoch, 04.01.2012, 17:37 Uhr
    @kleinmesse Musste lange auf die erwartete Antwort warten...
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