"Revolution price!" - Ägypten fehlen die Touristen
Vor dem abgefackelten Haus sitzt ein Pharao. Als wäre nichts passiert. Die Hände ruhen auf den Oberschenkeln, steinern, für immer. Kein Protest scheint der Statue im Vorgarten des Ägyptischen Museums in Kairo etwas anhaben zu können. Auch wenn der Brand der Parteizentrale des gestürzten ägyptischen Machthabers Husni Mubarak gefährlich nahe an die Schätze des Museums gekommen ist. Der Tahrir-Platz liegt von hier nur einige Meter entfernt. Hier begann vor einem Jahr die Rebellion, die das Land umgewälzt hat - und die Touristen immer noch verschreckt.
Seitdem herrscht auch im Ägyptischen Museum eines: Leere. Wo Reiseführer beschreiben, wie sich die langen Schlangen an den Schaltern am besten vermeiden lassen (im Morgengrauen kommen!), hat sich nun nur ein Pärchen verloren.
Ähnliche Szenen an den Pyramiden von Gizeh, sonst wohl eine der überlaufensten Sehenswürdigkeiten der Welt. Kaum Touristen. Kaum Geschäft für die Kameltreiber, Kutschenfahrer und Plastikpyramiden-Verkäufer. "Revolution price, cheap cheap", rufen sie denen im Chor zu, die dennoch gekommen und nun dem Ansturm der Verkäufer noch geballter ausgesetzt sind.
Der Arabische Frühling hat dem Sektor nach Angaben des Tourismusministeriums im vergangenen Jahr Einbrüche von einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr beschert. Das Geschäft mit den Urlaubern ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Ägypten. Auch wenn die Reiseveranstalter überzeugt sind, dass sich der Tourismus wieder erholen wird, wirkt das vor Ort anders. Für viele Ägypter ist das eine Katastrophe.
Nicht nur in Kairo, wo die Proteste immer wieder aufflammen, fehlt zahlungskräftige Kundschaft. Talat Mulah sitzt in seinem Camp am Rande der Weißen Wüste, von seinem Korbstuhl bis zum Tahrir-Platz sind es rund 400 Kilometer. Doch fühlt sich Talat so, als würden die Protestierenden direkt in seinem Eden-Camp stehen. "Es kommen keine Touristen mehr. Die denken, ganz Ägypten ist gefährlich. Aber hier passiert rein gar nichts, kein einziger Demonstrant ist hier", sagt er und inhaliert den parfümierten Rauch seiner Wasserpfeife.
Was er von der Idee der Revolution hält? "Phh", sagt Talat und deutet auf ein paar halbfertige Bungalows, die er eigentlich vergangenes Jahr fertigbauen wollte. "Kein Geld mehr", sagt er. Jeder Tote, jedes Bild von Gewalt auf dem Tahrir bedroht auch seine Existenz. Sein Bruder Mohammed sieht es ein wenig optimistischer: "Für uns ist es schwer, für unsere Kinder gut."
Es ist gerade Hochsaison, in der normalerweise Touristenbusse Menschenmassen im Sekundentakt ausspucken. "Es tut einem leid für die Menschen hier, aber für uns ist es das Paradies", sagt Rosalia Saavedra aus Spanien, die schon oft in Ägypten war. Sie schwärmt von Luxor, wo sie dieses Mal praktisch alleine durch das Tal der Könige wandern konnte.
Auch am Tempel von Hatschepsut schleppen sich nur ein paar japanische Touristen in der Hitze die Treppen zu dem kolossalen Gebäude hoch. Mohammed sitzt in seinem Souvenirladen im Souk von Luxor, auch hier wieder der Hinweis: "Revolution price!", beim Nachbarn steht auf einem Schild sogar schon "Recession price".
Ausschlaggebend, ob die Touristenscharen wiederkommen, wird die politische Entwicklung des Landes sein. Der Sieg der Islamisten und Berichte, wonach in Ägypten eine Religionspolizei nach saudischem Vorbild und ein Bikini-Verbot eingeführt werden sollen, dürften die Reisenden allerdings weiter eher skeptisch stimmen. Auch günstige Revolutionspreise helfen da nicht.
9 Meinungen zu "Pyramiden ganz für sich allein?"
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ruggerom007
Donnerstag, 26.01.2012, 12:18 Uhr Die Ägypter haben sich für eine islamistische Regierung entschieden. Diese Leute sind gegen den Westen!Mein Geld bekommen die nicht dann beten Sie zu Alah und hungern halt. Jeder kriegt das was er verdient!!!! -
ichkennalle
Mittwoch, 25.01.2012, 17:31 Uhr derderkommandiert och, ichhabe auch kein problem damit, ganz unanonym auge in auge jemand zu sagen, dass in meinen augen gläubige jeder waffengattung einfach, nun ja, sagen wir mal vorsichtig eingeschränkt im denken sind. warum, wissen wir! kindergärten, koranschulen, da wird jeglicher kritischer verstand vernichtet. oder will hier wirklich jemand behaupten, es gäbe einen gott oder allah? mohammed war 40 tage in der wüste..... alter, nach der zeit bis du so dehydriert, da hörst und siehst du alles! ausserdem war er erwiesenermassen analphabet. dazu kommt noch, dass grosse teile des ach so einmaligen korans in älteren schriften wieder entdeckt wurden. also auch hier, genau wie übrigens beim christlichen glauben, copy and paste! glauben, religion, das sind instrumente, um "gläubige" (= dumme?) dazu zu bringen, geld ranzuschaffen, macht auszuüben! solange diese scharlatane der grossen religionen, diese bärtchenträger oder angeblichen vertreter gottes auf erden nicht verschwinden, solange gibt es die kriege der dummen! es gibt auf dieser welt genug zu tun, aber leider gibt es da ein paar unwerte menschen, die alles kaputt machen. zum einen die kapitalisten dieser welt, zum anderen die gläubigen! für mich sind islam und christentum zeitmaschinen, die die menschen ins mittelalter befördern! -
Internetrambo
Mittwoch, 25.01.2012, 14:01 Uhr Ich habe es damals schon in meinem Artikel gesagt das die nur ein neuer Pharao retten kann und nicht die Mildtätigen Großkonzerne oder Politiker dennen schon der Geifer aus dem Maul sabbert ob der Dummen neuen Melkschafe die da planlos durch die Gegend springen und um die Pyramiden schleichen . -
derderkommentiert
Mittwoch, 25.01.2012, 12:46 Uhr Also ich zum Beispiel gehe gerne in solche Länder in die Ferien, weil ich dort viel interessantes, aber garantiert keine BBU-Typen antreffe. Und ichkennalle ist schon wieder einer von der Sorte, die davon leben, dass sie im Internet anonym alles schreiben dürfen, ohne die Konsequenzen dafür tragen zu müssen. Glauben sie wenigstens. -
ichkennalle
Dienstag, 24.01.2012, 17:07 Uhr das grosse problem ist der glaube..... glücklicherweise nimmt hier ein grosser teil der bevölkerung die kirche nicht mehr für voll.... obwohl viele inkonsequent sind und weiter mitgleid bei der trachtengruppe bleiben. auch gibt es jede menge fischaufdemkofferraumdurchdiegegendfahrer, die etwas seltsam sind, weil sie halt die gehirnwäsche, die die kirche bei ihnen durchgeführt hat, nicht leugnen können. das alles ist aber nichts gegen die menschen, die im islam gefangen sind! schlimmer gehts nimmer! mittelalter...... schlimm! das kriegt man auch nicht mehr hin, erst muss jemand klipp und klar überzeugen können, dass dieser ganze mumpitz mit jesus, allah, gott, mohammed.... kompletter schwachfug ist! aber bring das mal einem moslem bei, der dich gleich umbringt, nur weil du aus versehen den koran ins altpapier geworfen hast! ;-)))))))))))))))))))) -
Cooller
Dienstag, 24.01.2012, 16:46 Uhr War das Revolution? ich denke das war ein oder sogar mehr Schritte zurück in die Richtung Steinzeit
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zu Reise
Der Countdown zur EURO 2012 läuft...


