Deutsche lassen sich Urlaub von der Krise nicht vermiesen
Die große Mehrheit der Bundesbürger reist trotz der Krise weiter gerne in die Ferne. 61 Prozent fahren auch in entfernte Länder, nur 32 Prozent schränken sich in ihren Urlaubsplänen ein. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa unter rund 1000 Menschen ab 18 Jahren. Vor allem für Jüngere spielt die Krise bei ihren Reiseplänen keine Rolle: 73 Prozent der 18- bis 24-Jährigen verzichten deshalb nicht auf weite Urlaubsreisen.
In Berlin haben an diesem Mittwoch (20. Juni) die Sommerferien begonnen. Für Brandenburg und Hamburg startet die schulfreie Zeit am Donnerstag, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ziehen zum Wochenende nach. Viele Menschen starten dann in den Urlaub.
62 Prozent der Befragten legen der Umfrage zufolge im Urlaub Wert darauf, neue Städte und Kulturen kennenzulernen. Für 36 Prozent spielt das in einem gelungenen Urlaub hingegen keine Rolle. Besonders wichtig ist das jungen Menschen: Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es 67 Prozent, bei den über 55-Jährigen rund 58 Prozent.
Sommer, Strand und Party sind hingegen nur für 28 Prozent der Befragten ein Muss. Mehr als zwei Drittel verbringen ihre Zeit im Urlaub lieber anders. Bei den jungen Deutschen zwischen 18 und 24 ist es in der freien Zeit für 47 Prozent wichtig, am Strand zu liegen und zu feiern, bei den 25- bis 35-Jährigen für 39 Prozent.
All-Inclusive-Urlaub will nur knapp die Hälfte der Befragten machen. 46 Prozent freuen sich besonders auf die Rundum-Versorgung mit Essen, Trinken und Unterhaltungsprogramm. 51 Prozent stimmen dem eher nicht oder überhaupt nicht zu.
Sport ist für fast jeden zweiten Bundesbürger im Urlaub wichtig. 45 Prozent legen Wert darauf, 52 Prozent können während der Ferien gut auf Bewegung verzichten. Männer sind im Urlaub der Umfrage zufolge aktiver als Frauen. Für 51 Prozent von ihnen gehört Sport zu einem gelungenen Urlaub, bei den Frauen sind es nur 39 Prozent.
Service:
Für die Erhebung wurden in Deutschland zwischen dem 15.06.2012 und dem 18.06.2012 1.028 Menschen ab 18 Jahren befragt.
Ferien: Pro & Contra
Endlich Ferien. Und nun: "Die Seele baumeln lassen", wie es so schön heißt. Aber Ferien haben auch Schattenseiten. Ein nicht repräsentatives Pro & Contra:
PRO
- Ausschlafen
- Pommes rot-weiß im Freibad
- Bei der Oma auf dem Land gibt es kein Internet. Und damit keine Diskussionen mehr, ob zehn Stunden Facebook am Tag nicht ein bisschen viel sind
- Endlich die Neuübersetzung von "Krieg und Frieden" lesen. Oder zumindest im Strandkorb so tun
- Busse, U- und S-Bahnen sind leer. Auf den Vierer-Plätzen machen sich keine schnatternden Teenager mehr breit
- Der kulturelle Horizont erweitert sich: Wo geht es zur Kapelle von Le Corbusier / zu den Uffizien / in die größte Tropfsteinhöhle Deutschlands?
- Wochenlang nicht "Mahlzeit!" hören
- Der Geruch von Sonnenmilch
- Kein Schulstress = weniger Streit in der Familie
- Im Hotel: Endlich nicht mehr selbst einkaufen, kochen und abwaschen
CONTRA
- Der Stau vor dem Ziel und das "Wann sind wir endlich da?"-Gequengel
- Die kleine Schwester / der kleine Bruder nervt auf dem Auto-Rücksitz
- Möbel in der Ferienwohnung sind gerne mal reif für den Sperrmüll, besonders die Matratzen
- Das schlechte Öko-Gewissen beim Flug nach Australien
- Das frühe Aufstehen, um eine freie Liege am Hotelpool zu ergattern
- Sonnenbrand trotz Schutzfaktor 50
- Sand in den Schuhen
- Eine angeknackste Beziehung wird im Urlaub meist nicht besser
- Ferien sind so schnell vorbei
- Nachher stapelt sich die Arbeit auf dem Schreibtisch
1 Meinungen zu "Wegfahren muss einfach sein"
- Weltreise
- Familienurlaub
- Kreuzfahrten
- Urlaub mit Kind
- Hotel Hamburg
- Reisezubehör
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