Tegernsee (dpa/tmn) - Das bayerische Oberland ist für seine deftige Küche und sein gutes Bier bekannt. In der Region um Tegernsee und Schliersee bekommt der Gast Einblicke in die traditionelle Küche: bei einem Knödeldiplom und einem Weißwurstseminar.

Knödel sind so eine Wissenschaft für sich. Aus Kartoffeln gibt es sie, halb und halb, Semmelknödel, Serviettenknödel - und noch eine ganze Reihe mehr. Michaela Schmitz-Guggenbichler liebt Knödel. Sie kocht sie leidenschaftlich gern und ist mit ihnen aufgewachsen. Und seit ein paar Jahren lehrt die Hotelfachfrau ihre Gäste, wie man ordentliche bayerische Knödel zubereitet, in der Küche ihres Hotels in Birkenstein unweit des Tegernsees.

"Knödelkochen ist ja eigentlich das Einfachste der Welt", sagt Schmitz-Guggenbichler zu Beginn ihres Knödelseminars. Denn Knödel sind nichts anderes als die Resteverwertung vergangener Tage. "Alte Semmeln oder Brez'n konnte man hervorragend nehmen, Eier und Milch hatte man immer daheim." Die Semmelknödel bereitet sie mit ihren Seminarteilnehmern in verschiedenen Varianten zu: als Speckknödel, Kaspressknödel und als Spinatknödel.

Knödel zuzubereiten, hat viel mit Gefühl zu tun. "Da muss man den richtigen Griff entwickeln", sagt die Expertin. Während Speck- und Spinatknödel gute 20 Minuten in heißem Salzwasser gekocht werden, kommen die Kaspressknödel in reichlich Fett in die Pfanne. Sie sehen später eher wie Frikadellen als wie kugelrunde Knödel aus.

Dann geht es ans Kochen und Braten. Die Köchin zeigt den Löffeltrick, mit dem Grießnockerl als Suppeneinlage in Form gebracht werden. Sie instruiert die Hobby-Köche, wie das Salzwasserbad für die Knödel temperiert sein muss, damit sie ihren vollen Geschmack entfalten können. Danach bleibt nur noch ein fünfgängiges Knödelmenü. Gemeinsam verspeist, mit viel Sachverstand und Spaß verkostet.

Den Namen "Wuidara" hat sich der Metzger und Event-Organisator Klaus Niedermeier in Sonnenreuth gegeben. Er bringt Gästen bei, wie eine Weißwurst zubereitet und vor allem, wie sie verspeist wird.

Niedermeier geht mit seinem Vater - ebenfalls Metzger - und den Freiwilligen ans Werk. Die Fleischmasse muss in den Darm, das ist nicht so einfach. Aber spätestens bei Weizen, Brez'n und selbstgemachter Wurst ist die Stimmung an dem langen rustikalen Holztisch in der Stube wieder bestens.

Der Tegernsee und der nahegelegene Schliersee sind eine Genussregion - aber nicht nur, weil sich hier zahlreiche Sterneköche angesiedelt haben und für viel Geld sehr gutes Essen zubereiten. Es sind vor allem die traditionellen bayerischen Gerichte, die Gäste wie Einheimische gern auf dem Teller haben. Und deren Zubereitung sie lernen wollen. Knödel und Weißwürste, das einzigartige Bier aus dem herzoglichen Bräustüberl, die den Biergarten direkt am Seeufer hat.

Und dann sind da noch zwei Brüder am Schliersee, die in der Destillerie Lantenhammer Single Malt herstellen. Der Slyrs-Whisky wird seit 1999 hergestellt und hat sich inzwischen weit über die Grenzen des Oberlandes einen Namen gemacht hat. Gespannt sind alle auf das nächste Jahr: 2015 ist der erste zwölfjährige Whisky gereift.

Genussregion Tegernsee/Schliersee

Anreise: Die Region Tegernsee/Schliersee ist von München aus in einer knappen Stunde mit dem Auto zu erreichen. Die Bayerische Oberlandbahn fährt von München aus nach Schliersee, Tegernsee und Gmund.

Unterkunft: Vom einfachen Campingplatz bis zu luxuriösen Hotels am Ufer gibt es am Tegernsee und am Schliersee zahlreiche Unterkünfte.

Informationen:Alpenregion Tegernsee Schliersee, Hauptstraße 2, 83684 Tegernsee, Tel.: 08022/92 73 890, E-Mail: info@tegernsee-schliersee.de© dpa