Der Koffer fliegt nicht mit: Wer derzeit mit Malaysia Airlines von Kuala Lumpur nach Europa reist, der muss auf sein Gepäck verzichten. Starken Gegenwind und einen dadurch erhöhten Spritverbrauch gibt die Fluggesellschaft als Grund an.

Trotz Negativ-Schlagzeilen gab es 2015 sehr wenige Zwischenfälle.

Eigentlich ist Gegenwind ein Problem, das der Pilot im Cockpit zu lösen hat. Doch nun betrifft der Luftwiderstand konkret auch die Passagiere von Malaysia Airlines. Sie dürfen auf bestimmten Routen zwischen Asien und Europa derzeit kein Gepäck einchecken, weil besonders starke Winde pusten. In einer Erklärung auf der Website gibt das Unternehmen an, die Regelung gelte aktuell für den 5. und 6. Januar und für Flüge von Kuala Lumpur nach Amsterdam und Paris.

Zuvor war auch die Verbindung nach London betroffen, die Begrenzung bei den entsprechenden A380-Flügen ist hier aber bereits wieder aufgehoben worden.

"Ungewöhnliche" Windverhältnisse als Grund

Für ein Foto wagt sich dieser Mann an den Abgrund eines Wasserfalls.

Durch die "für die Saison ungewöhnlichen" Windverhältnisse verlängere sich die Reisezeit und mehr Treibstoff werde gebraucht, heißt es auf der Website der Fluggesellschaft. Aus "Sicherheitsgründen" müsse die Airline daher das Gepäck limitieren.

Erlaubt seien in der Economy-Klasse lediglich sieben Kilogramm Handgepäck, in der ersten und Business-Klasse 14 Kilogramm. Koffer und Reisetaschen dürften nicht mehr im Laderaum der Maschinen transportiert werden. Das Gepäck könne zwar eingecheckt werden, werde aber mit anderen Flugzeugen transportiert und komme deshalb später am Zielort an. Wie viele Passagiere betroffen sind, steht laut der "Malay Mail Online" derzeit nicht fest.

Airline gebeutelt von Katastrophen

Malaysia Airlines fliegt aus der Hauptstadt Kuala Lumpur nicht nur die europäischen Metropolen Paris, London und Amsterdam an, sondern auch Brüssel und Rom, nicht aber Frankfurt.

Die staatliche Fluggesellschaft von Malaysia hat in den vergangenen Jahren zwei schlimme Katastrophen erlebt: Flug MH17 war im Juli 2014 über der Ukraine abgeschossen worden. 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Alle Airlines änderten daraufhin die Flugrouten, um den Luftraum über der Ukraine zu meiden. Vier Monate vorher war Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach dem Wrack wird bis heute gesucht.© SPIEGEL ONLINE

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