Sparsamkeit hat seinen Preis. Das gilt auch fürs Fliegen, zumindest auf der Kurz- und Mittelstrecke. "Worauf würden Sie beim Fliegen verzichten, wenn Sie dafür weniger für das Ticket bezahlen müssten?", lautete die von der Flugsuchmaschine Fly.com in Auftrag gegebene repräsentative Studie bei TNS Emnid Umfrage.
Die Streichliste der Deutschen macht selbst der knauserigsten Discount-Airline Ryanair alle Ehre, deren Geschäftsführung schon mal laut darüber nachgedacht hat, den Co-Piloten am Boden zu lassen.
Flugbegleiter verzichtbar
Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) wäre demnach bereit, auf Flugbegleiter zu verzichten, obwohl sie für die Sicherheit an Bord sorgen. Sex-Appeal hin, Sex-Appeal her, offenbar hat das Image der Stewards und Stewardessen so gelitten, dass viele Passagiere sie nur noch despektierlich als "Saftschubsen" und "Luftkellner" ansehen.
Dabei sind Flugbegleiter gesetzlich vorgeschrieben in der EU. Cornelia Cramer, Sprecherin des Luftfahrt-Bundesamtes, sagt: "Auf Flugbegleiter kann gar nicht verzichtet werden. Vorrangige Aufgaben sind in allererster Linie Sicherheitsaufgaben – von der Sicherheitsunterweisung der Fluggäste, über die Leistung der Ersten Hilfe bis hin zur Durchführung der Notevakuierung. Ab mehr als 19 Fluggastsitzen muss ein Flugbegleiter mit an Bord sein. Danach staffelt sich das Ganze entsprechend der Größe des Flugzeuges." Faustregel: Ein Flugbegleiter pro 50 Fluggastsitze.
Offenbar haben das viele Fluggäste vergessen. Deshalb ist es stimmig, dass 82 Prozent der Befragten auf Tomatensaft an Bord verzichten würden. Ob auch auf andere Getränke, wurde nicht gefragt. Ist aber wahrscheinlich, weil niemand mehr da wäre, um mit dem Servicewagen durch den Gang zu rollen und nach Getränkewünschen zu fragen.
Auch Spucktüten entbehrlich
Die Wahrscheinlichkeit, in Turbulenzen zu kommen, halten viele Deutsche offenbar für so gering, dass 55 Prozent angaben, Spucktüten im Flieger entbehren zu können. Eine mitgebrachte Discounter-Tüte tut es auch. Auch könnte man das kostenlose Bordmagazin zu einem Trichter rollen. Unhygienisch, aber geizige Deutsche denken nun mal vor allem an ihren Vorteil und ihr Geld.
Wer wenig trinkt, isst und spuckt, braucht demnach logischerweise auch keine Bordtoilette. 13 Prozent der Befragten könnten auf ein WC im Flieger verzichten. Wenn es dann doch pressiert, kann man ja eine aufrollbare Notfall-Toilette mitnehmen und den Nachbarn derweil bitten, in die andere Richtung zu gucken. Beim Discount-Fliegen muss man eben öffentliches Urinieren hinnehmen, alles andere sind bloß Petitessen.
Nicht ohne Kapitän
15 Prozent der Befragten wären sogar offen für ein flexibles Ziel – sofern die ungefähre Reiserichtung stimmt. Also "Richtung Süden" zum Beispiel, den Rest per Anhalter. 14 Prozent ließen zudem ihr Reisegepäck gleich daheim, und zehn Prozent würden sogar im Stehen fliegen.
Nur auf den Piloten möchten die meisten dann doch lieber nicht verzichten: Lediglich drei Prozent der Bundesbürger flögen ohne Kapitän. Dabei lassen sich Flugzeuge bereits heute allein über den Autopiloten steuern.
Weitere Sparvorschläge könnten sein: Verzicht auf die Armlehnen (dann muss man sich auch nicht drum rangeln) und auf Klapptischchen – es gibt ja ohnehin nichts zum Essen und Trinken, was man abstellen könnte.
Eine Utopie ist diese repräsentative Fluggastumfrage freilich nicht. Die amerikanische Billig-Airline Spirit Airlines hat längst kostenloses Handgepäck und kostenloses Trinkwasser abgeschafft. Dort gibt es nur noch Eiswürfel gratis.
5 Meinungen zu "Tausche Klo gegen Billigticket"
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Alleswissenderhochdrei
Mittwoch, 23.01.2013, 11:56 Uhr Ich kanns mir leisten: Mit easyJet. Hamburg > London / oder Manchester; meist unter € 40,- (man sollte ca. 1-2 Wochen buchen) ca. 15 x Jahr. SO macht fliegen Spaß. SEHR guter Service, tolle Buchungsseite im Internet. Perfekt ! Armin Pfaffe, London, UB3 3DH / United Kingdom -
J21
Dienstag, 15.01.2013, 17:16 Uhr mal schaun was diese menschen zb. nach einem 14 stunden flug sagen... unglaublich... wenn man sichs nicht leisten kann sollte man zu hause bleiben... -
Alleswissenderhochdrei
Donnerstag, 04.10.2012, 12:08 Uhr Wer braucht schon teure Fluggesellschaften ? Niemand, definitiv niemand muß teure Gesellschaften nutzen. Ich fliege ca. 15 x jährlich mit easyJet; da kostet Hamburg > London ca. € 40,- Die Lufthansa z. B. kassiert dafür € 280,- für dieselbe Strecke. Für den Mehrpreis gibts ein Brötchen und ne Banane zu essen. Mir ist nicht klar, wer so bekloppt ist, und auch nur eine Mark; in diesem Fall ca. € 240,- freiwillig mehr bezahlt. Aber die blöden sterben nie aus; deren Flugzeuge, und die der anderen teuer-lines sind immer voll. Ryanair hat zweifelsohne den Ruf der sog. Billigflieger ramponiert. Trotzdem immer noch als gut einzustufen. Allerdings schlechter als easyJet (ich arbeite nicht dort, bekomme für Werbung keine Provision), denn bei easyJet darf das Boardcase größer sein (56x46x25) und bis 25 Kg. wiegen. Laptop unterm Arm, was braucht man mehr ? Ich bleib bei easyJet; die sind sind sogar noch deutlich günstiger als andere Billigflieger. Immer pünktlich, sehr freundliches Bord-Personal, neuwertige Flugzeuge, ne tolle Internet-Buchungsseite, und das Gewicht vom Bordcase ist (im Gegensatz zu allen anderen Fluggesellschaften) nicht limitiert. Die teuren sollen doch pleite gehen, die haben die Entwicklung des Marktes vollkommen verpennt. Wer meint, das nur weil er das 3, oder 6-fache mehr bezahlt hat, sicherer fliegt, der muß besonders blöde sein. ALLE Gesellschaften und deren Flugzeuge und Besatzung werden in Europa SEHR genau geprüft; unterliegen höchsten Anforderungen. Die Markt-Entwicklung geht eindeutig zu billigeren Tickets. Ich z. B. will NUR ankommen. Die Callas an Bord im Gang trällernd, 4-Gänge Menues deren Wert unter 3 Euro liegen oder Schuhputz-Service; darauf kann ich verzichten. Wäre es möglich noch mehr zu sparen, tät ich auch auf eine Toilette verzichten, oder im Stehen mitfliegen. Für mich zählt NUR der Preis. Und für noch billiger würde ich sogar an Bord servieren, oder das Flugzeug putzen. -
Grabor
Mittwoch, 20.06.2012, 09:48 Uhr Geiz ist geil und Hirn ist teuer ... Mehr kann man dazu nicht sagen -
LouBrous
Dienstag, 19.06.2012, 16:25 Uhr Und dann bauen wir noch ein paar Pedale ein, dann kann man nämlich auch den teuren Treibstoff weglassen und dann tretten wir die Turbinen an ! Und wieder ein paar Euro billiger!!!
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