Hier zählt jeder Zentimeter: 120 Zentimeter breit, 210 Zentimeter lang und 125 Zentimeter hoch. Chinas neues Kapselhotel hat mitten in Xian eröffnet, der Stadt mit der berühmten Terrakotta-Armee. Das "Xian Youth Capsule Hotel" ist mit 92 orangefarbenen Schlafzellen ausgestattet.
Jede Kapsel bietet gerade mal 2,56 Quadratmeter Platz. Trotzdem passt neben die Matratze auch noch eine Frisierkommode, ein Klapptisch, Tresor sowie ein ausklappbares Fernsehgerät hinein. Außerdem gibt es kostenloses W-LAN: Wer nicht schlafen kann, surft im Internet.
"Schnarchen Sie?"
Bei der Anmeldung werden die Gäste gleich gefragt: "Schnarchen Sie?" Und wenn ja, wie laut: Für notorische Schnarcher gibt es nämlich ein separates Abteil, damit die anderen Schläfer sich nicht belästigt fühlen.
"Das Hotel ist gerade bei jungen Urlaubern, vor allen Studenten, beliebt," sagt Hotel Mananger Xu Meijiang. Eine Kapselnacht kostet umgerechnet ab 8,60 Euro; es gibt Abteile für alleinreisende Männer und für alleinreisende Frauen. Das Hotel liegt am Wanda Plaza im Xincheng District, 500 Meter südlich des Hauptbahnhofs. Es kann über Hotelportale gebucht werden.
Zwar hatte 2011 in China bereits ein Kapselhotel in Shanghai eröffnet, doch es musste nach wenigen Tagen aus Sicherheitsgründen geschlossen werden: Die 68 Übernachtungs-Kapseln entsprachen nicht den Brandschutzbestimmungen.
Stattdessen eröffnete in einem Pekinger Außenbezirk ein erstes Kapselwohnungsgebäude, nicht für Hotelgäste, sondern für Mieter. Huang Rixin, ein 78-jähriger ehemaliger Ingenieur ,entwarf das Gebäude mit acht Kapseln, um die Wohnungsnot der Metropole zu lindern. Die Kapseln sind nur zwei Quadratmeter groß.
Klaustrophobische Metallkästen in Peking
Die Miete ist günstig, sie beträgt 25 bis 30 Euro pro Monat. Trotzdem flüchteten die ersten Testbewohner aus den klaustrophobischen Metallkästen, in denen man kaum stehen kann. Viel mehr als ein Bett passt nicht rein, das Kopfteil lässt sich zur Sitzgelegenheit umwandeln. Immerhin gibt es einen Anschluss für einen Fernseher und Zugang zu W-LAN.
Fehlende Privatsphäre
In Japan haben Kapselhotels, kapuseru hoteru genannt, eine lange Tradition. Bereits 1979 wurden die ersten billigen Schlafboxen in Osaka eröffnet. Oft werden sie auch als Sarghotels bezeichnet.
Normalerweise haben diese winzigen Plastikkabinen auch keine richtige Tür, lediglich ein Vorhang trennt sie von den Gemeinschaftsräumen mit Waschbecken und Toiletten. Deshalb gibt es auch so gut wie keine Privatsphäre. Ohne Ohrenstöpsel ist der Lärm normalerweise nicht auszuhalten.
Frühstück gibt es auch keines, dafür aber oft Snack-Automaten. Das Gepäck wird in Garderobenschränken verstaut.
Betrunkene "Gepäckstücke"
Die meisten Hotels liegen oft in der Nähe von Bahnhöfen und in Rotlichtvierteln. In vielen japanischen Kapselhotels können nur Männer übernachten. Typische Gäste sind Pendler, die ihren Zug verpasst haben, und sturzbetrunkene Geschäftsleute, die es nicht mehr nach Hause schaffen oder sich nicht trauen. Deshalb werden diese verkaterten Gäste auch scherzhaft "Gepäckstücke" genannt, weil ihre Ehefrauen sie am nächsten Morgen wie ein liegen gebliebenes Paket wieder abholen.
"Living in a box" wird immer populärer: Inzwischen gibt es in Japan auch moderne und schicke Kapselhotels, die oft größer sind und mit Türen und Klimaanlagen ausgestattet sind. Für Frauen gibt es separate Abteile wie zum Beispiel im "Nine Hours" in Kyoto ( http://9hours.jp), ab umgerechnet 46 Euro pro Nacht.
Schlafboxen am Münchner Flughafen
Die Kapselhotel-Idee ist bereits nach Europa geschwappt: Die ersten Schlafboxen gibt es an den Flughäfen München ( www.napcabs.net), an den Londoner Flughäfen-Heathrow und Gatwick sowie Amsterdam-Schiphol ( www.yotel.com), die auch stundenweise gemietet werden können.
So kostet ein Nickerchen in der "Napcap" am Münchner Flughafen ab zehn Euro pro Stunde. Es handelt sich um fensterlose Einzelkabinen.
33 Meinungen zu "Mini-Hotelzimmer: Billig und in"
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strathmann
Montag, 10.12.2012, 16:10 Uhr Metallröhren statt Polsterbetten. Welche Aussichten. Das Wohnklo damals 1977 in Paris war schlimm genug. -
Schneckle1900
Donnerstag, 08.11.2012, 17:37 Uhr Warum seid ihr denn alle so giftig zueinander? Man könnte meinen, ihr hättet alle in so einem Koffer übernachtet! -
Nostri
Donnerstag, 08.11.2012, 16:08 Uhr Petersen72 | 929 Beiträge Flac | 662 Beiträge @ Nostri, Seite 1, "wurde in Japan und nicht in China erfunden, ... ----------------------------------------------- Genau. Wieder mal sehr gut recherchiert ;-) Das steht doch auch im Text: ""In Japan haben Kapselhotels, kapuseru hoteru genannt, eine lange Tradition. Bereits 1979 wurden die ersten billigen Schlafboxen in Osaka eröffnet. Oft werden sie auch als Sarghotels bezeichnet."" wo ist das Problem? Wegen dem Titel? "´Schlafen in Kapseln? Chinas Hotel-Hit schwappt nach Deutschland. "" ist doch ein Hit in China...angeblich..der Hit..es gibt 2 Hotels davon in einem land das so gross ist wie Europa! Hit Hit! ---------------------- Ja genau deswegen. Die Überschrift und die erste Hälfte des Artikel suggeriert, daß es auf dem Mist der Chinesen gewachsen ist und wir es von dort kopieren. Erst dann kommt der Bezug mit Japan, somit stellt sich mir dennoch die Frage "Wieso diese Überschrift?". Damits "reißerischer" wird so nach dem Motto "Wir kopieren was billiges von den Kommunisten?" Klingts zu wenig spannend, wenn wirs von den Japaner kopieren? 50% des Textes weg, denn der ist nur verzerrender Ballast, dazu eine "richtige" Überschrift (also eine, die dem Wahrheitsgehalt entspricht) und es gäbe keinen Grund (zumindest meinerseits) einzuhaken. Aber offensichtlich bringt das kaum ein Journalist mehr zusammen. Die Meisten lesen ja nur die Überschrift, vielleicht noch ein paar Zeilen rein und schon gehts los am Stammtisch mit den Halbwahrheiten, gefüttert von Welt-online. Würde man gleich zu Beginn faktisch schreiben, wären es wenigstens keine Halbwahrheiten mehr am Stammtisch. -
tangotanga
Donnerstag, 08.11.2012, 14:30 Uhr @hollandkarlo Ja genau, Raumangst passt. Aber Platzangst versteht eben jeder sofort. Ende der Diskussion... -
JayBeeXX
Donnerstag, 08.11.2012, 13:12 Uhr Und noch mehr Wissen... Platzangst: -Agoraphobie, Angst vor Plätzen, -Klaustrophobie, Angst vor engen Räumen -
hollandkarlo
Donnerstag, 08.11.2012, 12:41 Uhr Liebe Leute in diesen Kaesten hat man Raumangst und nicht Platzangst. Es ist ein kleiner und enger Raum, und ich stehe auf keinen grossen Platz.
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