17,2 – um diesen Prozentwert haben sich Flugpreise in der Economy Class von 2009 zu 2011 erhöht. Mehr noch: Interkontinental-Reisende mussten im Zweijahresvergleich sogar einen durchschnittlichen Preissprung von 25,9 Prozent hinnehmen. Bei Flügen ins europäische Ausland betrug die Steigerung 9,6 Prozent und innerhalb Deutschlands zwölf Prozent. Diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes stehen im aktuellen Flugmonitor 2012.
Das ist eine umfangreiche Studie zum Luftverkehr, die das unabhängige Flugpreisportal billigflieger.de (täglich bis zu 50.000 User) auf der Grundlage aller Abfragen seiner Nutzer im vergangenen Jahr erstellt hat. Es seien mehrere Millionen Daten ausgewertet worden, was die Online-Erhebung zu einer der größten im Reisebereich mache, so die Autoren.
Ein Aufwand, der zwar vor allem für ein Fachpublikum betrieben wird. Allerdings beinhaltet der seit 2009 jährlich erscheinende Flugmonitor auch immer etliche Spartipps für Passagiere.
55 Tage Buchungsvorlauf – 55 Prozent Ersparnis
So lag im vergangenen Jahr der Fokus auf den günstigsten Flugtagen (freitags für den Hinflug, sonntags und montags für die Rückreise). In der aktuellen Ausgabe haben sich die Autoren mit der Preisersparnis beschäftigt, die Reisende durch eine möglichst frühzeitige Buchung erzielen können.
Und die Ergebnisse lassen aufhorchen: So spart, wer auf innerdeutschen Flügen sein Ticket fünf Tage vor dem Start bucht, im Schnitt 25 Prozent – womit der eingangs erwähnte Ticketpreissprung von zwölf Prozent (2009 zu 2011) mehr als ausgeglichen wäre.
Und wie sieht das Ergebnis bei einem Vorlauf von 55 Tagen aus, denn soweit geht die Studie in ihren Berechnungen? Die Antwort: Ab dem 35. Tag Vorlauf steigt die Ersparnis alle vier Tage um einen Prozentpunkt und erreicht schließlich nach 55 Tagen 55 Prozent auf den Ticketpreis.
Bei Flügen ins europäische Ausland ermittelten die Statistiker eine durchschnittliche Ersparnis von 20 Prozent, bezogen auf eine Vorlaufzeit von vier Tagen. Dann flacht die Kurve etwas ab, soll heißen, vom 4. bis zum 14.Tag steigt die Ersparnis langsamer, nämlich nur noch um 1,5 Prozent täglich. Doch auch hier sind am 53. Tag Vorlauf bis zu 48 Prozent Erlass auf den Ticketpreis drin.
Wenig Sparpotenzial bei USA-Flügen
Etwas komplizierter wird es beim Blick auf die Tabellen zu den Übersee-Flügen. Weil es ihrer einfach zu viele sind, beschränkten sich die Autoren exemplarisch auf Preiskurven für die Türkei, Thailand und die USA – also jenen drei Destinationen, die von den Usern des Portals billigflieger.de am häufigsten nachgefragt werden.
Danach gibt es die geringsten Sparquoten beim Ziel USA, denn erst mit einer 14-tätigen Vorlaufzeit wird die 20-Prozent-Marke überschritten. Zum Vergleich: Bei Thailand-Flügen werden die 20 Prozent Ersparnis schon nach vier Tagen Vorlauf realisiert.
Das sind freilich alles nur Durchschnittsangaben: So ließ sich bei einem Flug von Frankfurt nach Bangkok der günstigste Preis zwischen dem 31. bis 23. Tag Vorlauf erzielen – und zwar 490 Euro im Vergleich zu 599 Euro, die man einen Tag vor dem Abflug für das Ticket hätte zahlen müssen. Die Angaben beziehen sich auf eine Beispielbuchung vom 8. August 2011, wobei eine Aufenthaltsdauer in Thailand von 15 Tagen zugrunde gelegt wurde.
Was bringen Metasuchmaschinen?
Noch größere Ausschläge zeigt die 55-Tage-Vorlauf-Kurve, mit der die Autoren die Preisentwicklung bei einem Flug Düsseldorf – Istanbul am 21. April 2011 darstellen (Rückflug vier Tage später). So volatil wie dieses Beispiel sich darstellt, so wenig dienlich ist das Analyse-Ergebnis: "Bis zum Abflugtag mit einem Endpreis von 394 Euro war der Flugpreis starken Schwankungen zwischen 260 und 370 Euro unterworfen."
Die Studie endet mit dem Kapitel "Preisersparnis durch Metasuchmaschinen" – also Internet-Diensten wie billigflieger.de einer ist. Das Portal macht denn auch gleich Werbung in eigener Sache: "Im Schnitt zahlen die Nutzer von billigflieger.de bei Europa-Flügen 22,4 Prozent weniger als Passagiere, die keine Preise verglichen haben." 24,2 Prozent seien es auf innerdeutschen Strecken und immerhin 14,1 Prozent bei Interkontinental-Flügen.
Tipp: Reisende, die an detaillierten Informationen zu den Vorlaufzeiten bei innerdeutschen, innereuropäischen sowie bei Kontinental-Flügen interessiert sind, können ihre Anfrage an folgende E-Mail-Adresse senden: studie@bookandsmile.de.
106 Meinungen zu "Billigflüge sind Vergangenheit"
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tom07
Montag, 19.11.2012, 09:29 Uhr Ja genau, sparmöglichkeiten und Tricks. Wo gespart wird ist an der Sicherheit und mein Tipp,wir fliegen Nackend ohne Klamotten und Koffer ,spart Sprit und Bio-Klamotten gibt es auch am Ankunfts-Flughafen nämlich Palmenblätter. Gut jetzt im ernst,die Tricks haben die Fluggeselschaften,eigentlich wissen wir das alle, fängt mit einen Angebot an zb 49€ und dann ist man letztendlich doch bei 139@(minimum) ;-) -
alleshalbsoschlimm
Sonntag, 18.11.2012, 14:06 Uhr "Billigflüge sind Vergangenheit" Hoffentlich! -
clairvoyant
Sonntag, 18.11.2012, 11:31 Uhr @jungmann32 "...geschäftlich fliegen..." Das ist auch so eine Sache. Wozu müssen Geschäftsleute im Zeitalter von Handy, Internet, Breitbandkabel etc so viel rumreisen? Früher klar, da war ein Anruf in USA miserabel schlecht und extrem teuer, aber heute? Ich verstehe, wenn ein Baumwollhändler o.ä. in die Erntegebiete fliegt um die Qualität und den Wert der Ware zu bestimmen. Aber irgendwelche Bankleute??? Ich habe oft am Flughafen zu tun, da meine Firma Flugzeugteile produziert. So profitiere ich also letztlich auch von der Wahnsinnsfliegerei. Am Flughafen sehe ich folgendes: Tourigepäck und billige Businessanzüge von der Stange. Ich bin sicher, das nur einer von tausend Leuten wirklich fliegen muss, weils nicht anders geht. Die anderen sind Touris und Möchtegernwichtigtuer-Geschäftsleute mit iPhone, iPad, iBook im iAktenkoffer, aber ohne iBrain. Sie jetten von einem überflüssigen Meeting zum nächsten, spielen Bullshit-Bingo während inhaltsleerer Powerpoint-Vorträge und täuschen kosmopolitische Eloquenz durch Billig-Denglish und mit übervollen Miles-and-More-Karten vor. Geflogen wird fast nur zum Spaß, und dafür ist die Sache echt zu billig. In den sechzigern kostete eine Flugreise nach Indien drei Monatsgehälter eines Arztes, heute fliegen Postboten nach Thailand in Urlaub und Betriebswirte um die ganze Welt. Damals fuhr der Postbote an den Chiemsee und Betriebswirte gabs gar nicht. -
gynni63
Sonntag, 18.11.2012, 09:24 Uhr Dort müsste stehen... Flüge für Normalflieger werden teuer. Alle anderen sind davon nicht betroffen. Geschäftsreisenden ist es gleich was die Flüge kosten. Alles absetzbar. Den Nachteil gibt es mal wieder für die "Normalos". -
Schwabe61
Samstag, 17.11.2012, 17:05 Uhr Für den LH-Vorstand Franz sind die Preise immer noch zu niedrig. Ergo: Je höher sie werden, desto weniger Menschen fliegen mit den Maschinen. Dafür mehr von ihrem Arbeitsplatz. -
ich58
Samstag, 17.11.2012, 12:15 Uhr Lärm und Abgase für Profit,wenn Manager für die Gestaltung des Firmenbriefkopfes nach NY fliegen können,ist es noch zu billig.War jetzt mal im Raum Mainz-Bischofsheim,da hätte ich mir schon ein par Stinger oder Strela zugelegt.
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