Es ist Tradition bei der japanischen Fluggesellschaft JAL (Japan Airlines), mit verschiedenen Restaurantketten zusammenzuarbeiten, um den Passagieren ein paar Wochen lang an Bord spezielle Menüs aufzutischen. Jetzt hat sich JAL mit der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken zusammengetan, um ihre Passagiere in der Weihnachts- und Wintersaison mit einer "Air Kentucky" genannten Bordmahlzeit zu beglücken.
Das Menü besteht aus einem panierten Hühnerbein, einem panierten Stück Hühnerbrust, einem – wie es sich gehört: pappigen und flachen – Fastfoodbrötchen, ein paar Blättern Kopfsalat sowie einem Töpfchen mit Coleslaw, dem typisch amerikanischen Krautsalat.
Das Fastfood wird nur in der Holzklasse angeboten
Man kann die Speisen entweder einzeln verzehren oder sich aus den Zutaten, so empfiehlt es JAL, selbst einen Sandwich basteln und ihn mit der ebenfalls servierten Spezialmayonnaise aufpeppen.
Die fliegenden Hühnerteile sind von Dezember 2012 bis Ende Februar 2013 nur in der Economy- und Premium-Economy-Class zu haben – und nur auf bestimmten Routen, nämlich von Tokio Narita in die USA sowie nach Europa, darunter auch in den Fliegern nach Frankfurt.
Japaner lieben "Christmas Meals" vom Imbiss
Kentucky Fried Chicken gehört in Japan zu den populärsten Fastfood-Anbietern. Die US-Kette startete dort 1974 mit einer höchst erfolgreichen "Christmas Meal Campaign". Seither lieben es die Japaner, die mehrheitlich nicht christlich sind und nicht an den Weihnachtsmann glauben, in der Vorweihnachts- und Winterzeit spezielle Menüs von KFC zu konsumieren. Vor den Fastfood-Restaurants bilden sich dann oft lange Schlangen von Wartenden.
Für das Bordmenü haben JAL und KFC ein spezielles gemeinsames Design entworfen, die "Air Kentucky"-Mahlzeit ist dekoriert mit JAL-Flugzeug und dem Abbild des Gründers von KFC, Colonel Sanders, einem weißhaarigen Alten, der dem Weihnachtsmann erstaunlich ähnlich sieht.
Kritische Kommentare im Internet
In Blogs, Tweets und Internet-Kommentaren wird die neue Menü-Option zum Teil recht kritisch bewertet. Im Portal Japantoday.com befürchtet zum Beispiel ein "Cos", dass die komplette Kabine und die Passagiere nun nach Fastfood stinken werden, und ein "Zichi" fragt: "Wann werden JAL-Flugzeuge chicken wings haben?"
Auf der Online-Seite von CNBC lästert ein "Austinski": "Die sollten ein Dutzend zusätzliche Bordtoiletten einbauen." Und auf Airliners.net sorgt sich ein "SYDSpotter" um das Reinigungspersonal: "Die werden keine Freude mit den fettigen Krümeln und den schmierigen Flecken haben", die die Passagiere überall im Flugzeug hinterlassen werden.
Es gab auch schon Rice Burger an Bord
Bei JAL sieht man das Angebot als Qualitätsverbesserung und als zusätzlichen Service. Die Airline verweist darauf, dass man nun bereits zum siebten Mal mit einem Gastronomie-Partner von außen zusammenarbeite. Diese Kooperationen hätten den Passagieren eine "einzigartige Serie innovativer Bordmahlzeiten" beschert, die bei den Kunden auf große Zustimmung gestoßen seien.
Das erste "Inflight Menu" dieser Art hatte die Fluggesellschaft in Zusammenarbeit mit der japanischen Burger-Kette Mosburger angeboten, serviert wurde damals ein Rice Burger. Außerdem gab es Kooperationen mit den japanischen Restaurantketten Yoshinoya und Taimaiken, die den Passagieren einen traditionellen Rindfleischeintopf und ein "Tampopo-Reis-Hühnchen-Omelett" als Menü-Option ermöglichten.
4 Meinungen zu "Fastfood über den Wolken"
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Hummersuppe
Dienstag, 04.12.2012, 17:50 Uhr Oooch - die Japaner glauben gar nicht an den Weihnachtsmann?! Wir aber schon, oder? ;) -
Schwabe61
Dienstag, 04.12.2012, 17:46 Uhr der bordservice der japaner ist genauso schlimm wie bei der lufthansa. doch dieser fall übertrifft sogar die lufthansa. -
Dardos
Dienstag, 04.12.2012, 17:39 Uhr In manchen Dingen sind die Japaner einfach noch bescheuerter als die Amis, - und das will was heissen.
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