Jedes Jahr schafft es der Pariser Flughafen "Charles de Gaulle" mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit auf die Hitliste der schlechtesten Flughäfen der Welt. Die attestierten Mängel: rüdes Personal, verwirrende Architektur, miserable Beschilderung und überteuertes Essen.
Aber ein echter Horror ist es, wenn man bei der Zwischenlandung das Terminal wechseln muss und sich auf den offiziellen Umsteigeweg verlässt. Landet man etwa aus Deutschland kommend im Terminal 2D und muss innerhalb von 1,5 Stunden Terminal 2E erreichen, um von dort in die USA abzuheben, raten einem sowohl der "Connecting flights guide" auf der Flughafen-Webseite als auch das Flughafen-Personal den Shuttlebus zu nehmen.
Reisende irren panisch, schwitzend durch die Gänge
Was sich nach einer Zeitersparnis anhört, endet aber oft im Gegenteil, denn zuerst einmal müssen die Passagiere die Haltestelle überhaupt finden – eindeutige Schilder gibt es nicht.
Das sorgt für allgemeine Orientierungslosigkeit unter den Fluggästen. Wohin man auch schaut, irren Reisende – panisch, schwitzend – durch das Flughafen-Labyrinth. Und dann heißt es warten: der Bus zwischen Terminal 2D und 2E fährt nur alle 15 bis 30 Minuten.
Wer das nicht weiß, wähnt sich an der falschen Haltestelle und wird nervös, denn die Umsteigezeit rinnt unaufhaltsam dahin. Wer Nerven bewahrt und Terminal 2E erreicht hat, darf wieder warten – diesmal in der Schlange an der Sicherheitskontrolle, die man aufgrund des Terminalwechsels erneut passieren muss.
Bloß nicht den Schildern folgen
Sicherer ist es, wenn man den kilometerlangen Weg zwischen den Terminals zu Fuß zurücklegt, den Rollkoffer im Schlepptau – allerdings im Stechschritt. Dann reichen 1,5 Stunden Umsteigezeit gerade mal – sofern man nicht wieder stoisch den Schildern folgt. Glaubt man denen, dreht man sich am Flughafen-Bahnhof im Kreis und verpasst seinen Anschlussflug.
Selbst Air France glaubt am eigenen Heimatflughafen Charles de Gaulle nicht daran, dass ihre Umsteigepassagiere den Weg zum richtigen Terminal rechtzeitig finden und bietet deshalb für teures Geld einen eigens buchbaren Umsteigeservice an. Satte 200 Euro kostet die individuelle Betreuung beim Transit.
Stornieren oder umbuchen
In einschlägigen Internetforen wird das Thema "Umsteigen am Charles de Gaulle" heiß diskutiert. "Lange Wartezeiten, Verspätungen sind ganz normal... Dieser Flughafen ist einfach nur katastrophal!!!", heißt es da etwa. Andere genervte Vielflieger empfehlen dort, am besten den Flug zu stornieren oder eine andere Flugroute zu buchen, um Charles de Gaulle zu meiden. Dem ist nichts hinzuzufügen.
13 Meinungen zu "Horror-Airport Charles de Gaulle"
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Puma1949
Freitag, 28.12.2012, 12:08 Uhr Uff, da blieb mir ja echt was erspart! Ist schon länger her, ich wollte nach Paris fliegen, weil es ja schneller gehen müsste, wäre CDG gelandet. Freunde, die mich in Paris erwartet haben, sind geradezu durch die Zimmerdecke geknallt: „Bloß nicht CDG, nimm dir die Zeit und fahr mit dem Schlafwagen! Da finden wir dich leichter.“ Gesagt, getan. Paar Stunden früher gepackt, Koffer unter Kontrolle behalten, Frühstück ins Abteil, alles bestens. Kostet Geld und ich bin wirklich nicht mehr so die begeisterte Bahnfahrerin, nach zigtausend Kilometern auf Schienen, aber offenbar war's die richtige Entscheidung. -
schelle01
Freitag, 28.12.2012, 11:07 Uhr Bin nun schon des öffteren dort umgestiegen, das hier was komplizierter laufen soll als auf anderen Flughäfen ist mir nicht aufgefallen ? London, Frankfurt, Amsterdamm ist da auch nicht besser !! Wer damit nicht klar kommt, sollte evt. die Bahn nehmen oder zuhause bleiben. -
iconoclast
Freitag, 28.12.2012, 10:42 Uhr Mit Air France selbst hatte ich bisher auch kaum Probleme, außer dass einmal das Gepäck erst verspätet ankam. Aber CDG ist wirklich der mieseste Flughafen, auf dem ich je war. So unübersichtlich find ich es sonst nirgends. Bei einem Transitaufenthalt mit viel Zeit bin ich auch mal den Weg zum interkontinentalen Abflugbereich zu Fuß gegangen und wurde prompt von irgendwelchen Leuten nach Geld angequatscht. Es war auch recht menschenleer dort und so richtig sicher habe ich mich nicht gefühlt. Irgendwie hatte ich ein doofes Gefühl, aber passiert ist nix. Es war wirklich ein riesengroßer Bereich, in dem man nichts von Service- oder Sicherheitspersonal sehen konnte. Alles in allem macht CDG wirklich einen räudigen Eindruck. Von der Atmosphäre her leicht endzeit-mäßig. Madrid Barajas ist auch sehr unübersichtlich. In Amsterdam, Zürich oder auch in Helsinki habe ich dagegen aber gerne mal einen Zwischenstopp. In Amsterdam würde ich sogar einen Nachtaufenthalt im Terminal in Kauf nehmen, wenn der Preis wirklich Bombe wäre. Dort fühlt man sich wohl. -
Ksaan
Freitag, 28.12.2012, 09:56 Uhr wie jedes Rätsel erfordert CDG eine gewisse Einarbeitungszeit. (ähnlich Videorecorder, etc.) Nach nunmehr 20 jahren Einarbeitung verpasse ich schon längere zeit keinen Flug mehr auf CDG (weit gestrunzt). Mein Gepäck verliere ich auch nicht mehr, ähnlich wie in Heathrow reise ich hier ausschließlich mit Handgepäck Für Toiletten nehme ich ünrigens Sagrotan-Tücher mit oder pisse gegen den nie fahrenden Transfer-Bus, das habe ich von einem Franzosen gelernt ! -
VoW
Freitag, 28.12.2012, 09:48 Uhr Und zu allem Übel wird in der Gepäckabfertigung aus den Koffern gestohlen, was das Zeugs hält. Daher bei Flügen via Paris sämtliche wertvollen Gegenstände im Handgepäck am Mann halten. -
ExtremUser
Freitag, 28.12.2012, 09:30 Uhr Ich war dort vor langer Zeit genau 2x. Kann mich aber noch an die Lauferei erinnern.....naja, der ist einfach zu alt, nicht angepasst an die gestiegenen Passagierzahlen. Mit AirFrance hatte ich persönlich noch nie Probleme.... -
gEiLeCtRo
Freitag, 28.12.2012, 08:53 Uhr Ohne jemals so einen Text über diesen Flughafen gelesen zu haben, kann ich das nur bestätigen. War im Sommer dort. Sämtliche Herren als auch Damentoiletten waren geschlossen (warum auch immer) sodass sich alle auf dem Behinderten WC anstellen mussten, welches zu jedem Überfluss auch noch 2 cm unter Wasser stand. Mir persönlich hat das nicht viel ausgemacht, aber ich denke andere Leute hat das tierisch genervt oder angewidert.
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