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04.09.2012, 14:37 Uhr

Sexismus im Videospiel

Zocken, das ist etwas für Männer, so das noch immer weit verbreitete Klischee unter Videospielern. Geben sich Frauen im Spiel auch als Frauen zu erkennen, nimmt die unter Zockern ohnehin verbreitete Vulgärsprache schnell sexistische Züge an. Denn einige Männer sehen sich "ingame" eher als geschlossene Gesellschaft, in der Frauen unerwünscht sind.

VonNiklas Golitschek für WEB.DE

Da Frauen sich mehr und mehr auch in Spielen, wie "World of WarCraft", "League of Legends" oder "Battlefield" tummeln, wachsen die Möglichkeiten zur Konfrontation. Mit dem gemeinsamen Trend hin zu Rollenspielen und Shootern gibt es einfach immer mehr Raum, um im Spiel aneinander zu geraten. Seitens der Hersteller wird wenig getan, um diesem Konflikt vorzubeugen, denn auch die Protagonistinnen im Spiel selbst sind oft genug reine Sexsymbole.

Frauen als Sexsymbole

Was bei weiblichen Heldinnen zählt, ist zuallererst ihre Attraktivität. Da bildet die Gameswelt keine Ausnahme und folgt den bekannten Gesetzen aus Film und Fernsehen. Andere Beispiele gibt es, doch sie bleiben die Ausnahme. So ist zum Beispiel die Protagonistin Samus in Nintendos "Metroid Prime" zwar eine Frau, agiert jedoch wie jeder andere Actionheld auch.

Von enormer Bedeutung ist das Aussehen der weiblichen Charaktere vor allem in Rollenspielen. Leicht bekleidet, vollbusig und mit einem prachtvollen Körperbau ausgestattet, haben die Heldinnen zwar die gleichen Fähigkeiten wie ihre männlichen Mitstreiter, dienen aber im Wesentlichen als Sexsymbole. Auch aus diesem Grund gibt es viele Frauen, die sich selbst lieber männliche Charaktere erstellen. Zugleich formt sich so mancher Mann eine Heldin ganz im Einklang mit seinen sexuellen Phantasien. In manchen Ego-Shootern, zum Beispiel der Counter-Strike-Reihe, sind allerdings noch nicht einmal Frauen auswählbar.

Gamerinnen unerwünscht

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In MMORPGs, den "Massive Multiplayer Online Role-Playing Games", gehört das Beleidigen - "Flamen" - fast schon zum "guten Ton". Es ist spielerischer Alltag. Doch wer sich im Shooter als Frau bekennt, muss zusätzlich mit sexistischen Sprüchen rechnen. Maria Sobert, bekannt unter dem Pseudonym "Seraphim", studiert Psychologie und ist selbst leidenschaftliche Spielerin. Auch sie wurde beim Spielen schon beleidigt, nur weil sie eine Frau ist. Ihre Erklärung dafür ist einfach. "Die Situation zeige, dass die "harten Kerle" im Internet nicht damit umgehen können, gegen eine Frau zu verlieren und versuchen, durch solche Äußerungen ihre Komplexe zu kompensieren."

Anita Sarkeesian, eine kanadisch-amerikanische Feministin, widmet sich ebenfalls diesem Thema. Mit einer Videokampagne versuchte sie, eine Diskussion über weibliche Videospiel-Charaktere in Gang zu setzen. Denn ihrer Meinung nach verfolgen manche Videospiele durchaus frauenfeindliche und sexistische Ideen. In der männer-dominierten Community lösten die Kampagne und Sarkeesians Aussagen eine heftige Protestwelle aus. Hobby-Grafiker verunstalten Bilder von ihr und Amateur-Entwickler kreierten ein Spiel mit dem Titel "Beat Up Anita Sarkeesian". Wie im Titel schon anklingt, dürfen die Spieler die Feministin hier virtuell ordentlich vermöbeln. Die Betroffene selbst fühlt sich durch diese Hasskampagne in ihren Thesen noch einmal bestätigt.

Ibrahim Mazari ist studierter Soziologe, PR Direktor und Jugendschutzbeauftragter der Electronic Sports League (ESL), der größten europäischen Liga für Videospiele (eSport). Er betreibt auch einen Blog "digitale Spielwiese", auf dem er rund um das Thema Games berichtet. Mazari sieht Sexismus nicht als Problem speziell von Videospielen, sondern als Problem des Internets: "In Social Networks oder Foren gibt es seit es das Internet gibt die Problematik mit den "Trollen". Und da es eben im Internet auch eine gewisse Anonymität gibt, was im Grunde ja auch gut ist, gibt es das Problem, dass in Kommentaren persönlich verletzt wird." Aber es gebe auch gewisse Vorbehalte gegenüber Spielerinnen. "Das hat auch damit zu tun, dass der eSport und auch das Gaming, wenn es lebensstil-prägend ist, dazu tendiert, die Anderen auszugrenzen. Gaming ist eher ein Jungenhobby, weshalb bei vielen Frauen erst einmal als skurril wahrgenommen werden; vor allem im Shooter-Bereich."

Immer mehr Spielerinnen

Die Zahl der Zockerinnen steigt stetig weiter an. Nicht nur Facebook-Spiele und Mini-Games finden mehr weiblichen Zulauf, auch "männertypische" Spiele sind dabei. Mazari begründet dies mit dem Fakt, dass Videospiele in der breiten Mitte der Gesellschaft angekommen seien. "Mittlerweile gibt es auch Manager und Bundesminister, die Shooter spielen und sich dazu bekennen. Das heißt: Die Leute, die mit Shootern aufwachsen, werden älter. Väter und Großväter, und immer mehr Frauen lernen auch die Vielzahl der Videospiele kennen. Das sind nicht nur Casual-Games, sondern eben auch eher die "Szene-Games"," so Mazari. Er erkenne jedoch, dass die Bereiche unterschiedlich wachsen "Ich persönlich glaube, dass die Shooter nie ein fifty-fifty-Verhältnis erreichen werden. Denn bislang ist in jeder Sportart, in der gekämpft wurde, der Frauenanteil geringer geblieben - egal ob Karate oder Judo." In "World of WarCraft" liege der Anteil der Spielerinnen allerdings schon knapp über 50 Prozent und auch "Legue of Legends" spreche ein großes Frauenpublikum an. "Das zeigt, dass Frauen mittlerweile genauso Videospiele spielen, wie Männer auch." Durch die steigenden Frauenanteile gibt es in der Electronic Sports League inzwischen sogar eine Sektion nur für Frauen. Natürlich ist es ihnen trotzdem noch erlaubt, bei den Männern professionell mitzumischen.

Gemeinsamer Umgang

Maria Sobert geht davon aus, dass die meisten Spielerinnen heute schon über der teils wenig galanten Verhaltensweise ihrer männlichen Mitspieler stehen. "Wenn einem das Spiel Spaß macht, dann können die meisten Spielerinnen damit auch umgehen und stecken diese kleinen Neckereien locker in die Tasche. Für mich wäre es kein Grund, ein anderes Spiel zu spielen oder gar aufzuhören." Denn unerwünscht habe sie sich bisher noch nie gefühlt, "höchstens mal nicht ernst genommen."

Eine ähnliche Ansicht vertritt auch Mazari. Zum Thema Beleidigung und Sexismus befragt, sagt er "Man darf das nicht persönlich nehmen. Es ist, denke ich, sehr wichtig, die Betroffenen so stark zu machen, dass sie das auch erkennen." Und Mazari geht noch weiter und erklärt: "Dies gehört auch zum Thema Medienkompetenz." Wenn es jedoch persönlich werde, seien die Betreiber gefragt, um ein solches Fehlverhalten zu bestrafen.

Aussichten für Frauen

Die Zahl der Spielerinnen wird auch in Zukunft weiter steigen. Doch werden Frauen in Videospielen damit auch an Akzeptanz gewinnen? Maria Sobert blickt auch in diesem Punkt positiv in die Zukunft: "Ich denke, dass die Community alles in allem erwachsener wird. Es wird immer Leute in der Community geben, die der Meinung sind, mit Beleidigungen oder sexistischen Äußerungen hervorstechen zu müssen. Aber im Großen und Ganzen denke ich schon, dass durch ein vermehrtes Frauenaufgebot die Toleranz größer wird."

Ibrahim Mazari sieht die Frauen trotz der Vorbehalte bereits weitgehend gleichgestellt. "Frauen müssen sich durchsetzen; auch gegen die Vorbehalte. Die professionelle Szene sei in diesem Punkt auch schon weiter." Es gebe auch einige Beispiele, in denen sich "Frauen bereits in der Männerszene etablieren konnten, da sie sich nicht haben unterkriegen lassen."

Auch in Zukunft wird es Spieler geben, die mit sexistischen Kommentaren zu punkten versuchen. Doch es werden hoffentlich weniger, denn der Beifall für solche Äußerungen lässt nach.

Alle News vom: 4. September 2012 Zur Übersicht: Games

70 Meinungen zu "Sexismus im Videospiel"

  • quergekuckt
    Dienstag, 11.12.2012, 10:46 Uhr
    was ich mich Frage ist: Muss alles nach den Vorstellungen von Feministinnen verändert werden, oder kann Frau nicht einfach von solchen Spielen fern bleiben? Kann man (Frau) nicht Spiele für ihren Bedarf kreiren? Wenn einem etwas nicht passt bleibt Man(n) doch fern, oder schaltet um, ab usw. können das Frauen (Feministinnen) nicht? Muss alles wo Männer Freude haben durch Frauen (Feministinnen ) zu deren Wünschen verändert werden? Dürfen Männer auch noch Orte (Spiele,Filme usw.)haben, wo alles so ist, wie es Ihnen gefällt?? oder anders gefragt liebe Feministinnen (ich schreibe bewusst nicht Frauen, da diese m.M.n. mit ersteren nicht viel gemein haben), was würdet Ihr sagen, wenn die Männer in Frauendomänen jetzt anfangen alles nach Ihren Wünschen verändern zu wollen, nur damit sie (die Männer) sich nicht sexuell ausgegrenzt, abgegrenzt, usw. sehen?? Lasst doch jedem Geschlecht seine eigene Spielwiese! Manche (Spielwiesen) kann man gemeinsam benutzen, andere sollten dem jeweiligen Geschlecht überlassen bleiben!
  • johannesw
    Sonntag, 16.09.2012, 09:00 Uhr
    "Wieso soll ich ein Spiel spielen, wo ich mich benachteiligt fühle?" Und wenn es eine große Menge von solchen Spielen gibt, handelt es sich um einen Trend, und bestimmte Leute (genannt Aktivisten bzw. Gesellschaftskritiker) machen darauf aufmerksam und versuchen es zu verändern. Dass du (wie im Moment auch ich) dich damit begnügst, einfach wegzuschalten, ist nicht etwa die "richtige Reaktion", der all diese Aktivisten nachfolgen sollten, sondern einfach deine persönliche Entscheidung bzw. Mangel an Interesse. "Das diese eine Dame beleidigt wurde hat warscheinlich auch nichts damit zutun, das sie eine Frau ist." Kommt drauf an, was das für Beleidigungen waren. ____ "Hier haben sich mehrere Damen geäußert und deine Anschuldigungen gegenüber Frauenverachtung widerlegt." Ja, "widerlegt" mit nichts als eigenen Erfahrungen. Nicht weil sie sich mit dem Thema mal bisschen beschäftigt haben und sich zahlreiche Erfahrungsberichte durchgelesen, sondern aufgrund eigener Erfahrungen und nichts weiter. "Mir passiert's nicht, also gibt's das nicht" - das war das komplette Argument, und ist in ALLEN Fällen ein Trugschluss, auch wenn's zufällig stimmt. "Einzelfälle gibt es immer und wird es immer geben." Also betonter Sex-Appeal bei weiblichen Spielcharakteren lässt sich zu genüge finden (wie gesagt, viel mehr als bei männlichen), und für die ganze Geschichte mit dem sexistischen Verhalten findest du genug Belege, wenn du dich mal umliest. Wie oft das wo vorkommt, muss dann recherchiert werden, aber auf "Einzelfälle" ist das leider nicht beschränkt. "Nicht alle Deutschen sind Nazis und nciht alle Muslimen sind Terroristen." Nach dieser Analogie müssten die Behauptungen hier lauten, dass alle Videospieler Sexisten sind - was hier aber so gesagt wird, grenzt eher an "es gibt keine Neonazis in Deutschland weil ich keine kenne" und "terroristische / fanatische Muslime sind ein Mythos, weil in der Dorfmoschee um die Ecke ist das gar nicht so". Wenn du dich mit solchen Argumenten zufriedengibst, dann hey, fein.
  • PipioderAA
    Mittwoch, 12.09.2012, 12:55 Uhr
    So...an alle die i-welche Spiele sexistisch finden... deinstalliert es ;) Wieso soll ich ein Spiel spielen, wo ich mich benachteiligt fühle? Schon ein bisschen dumm... Das diese eine Dame beleidigt wurde hat warscheinlich auch nichts damit zutun, das sie eine Frau ist. Warscheinlich wird sie sich i-wie zu diesem Thema hier geäußert haben und ganz ehrlich....das ist einfach nur Hetze... @Mister Johannes.... Du hast eine Meinung aber kein Hintergrundwissen!! Hier haben sich mehrere Damen geäußert und deine Anschuldigungen gegenüber Frauenverachtung widerlegt. Wieso beharrst du so auf deine Meinung??? Wenn in der Zeitung steht, das Adolf Hitler wieder auferstanden ist und als Untoter umherwandelt...glaubst du das dann auch? Meine Meinung zu dem Thema: Ich finde nicht das Frauen abwertend in i-welchen Spielen behandelt werden (WoW, CoD etc. pp.) Einzelfälle gibt es immer und wird es immer geben. Nicht alle Deutschen sind Nazis und nciht alle Muslimen sind Terroristen. Wenns euch nicht passt, dann spielt die Spiele doch einfach nicht mehr ;)
  • johannesw
    Samstag, 08.09.2012, 11:08 Uhr
    Übrigens, wer an "recherchierten Daten" interessiert ist - die Anita Sarkeesian, die hier erwähnt wurde, hat in ihrem berüchtigten Video ja deswegen zum Kickstarter aufgerufen, um für ihre kommenden Videos eine große Menge Spiele zu recherchieren. Und wir wissen ja, wie das weiterging ;)
  • johannesw
    Samstag, 08.09.2012, 10:44 Uhr
    „Checken Sie es nicht? Sind Sie eine Frau? Wurden Sie sexistisch angefeindet? Sind Sie keine Frau? Dann sollten Sie ihre beleidigenden, diskrimminierenden Beiträge unterlassen. Jeder der nicht Ihrer Meinung ist ist dumm, checkt es nicht.“ Es geht hier um „meine Meinung“, sondern um Leute, die nur aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen darauf schließen, dass alle anderen die gleichen Erfahrungen haben müssen und ein Artikel, der das Gegenteil behauptet, daher aus Prinzip falsch sein muss. So ein Denken zieht einfach NIE, in KEINEM FALL, und ist STETS dumm. Und schlag bitte nach, was das Wort „Diskriminierung“ bedeutet. °_° „Dieser unflätige Ton den Sie hier an den Tag legen, zielt doch nur auf eine polemische "Hetze" ab. Da Sie ja nur anfeinden und nicht argumentieren, denn zu einer Argumentation gehören Quellen und nicht nur Behauptungen. Sie haben bis jetzt nicht eine Quelle für statistische Erhebungen oder für wissenschaftliche Abhandlungen über Sexismus in Videospielen angegeben.“ Ach, und die ganzen „Kritiker“ dieses Artikels haben das? Wenn du sexistische Anfeindungen meinst, ich hab genug Beiträge und Berichte im Internet gelesen, die das bestätigen – im Kopf hab ich die ganzen Seiten nicht, aber jeder sollte wenigstens ein wenig nachschlagen bevor gleich protestiert wird. Ein „ich hab mich jetzt stundenlang nach so Erfahrungsberichten umgesehen, und nur Einzelfälle gefunden“ wäre da schon unendlich besser gewesen als „ich habs nicht erlebt, also lügt hier alle nicht!“. Und auf sowas wart ma hier immer noch... „Etwas zu Ihren Männer in Fetisch-Klamotten, soll das jetzt heißen Frauen finden nur Männer in Fetisch-Klamotten sexy? Wo ist bitte der Beleg zu dieser Behauptung?“ Zu deiner Frage, "soll das jetzt heißen Frauen finden nur...", nein, soll es nicht heißen, weil ich's nicht gesagt hab. Männer finden auch nicht "nur" Frauen in Fishnets sexy, aber trotzdem gibt's davon viele in den Medien, oder etwa nicht?? Alles kann sexy sein - wenn man schön ist, ist man auch im langweiligen Anzug schön, und das gilt für Frauen genauso. Kann in bestimmten Fällen sogar interessanter sein! Ob man jedoch heiß aussieht, während man einfach sein Zeug macht bzw. Persönlichkeit zeigt, oder speziell, bewusst sexualisiert wird, d.h. dass die sexuelle Ausstrahlung durch Kleidung bzw. Verhaltensweise zielgerichtet betont und hervorgehoben wird (was auch sehr leicht OHNE Fetisch geht!!), ist ein gewaltiger Unterschied. Und genau darum geht es hier - dass weibliche Charaktere in bestimmten Medien (Actionfilme, Videospiele; Musikvideos aber nicht) sehr oft sexualisiert dargestellt werden, während Männer viel weniger. Klar sehen die nebenbei scharf aus, werden aber dadurch nicht definiert. Ach, und wenn du hier meinen willst "bei den Männern ist das halt anders, die sind einfach sexy wenn sie vor Kraft protzen und ihr Ding tun!" - stimmt einfach nicht; wenn ein Mann als Sexobjekt betont wird, was in Werbungen, Musikvideos, Magazinen und anderem oft genug der Fall ist, gibt's jede Menge Frauen die auf sowas abfahren. Ist einfach so, das können dir zig Meinungen unter entsprechenden Videos bestätigen. „die ihre Meinungen mit Exzerpten aus den jeweiligen Glaubensbüchern anreichern, um gegen die jeweilige Glaubensrichtung zu hetzen.“ WOW – was du da für Verbindungen ziehst! Und Ahnung hast du anscheinend keine, wie das funktioniert – Exzerpte sind UNVERMEIDLICH. Du kannst nie DAS GANZE BUCH ZITIEREN, aber belegen musst deine Aussagen scho. Wichtig ist, dass die Exzerpte nicht aus dem Kontext gerissen sind – und in vielen religionskritischen Texten sind sie tatsächlich auch nicht aus dem Kontext gerissen, und in der Bibel und dem Koran steht tatsächlich jede Menge barbarisches, unmoralisches Zeug. Aber bei so langen Büchern kann das oft schwierig und unübersichtlich (bzw. leichter zum Zamschwindeln) werden, und muss oft noch zusätzlich mit Zusammenfassungen versehen werden, um den Kontext zu verdeutlichen. In diesem Fall handelt es sich jedoch um kurze Forumposts, da kann man problemlos nachschauen ob’s ausm Zamhang rausgerissen wurde - ist also ein viel geringeres Problem; und Ausschnitte zitiert man, weil ein Post meistens aus mehreren Argumenten besteht und man nicht auf jedes Argument gleichzeitig antworten kann. Wie gesagt, anders geht's oft nicht, bzw. wird unübersichtlicher und blöder. Also zeig mir jetzt, wie ich was ausm Kontext grissen hab, oder geh weg. „Auch die der Frauen, denen Sie mit Ihren Fetisch-Männermodells zu erklären versuchen, was sie jetzt toll und sexy zu finden haben.“ Na, wer misrepräsentiert hier denn wieder? Ich red hier nicht davon, was sie zu „sexy finden haben“ – sie tun es bereits, und für alles findet sich da ein (in diesem Fall weibliches) Zielpublikum. Keine Ahnung, wieso du hier so sehr auf Fetisch fixiert bist, da ich's eigtl. nur als Spezialfall genannt hab - aber klar, auch sowas findet seine Fans. Das Problem hier, wie schon gesagt, liegt in der Darstellung - Sam Worthington oder wer auch immer ist sexy, während er grimmig Roboter umballert, und Josh Holloway ist sexy, wenn ihm in der Deowerbung das Wasser runtertropft. Irgendein Enrique Inglesias ist sexy, wenn er mit provokativ aufgeknöpftem Hemd draufstarrt. Der erstere ist aber nicht sexualisiert. Er ist einfach nur stark, gutaussehend und selbstbewusst, aber diese Qualitäten werden auch von uns Heteros auf rein... platonische Art geschätzt, und Frauen stehen halt drauf - aber der Charakter ist in keinster Weise ein Sexobjekt, er ist nicht durch seine Attraktivität für Frauen definiert. Wenn eine Frau mit tiefem Ausschnitt und extra provokativen Kleidungslücken und Fishnets auftritt (wie bei vielen Action- und Spielheldinnen), wird da aber direkt auf Erotikreize gesetzt. Die „Unabhängigkeit“ und die „Kraft“, die da ausgestrahlt wird, gehört zwar dazu, aber das betonte Primärattribut ist immer noch dass sie „heiß“ ist. Also was meinst du, ist so ein Trend (wenn er wahr ist!) nicht sexistisch? Bzw. die implizierte Botschaft, dass der Mann durch sich selbst definiert wird, die Frau aber durch ihre Attraktivität (für den Mann)? An und für sich kein Problem, aber in so einem Ungleichgewicht schon. Darüber, dass in Twilight oder 50 Shades die männlichen Charaktere als Begierdeobjekte und mit extrem viel Fanservice beschrieben werden, beschwert sich auch keiner (außer dass es vl. blöd geschrieben ist, aber das ist eher Qualifrage) – weißt du wieso? Weil männliche Protagonisten in Buch und Kino einfach so sehr als frauenunabhängige Charaktere für männliches Publikum etabliert sind, da muss man gar nicht fürchten, dass sie zu Sexobjekten reduziert werden. Und allein darum geht es hier, nicht darum, wer auf was stehn soll. Dieser Unterschied ist nun mal ungerecht, und dass all die Frauen, die das nicht in Ordnung finden, gefälligst ihre Meinung ändern sollen, kannst du ihnen ja auch nicht erzählen, oder etwa doch? ;) „Das ist versteckter Sexismus von Ihnen, da Sie den Frauen damit das Recht absprechen eigenständig herauszufinden, was sie jetzt toll finden wollen.“ Habs doch gesagt, du misrepräsentierst hier auf übelste Weise. Wie war das noch mit der Islamhetze, du lügender Heuchler? „Die Leserschaft kann sich selbst beim Lesen Ihrer Posts die Belege finden.“ Ja ja, ich darf keine Ausschnitte zitieren, obwohl sie bei mir korrekt und im richtigen Zusammenhang erscheinen, aber du brauchst gar nicht zu zitieren, weil dein Text besteht ja zur Hälfte aus zuverlässigen Strohmännern. Hey, ich hab eine Idee – ZITIER MICH MAL, wie ich Frauen vorschreib, was sie toll zu finden haben! Ach, „die Belege sind schon in meinen Posts“ – aber die Belege sind nicht in der Bibel drin, hab ich recht? Es wäre also ehrlicher, die Bibel ganz ohne Zitate zamzubashen, anstatt diese Aussagen zu belegen? So wie du's tust? Einfach unglaublich. Einfach UNGLAUBLICH. Von all den Beiträgen auf dieser Seite verdient dein Meisterwerk hier die Platinmedaille. Die 5 Daumen hast du gekriegt, weil du auf der Seite der Befürwörter stehst - der Inhalt had die demnach nicht interessiert. _____________________ „Er ist auf ein Klischee bezogen. Klar gibts Leute, die das Klischee bestätigen, aber ansonsten stimmt der Artikel genausosehr wie Aussagen a la - Feministinnen sind Kampflesben, Dicke sind Inkompetent, Türken stinken etc.... Auch hier, es mag Menschen geben, die das Klischee bestätigen, aber davon auf die Allgemeinheit zu schließen ist dreist und anmaßend.“ Und belegen kannst du diese Verzerrung nur, indem du über eigene Erfahrungen hinaussiehst und mal andere Berichte sammelst. Dann kannst du sagen „was hier als Mehrheit hingestellt wird, ist in Wirklichkeit die Minderheit“. Und das hab ich hier KEINEN tun sehen – jeder, der hier protestiert ist, meint tatsächlich, dass die eigenen Erlebnisse komplett ausreichen. __________ „Meine Beobachtung ist, dass viel eher Frauen ggü. Gamern krasse und total bekloppte Vorurteile haben oder sich schlicht nicht für das Thema Computer-Spiele interessieren, vor allem wenn es um Reaktionszeiten etc. in 3D-Welten ggü. anderen menschl. Spielern geht. Und gerade 10-12jährige Kiddies wollen sich halt vor den Kumpels profilieren, das ist nicht nur innerhalb von Spielewelten so. Sprich der Artikel ist IMHO größtenteils Blödsinn.“ Vorurteile gegenüber Videospielen und Gamern ist doch ein komplett anderes Problem, und hat mit dem hier beschriebenen rein gar nichts zu tun. Dass aber v.a. Frauen deiner Meinung nach diese Vorurteile haben, und diese Aussage hier: „PS: Wenn auf einer unserer LAN-Partys zwei weibliche zockende Gäste waren, war es viel - und auch ins Orga-Team hat sich keine Frau getraut, nicht einmal die Partnerinnen der Orgas.“ bestätigt doch eher einen Teil des Artikels, oder etwa nicht :D:D
  • notting
    Freitag, 07.09.2012, 17:41 Uhr
    Meine Beobachtung ist, dass viel eher Frauen ggü. Gamern krasse und total bekloppte Vorurteile haben oder sich schlicht nicht für das Thema Computer-Spiele interessieren, vor allem wenn es um Reaktionszeiten etc. in 3D-Welten ggü. anderen menschl. Spielern geht. Und gerade 10-12jährige Kiddies wollen sich halt vor den Kumpels profilieren, das ist nicht nur innerhalb von Spielewelten so. Sprich der Artikel ist IMHO größtenteils Blödsinn. notting, Mitbegründer und jahreslanges Mitglied eines LAN-Partyvereins PS: Wenn auf einer unserer LAN-Partys zwei weibliche zockende Gäste waren, war es viel - und auch ins Orga-Team hat sich keine Frau getraut, nicht einmal die Partnerinnen der Orgas.
  • feuergrisu
    Freitag, 07.09.2012, 16:33 Uhr
    Also, mir ist es egal ob Frauen mitspielen oder nicht. Ich finde das es sogar besser ist, denn je mehr mitspielen desto besser ist es doch(Vor allen Dingen bei Ballerspielen). Ich geb zu, wenn ich mehrmals hintereinander abgeknallt werde bin ich schon bockig und rege mich darüber auf, aber das liegt nicht daran das es nun Männlein oder Weiblein ist, sondern das ich es bin der so schlecht spielt oder im meisten Fall das Internet rumspinnt.
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Sie lesen gerade: Sexismus im Videospiel. Noch immer kämpfen Frauen in der Gamerwelt mit Vorbehalten.