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14.01.2012, 08:27 Uhr

Take On Helicopters

Abstürze sind in Bohemias Simulation "Take On Helicopters" keine Seltenheit. Mal liegt's an der anspruchsvollen Steuerung, mal an der schludrigen Programmierung - oder am enormen Hardware-Hunger, den das Spiel über dem virtuellen Nachbau der US-Metropole Seattle entwickelt.

Von Jens-Ekkehard Bernerth

Statt die x-te Kampfhubschrauber-Simulation auf den Markt zu werfen, wagen die Militär-Experten von Bohemia ("Arma 2") den Schritt in die zivile Luftfahrt und verpacken das Ganze sogar in durchgehende Geschichte. Deren Inszenierung ist zwar äußerst spartanisch ausgefallen, dennoch ist die Rahmenhandlung ein nicht zu verachtender Motivator.

In "Take On Helicopters" übernehmen die Brüder Joseph und Tom Larkin das Helikopterunternehmen ihres verstorbenen Vaters, das sie wieder in die Gewinnzone fliegen wollen. Der Spieler schlüpft dabei in die Haut von Tom - und bekommt nach langer Flugpause erst einmal ein paar Lehrstunden verpasst. Die sind auch bitter nötig, denn das Lenken des Vogels gestaltet sich als anspruchsvolles Unterfangen. Glücklicherweise hat Entwickler Bohemia verschiedene Schwierigkeitsgrade eingebaut, die unter anderem darüber bestimmen, wie viele Lenkhilfen unterstützend unter die Arme greifen.

Ist die Steuerung nach einigen Mühen erstmal erlernt, warten diverse, abwechslungsreiche Missionen: Güter wollen befördert, Punktlandungen auf Dächern gemacht, Wale aus der Luft beobachtet und Personen gerettet werden. In Rückblenden gibt es dann doch Kampfeinsätze zu absolvieren, die zu einer echten Kuriosität führen. Denn nach einem Absturz über asiatischem Boden drücken die Entwickler dem Spieler plötzlich ein Sturmgewehr in die Hand. Dumm nur, dass die Shooter-Sequenz zum einen völlig aufgesetzt wirkt und zum anderen frustrierend schwierig ist. Alle paar Meter wird man von äußerst treffsicheren Computersoldaten ohne Chance auf Gegenwehr über den Haufen geschossen.

Abseits des Flugalltags warten rudimentäre Manageraufgaben auf den Spieler. Helis lassen sich kaufen und verkaufen - und mit allerlei Zusatzequipment wie Kameras oder Seilwinden ausstatten, wodurch wiederum weitere Missionen zugänglich gemacht werden.

Technisch ist "Take On Helicopters" kein Überflieger. Selbst auf einem Highend-Rechner ploppen die Gebäude von Seattle gemächlich auf, sackt die Bildwiederholungsrate auf Diashow-Niveau ab und überziehen matschige Texturen den Boden. Zudem sehen die Figuren sehen so aus, als wären sie auf die Hintergründe geklebt worden. Insgesamt ist das Spiel, das knapp 18 Gigabyte Speicherplatz auf der Festplatte fordert, ungemein hardwarehungrig und obendrein schlecht optimiert. Regelmäßige Abstürze inklusive.

Flugsimulations-Enthusiasten, die das alles nicht schreckt, können einen Blick riskieren. Gelegenheitsspieler hingegen sollten einen weiten Bogen um den Titel machen.

Wertung

Grafik befriedigend
Sound befriedigend
Steuerung befriedigend
Spielspaß befriedigend
Gesamt befriedigend

Datenblatt

Titel Take On Helicopters
Genre Simulation
Alter ab 16 Jahren
Schwierigkeit Für Fortgeschrittene und Profis
Plattform PC (getestet)
System
Mehrspieler 2-8 Spieler
Entwickler Bohemia Interactive
Anbieter Morphicon
Preis ca. 40 Euro
EAN 4260095171375

© teleschau - der mediendienst GmbH

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