Das Essenzielle der "Metal Gear Solid"-Spiele ist zweifelsohne die vielschichtige Handlung, die im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern keine bloße Staffage für die gebotenen Spionageeinsätze, Schleicheinlagen und Feuergefechte sind. Es geht in dieser Jahrzehnte übergreifenden Saga um Macht und Moral, Liebe und Hass, Abhängigkeit und Loyalität, Krieg und das menschliche Unvermögen zum Frieden - mal realitätsnah und politisch brisant, mal völlig verkopft, aber immer intelligent inszeniert.
Die rund 40 Euro teure "Metal Gear Solid HD Collection" besteht aus ingesamt fünf Spielen, wobei der Schwerpunkt klar auf dem komplett überarbeiteten PSP-Ableger "Peace Walker" (2010) sowie den beiden PS2- und Xbox-Episoden "Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty" und "Metal Gear Solid 3: Snake Eater (Subsistence)" liegt. Letzteres beinhaltet zudem die Retro-Adaptionen der rund 20 Jahre alten 8-Bit-Games "Metal Gear" und "Metal Gear 2".
Nur das PSOne-Original fehlt bei dieser Game gewordenen Geschichtsstunde, was schade ist, handelt es sich dabei doch um das große, verbindende Element. Allerdings wäre der Aufwand einer Restauration wohl zu groß gewesen, heißt es bei Konami. Das Spiel hätte von Grund auf neu programmiert werden müssen.
Immerhin: Damit sich alte "Metal Gear Solid"-Veteranen und Neulinge im Story- und Figurengeflecht zurechtzufinden, das Kojima über die Jahre hinweg gesponnen hat, wurde der Startbildschirm zu einer Zeitachse umfunktioniert - angefangen bei "Snake Eater", das im Jahr 1964 spielt, über den "Peace Walker"-Vorfall 1974 bis hin zum in der Gegenwart angesiedelten "Sons of Liberty". Interessanterweise taucht der eigentliche Star der Reihe, Agent Solid Snake, nur kurz in "Sons of Liberty" auf. Im Mittelpunkt stehen andere: mal der Söldner "Naked Snake", der später zu Solid Snakes Gegenspieler "Big Boss" wird, mal der junge Rekrut Raiden, der auch im für Ende des Jahres angekündigten Action-Ableger "Metal Gear Rising: Revengeance" die Hauptrolle übernimmt.
Inhaltlich und spielerisch hat sich bei "Metal Gear Solid 2 und 3" kaum etwas geändert.
Und auch grafisch sollte man trotz der HD-Kur keine Wunder erwarten. Die Texturen sind nun zwar hochauflösend, aber nach wie vor karg. Figuren und Objekte wirken klobig. Alles in allem kein Vergleich zur exklusiven PS3-Episode "Metal Gear Solid 4 - Guns Of The Patriots", die im Juni 2008 erschien. Doch das macht nichts. Ehe man sich versieht, taucht man ein in Kojimas Welt, in der ruhiges und bedachtes Vorgehen, Tarnen und Täuschen mehr zählen als ein nervöser Zeigefinger und glühende Gewehrläufe. Im Falle von "Peace Walker" kommt sogar noch ein Schuss Mikromanagement hinzu. In dem einst exklusiven PSP-Titel, dessen Steuerungsanpassungen an den zweiten Analogstick eine wahre Wohltat sind, gilt es, neben den Einsätzen eine eigene Söldnerbasis zu errichten, Leute für sich zu gewinnen und nach neuen Waffen zu forschen, mit denen auch die Vorläufer der titelgebenden Riesenroboter zu knacken sind.
Fazit: Für 40 Euro gibt's geballte Games-Geschichte in HD - und weit über 100 Stunden zeitlos gute Spionage-Action.
Wertung
| Grafik | befriedigend |
| Sound | gut |
| Steuerung | gut |
| Spielspaß | sehr gut |
| Gesamt | sehr gut |
Datenblatt
| Titel | Metal Gear Solid HD Collection |
| Genre | Action-Adventure |
| Alter | ab 16 Jahren |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene und Profis |
| Plattform | PlayStation3 (getestet) |
| System | |
| Mehrspieler | 2-4 |
| Entwickler | Kojima Productions |
| Anbieter | Konami |
| Preis | ca. 40 Euro |
| EAN | 4012927053980 |
© teleschau - der mediendienst GmbH
Bisher wurde hierzu noch keine Meinung abgegeben. Aber Sie haben doch bestimmt eine!
- Kostenlose Spiele
- Solitär
- Minecraft
- Fussballmanager
- Mahjong
- Mass Effect 3
zu Spiele



