Zehn Jahre nach Ende seiner aktiven Karriere in der Königsklasse ist Robert Doornbos TV-Experte des niederländischen Fernsehens und erfolgreicher Geschäftsmann: Sein Name hätte die Formel-1-Welt nicht mehr beschäftigt, wären in der vergangenen Woche nicht Meldungen über einen Einstieg des 34-Jährigen in das Sextoy-Business aufgetaucht. Doornbos hätte die Firma Kiiroo gegründet, die High-Tech-Erwachsenenspielzeug vertreibt, hieß es auf vielen Webseiten. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit.

Auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' sagt Doornbos: "Die Geschichte mit Kiiroo und meine Reise in die USA wurde von den Medien aufgebläht." Die Rede ist von dem Besuch einer Messe für Sexspielzeug in Las Vegas, auf der er die Geräte vorgestellt und beworben haben soll. Dabei geht es - Pardon für die journalistische Sorgfaltspflicht! - um einen Dildo und eine künstliche Vagina, die für Fernbeziehungen entwickelt wurden. Die Geräte kommunizieren miteinander, sodass ein Gefühl der Interaktion entsteht.

Gegründet hat Doornbos das Unternehmen aber nicht, geschweige denn die zwischen 149 und 468 US-Dollar (umgerechnet rund 138 und 432 Euro) teuren Geräte entwickelt. "Seitdem ich kein Berufsrennfahrer mehr bin, bin ich in der Finanzbranche tätig", meint der frühere Red-Bull-Pilot. "Ich bin Investmentmanager bei einem asiatischen Konzern für Unternehmensbeteiligungen und suche nach Möglichkeiten in Europa. Ich habe in den vergangenen Jahren in viele Firmen investiert, darunter Kiiro."

Er wisse viel über das in Amsterdam ansässige Startup, sei aber nicht in das operative Geschäft eingebunden, so Doornbos weiter. Dennoch dürfte den delikaten Produkten die - möglicherweise gar nicht so unverhoffte - PR-Kampange in der Motorsportbranche nicht geschadet haben. Der Niederländer ließ es also bei den fragwürden Pressemeldungen bewenden und verzichtete auf eine Richtigstellung.

Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Ich verstehe, dass Journalisten die Geschichte lieben und daraus ihre eigenen Storys basteln. Ich habe einige lustige Artikel gelesen", sagt Doornbos amüsiert. Reagieren hätte er auf kuriose Schlagzeilen übrigens deshalb nicht gewollt, weil er niemals von Medienvertretern auf Kiiroo angesprochen worden sei. Stattdessen wurde in allen Artikeln ein Zitat von der besagten Messe in Las Vegas verwendet. "Das ist die wahre Geschichte", erklärt Doornbos.

Robert Doornbos fuhr 2004 als Testpilot für Jordan, ehe er im Folgejahr bei Minardi acht Rennen als Einsatzpilot bestritt. 2006 wechselte er zu Red Bull, wo er zum Saisonende Christian Klien im Einsatzcockpit ersetzte. WM-Punkte holte er in seinen insgesamt elf Grands Prix keine - Platz zwölf war das höchste der Gefühle. Anschließend wechselte er in die nordamerikanische IndyCar-Serie und beendet 2010 seine aktive Laufbahn.© Motorsport-Total.com GmbH