Über Flavio Briatore lässt sich Unschmeichelhaftes behaupten. Dass der exzentrische Ex-Teamboss kein Händchen für die Förderung des Formel-1-Nachwuchs hätte, gehört sicher nicht dazu: Briatore brachte die Karrieren Michael Schumachers sowie Fernando Alonsos voran - er machte die beiden Ausnahmetalente in seinen Mannschaften zu Weltmeistern. Im Gespräch mit 'arabianbusiness.com' schildert er sein Erfolgsgeheimnis: "Es wird ein Tier in den Leuten wach, ein Feuer bricht aus", so Briatore.

Die Rede ist davon, wie sich ein künftiger Champion gibt, wenn er noch ein unbeschriebenes Blatt ist. Über das erste Treffen mit Schumacher in London Anfang der Neunzigerjahre meint Briatore: "Als ich Michael zum ersten Mal sah, erkannte ich einen wirklich zornigen Jungen, dazu noch sehr schüchtern." Der Deutsche hätte sich kaum getraut, 'Guten Morgen!' oder 'Gute Nacht!' zu sagen, behauptet er. Alonso, den er kurioserweise ebenfalls erstmals in London traf, erklärt Briatore ganz Ähnliches.

Doch der Italiener betont, sich lieber auf sein Gespür zu verlassen als sich von Äußerlichkeiten blenden zu lassen: "Man hat ein Gefühl. Es tut sich etwas in einem, wenn man mit diesen Kerlen redet und alles verändert sich. Sie sind normale Jungs, die dann plötzlich über Autos, über ihr Fahrverhalten und über ihr Tempo sprechen", erklärt Briatore und zieht Parallelen zwischen Schumacher und Alonso: "Der gleiche Film mit einem anderen Schauspieler."

Briatore führte Schumacher mit der Benetton-Mannschaft in den Jahren 1994 und 1995 zu seinen ersten beiden WM-Titeln, 2005 und 2006 gelang ihm das gleiche Kunststück mit Alonso im damaligen Renault-Werksteam. Beide Superstars waren zuvor nur zwei Saisons lang unter seiner Ägide unterwegs.© Motorsport-Total.com GmbH