Die erste Bestzeit der Formel-1-Saison 2016 ging am Freitagmittag an Weltmeister Lewis Hamilton . Der Mercedes-Pilot sicherte sich im Rahmen des weitgehend verregneten ersten Freien Trainings zum Australien-Grand-Prix in Melbourne dank einer Runde in 1:29.725 Minuten den schnellsten Umlauf hatte aber auch das Glück auf seiner Seite. Das Ergebnis war aufgrund der Wetterkapriolen nur sehr bedingt aussagekräftig.

Auf die Plätze verwies Hamilton die Red-Bull-Asse Daniil Kwjat (+0,421 Sekunden) und Daniel Ricciardo (+1,150). Nico Hülkenberg (Force India/+1,600) war als Vierter bester Deutscher, Nico Rosberg (Mercedes/+2,089) landete auf dem sechsten Platz. Neuling Pascal Wehrlein (16./Manor/+10,676) absolvierte ein Debüt ohne grobe Schnitzer. Sebastian Vettel (Ferrari) setzte keine Zeit.

Grund für die geringe Aussagekraft des Resultats: Die Fahraction im Albert Park begann erst rund 20 Minuten vor Schluss . Noch zu Beginn der Session war die Strecke komplett nass und erlaubte nur Umläufe auf Intermediates, bei denen sich Ferrari-Star Kimi Räikkönen (17./+11,029) als Top-Schwimmer präsentierte - allerdings mit kaum Vergleichswerten, schließlich setzten zu diesem Zeitpunkt nur noch die beiden Mercedes-Piloten gezeitete Runden.

Nach kurzer Trockenphase mit Bestzeiten der Red-Bull-Piloten regnete es in Australien erneut, ehe der Fahrbetrieb zum Schluss in Schwung kam und drei Minuten vor Fallen der Zielflagge wieder von heftigem Niederschlag unterbrochen wurde. Die Teams zogen in wenigen Minuten unter annähernd vergleichbaren Bedingungen die Mischungen Soft und Medium auf, Supersoft blieb im Lager. Alle waren sichtlich bemüht, das Auto bei der ersten Ausfahrt nicht zu demolieren.

Im Mercedes-Lager hätte man sich offenbar mehr Action gewünscht: "Ein bisschen frustrierend" fand Technikchef Paddy Lowe den Trainingsauftakt in Down Under. "Jedes Mal, wenn wir mit Trockenreifen rausgingen, begann es wieder zu regnen. Lewis bekam zumindest ein paar gute Sektorzeiten hin, als er die Reifen annähernd ins Temperaturfenster bekam", schnauft er und bedauert den bis dato gemütlichen Arbeitstag: "Wir wären gerne gefahren, um die Hausaufgaben für das Rennen zu machen. Wir müssen das Auto, das Setup und die Reifen für Sonntag verstehen."

Nennenswerte Schnitzer leisteten sich bei kniffligen Bedingungen Max Verstappen (5./Toro Rosso/+1,995) mit einem Dreher und Rookie Rio Haryanto (19./Manor/+13,647) mit einem Besuch der Auslaufzone, ihre Boliden blieben jedoch unbeschädigt. Ricciardo (Red Bull) flog kurz vor Schluss bei einsetzendem Regen ab und blieb im Kiesbett stecken, der RB12 musste abgeschleppt werden. Auch Räikkönen buchsierte seinen Ferrari kreiselnd in den Notausgang, kam jedoch aus eigener Kraft zurück an die Box der Scuderia.© Motorsport-Total.com GmbH