Auch auf dem Mercedes-Formel-1-Auto für die Saison 2016 steht der Schriftzug "#KeepFightingMichael". Doch nicht nur im Lager der Silbernen ist man mit den Gedanken immer wieder beim schwer verletzten Rekordchampion Michael Schumacher. Auch FIA-Präsident Jean Todt bangt seit dem Skiunfall des Kerpeners im Dezember 2013 um die Gesundheit seines ehemaligen Mitarbeiters und engen Freundes.

"Meine Beziehung zu ihm hat sich seitdem natürlich verändert, aber ich habe immer noch eine Beziehung zu ihm. Ich bin immer noch sein Freund", sagt der Franzose im Gespräch mit der 'Sport Bild'. Todt ergänzt: "Mein Verhältnis zu Corinna und seiner Familie ist viel intensiver geworden. Ich spüre die Verantwortung, ihnen zur Seite zu stehen."

Ex-Ferrari-Chef äußert sich zum Gesundheitszustand seines Freundes.

Todt besucht die Schumachers in ihrem Domizil in der Schweiz regelmäßig, über den aktuellen Gesundheitszustand des ehemaligen Formel-1-Stars gibt er jedoch keinerlei Auskunft. Der frühere Ferrari-Teamchef akzeptiert den Wunsch der Familie nach Privatsphäre und unterstützt Corinna Schumacher und das Umfeld der Familie auf diesem Wege.

"Ich weiß noch, wie besorgt ich war, als er nach seinem Abschied von Ferrari mit dem Motorradfahren anfing. Aber wenn Michael sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er das durch. Deshalb war ich froh, als er mit Mercedes zurück in die Formel 1 gekommen ist. Ich wusste, dass Michael diese Autos kontrollieren kann - wovon ich beim Motorrad nicht überzeugt war", so Todt. "Dass das Schicksal ihn dann so unglücklich mit dem Kopf gegen einen Stein hat fallen lassen, ist für mich immer noch schwer zu begreifen."

Todt sicher: Vettel hat es heute bei Ferrari leichter

"Heute hat Sebastian Vettel vier und Lewis Hamilton drei Titel. Michael hat so viele wie beide zusammen. Das zeigt, wie großartig seine Leistung war", so der heutige FIA-Präsident, der im Lager von Ferrari viele gemeinsame Erfolge mit Schumacher feiern durfte. "Für mich war er der einzige Fahrer, der Ferrari wieder zum Weltmeister machen konnte. Es war die Kombination aus Talent, Hingabe, Loyalität. Und er war eine Referenz für die Techniker."

Ehemaliger Ferrari-Teamchef Todt erzählt in Audienz von Schumi.

Schumacher sei das ausgleichende Element in einem fragilen Konstrukt gewesen, so Todt: "Wenn es schlecht läuft, dann neigen die Italiener dazu - das hat man auch in den letzten Jahren gesehen - sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen. Die Chassisbauer sagen, es liege am Motor. Die Motoringenieure sagen, das Chassis sei zu schlecht. Oder wir haben nicht die richtigen Fahrer. Indem ich Michael verpflichtet habe, habe ich zumindest eines dieser Probleme gelöst."

"Als ich zu Ferrari gekommen bin, war das Team auf einer Skala von eins bis zehn bei drei. Als Sebastian zu Ferrari gewechselt ist, war es bei sieben - und hat schnell weitere Fortschritte gemacht", rückt Todt das heutige Engagement von Sebastian Vettel bei Ferrari in einen historischen Zusammenhang. "Sebastian muss das Team konsolidieren und die letzte Lücke zur Spitze schließen. Das ist einfacher als damals bei uns."© Motorsport-Total.com GmbH