Pascal Wehrlein wird 2016 seinen Traum von der Formel 1 wahr machen und für das kleine Team Manor an den Start gehen. Doch ein Ex-Kollege glaubt, dass es der Mercedes-Schützling mit seiner Art schwer haben wird. Timo Scheider prophezeit seinem Dauer-Rivalen eine harte Zeit: "Die Formel 1 wird ein hartes Brot für ihn. Ich bin gespannt, ob er in der Formel 1 Freunde findet", merkt der DTM-Pilot gegenüber 'Bild' an.

Das Verhältnis zwischen den beiden Fahrern ist angespannt. Hauptgrund dafür ist ein hartes Manöver beim DTM-Rennen in Spielberg, bei dem Scheider Wehrlein und dessen Markenkollege Robert Wickens auf Ansage von Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich in der letzten Rennrunde ins Aus schoss. "Timo, schieb ihn raus", hatte Scheider über Funk erfahren, danach flogen immer wieder Giftpfeile zwischen den beiden hin und her.

Der nächste folgt nun nach Bekanntwerden des Formel-1-Deals des aktuellen DTM-Champions. "Ihm fehlt das Charisma, er hat noch nicht das Gesamtpaket", kritisiert Scheider, weiß aber auch, dass andere Kriterien eine größere Rolle spielen: "Man kann ein noch so großes Arschloch sein, letztlich zählt die Performance", sagt er und glaubt, dass Wehrlein den Aufstieg sportlich verdient habe: "Ich hoffe wirklich, er nutzt die Chance, denn Talent hat er zweifellos."

Wehrlein selbst findet es mittlerweile übrigens "fast schon peinlich, wie sehr ich in Timos Welt eine Rolle spiele", wie er gegenüber 'Bild' sagt. Gleichzeitig muss er dem Audi-Piloten aber auch in gewisser Weise danken, "schließlich hat auch er mich ein Stück in Richtung Formel 1 geschoben". Sein Renndebüt wird Wehrlein Mitte März in Australien feiern, wenn die Formel 1 in ihre neue Saison startet. In der DTM wird der Deutsche zumindest einem nicht fehlen: Timo Scheider. "Ich weine ihm keine Träne nach."© Motorsport-Total.com GmbH