Der Motorrad-Zwischenfall von Weltmeister Lewis Hamilton sorgt kurz vor dem Auftakt der Formel 1 in Australien weiter für Schlagzeilen. Die Polizei in Auckland hatte kürzlich aufgrund eines Handyvideos gegen den Briten ermittelt. Dieses hatte er während einer Motorrad-Tour in Neuseeland aufgenommen und im sozialen Netzwerk Snapchat gepostet. Die Benutzung von Mobiltelefonen ist auch in Neuseeland während des Fahrens nicht gestattet.

Auf der heutigen Pressekonferenz reagierte der Mercedes-Pilot nun etwas schmallippig zu dem Thema. Darauf angesprochen, wie er seine Vorbildfunktion als Formel-1-Weltmeister bezüglich des Videos sehe, antwortet er nur: "Ich habe keine Antwort für dich." Auch auf erneute Nachfrage, weil er sich immer als Vorbild für Jüngere gesehen hat, gibt Hamilton die gleiche Aussage noch einmal: "Ich habe wirklich keine Antwort für dich."

Es ist der nächste Streitpunkt bei Hamiltons jüngsten Eskapaden, die ihm vor Beginn der neuen Saison so einiges an Kritik eingebracht haben. Vor seinem Motorrad-Fauxpas hatte er bereits mit einem Tweet über ein Kasino für Aufregung gesorgt. Darin schrieb er, dass er sich "wie Dreck" behandelt gefühlt habe - angeblich weil er im Kasino keine Selfies aufnehmen durfte. Nach kurzer Zeit war das Posting jedoch schon wieder gelöscht.

Zudem wurde dem Mercedes-Piloten in diesen Tagen von einigen britischen Zeitungen auch Rassismus vorgeworfen, nachdem er sich in einem weiteren Video angeblich über Chinesen lustig gemacht hatte. "Ich weiß nicht, wohin wir fliegen. Vielleicht fliegen wir nach China, weil auf diesem Flug so viele Chinesen sind", belustigte er sich via Snapchat auf einem Flug (übrigens in der Economy-Klasse!) mit ein paar Chinesen im Hintergrund.

Lewis Hamilton und seine Patzer in den sozialen Netzwerken sind mittlerweile fast legendär. Unvergessen ist unzweifelhaft seine Aktion in Belgien 2012, als er beweisen wollte, dass er auf den Geraden nicht so schnell wie Teamkollege Jenson Button fahren kann und daher streng vertrauliche Telemetriedaten auf Twitter veröffentlichte. Zwar ist Lewis Hamilton mit rund 9,3 Millionen Fans auf Twitter, Facebook und Instagram der unumstrittene Internetkönig der Formel 1, doch manchmal kann das eben auch ein Fluch sein.

Aus diesem Grund ist auch Sebastian Vettel neben Teamkollege Kimi Räikkönen der einzige Formel-1-Star ohne eigenen Social-Media-Account. "Ich bin sicher, er kann mir ein wenig Unterricht geben", grinst der Heppenheimer in Richtung Hamilton, als er auf sein fehlendes Engagement in den sozialen Netzwerken angesprochen wird, nur um gleich darauf anzufügen: "Aber ich bin nicht interessiert daran."

"Jeder sucht sich seinen eigenen Stil und die Dinge aus, die er mag", so der Ferrari-Pilot weiter. "Ich denke, dass wir alle ziemlich verschieden sind. Manche mögen ihre Pizza ohne Belag - also wie Margherita - und andere mögen sie mit viel Zeug obendrauf", spielt er auf den Namen seines neuen Ferrari an. Ärger durch Nachrichten auf sozialen Netzwerken hat Sebastian Vettel zumindest noch nicht bekommen.© Motorsport-Total.com GmbH