Suzuka (dpa) - Fragen an den viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel aus der Medienrunde am Samstag in Suzuka nach der Bekanntgabe seines Weggangs von Red Bull zum Saisonende.

Können Sie uns einen Einblick in die vergangenen Stunden geben und wie die Entscheidung zustande gekommen ist?

Sebastian Vettel: So eine Entscheidung trifft man ja nicht über Nacht. Wie Sie sich vorstellen können, ist es immer ein großer Schritt, wenn so eine Beziehung zu einem Ende kommt. Aber es bleibt nichts Negatives. Ich gehe hier nicht weg, weil ich es nicht mehr mag. Oder weil ich die Leute nicht mehr leiden kann. Das ist es ganz und gar nicht, und das hat die Entscheidung nach so einer langen und erfolgreichen Zeit auch so schwer für mich gemacht. Es ist eine Entscheidung, die mit der Zeit gewachsen ist. Es ist nicht das erste Mal in den vergangenen Jahren, dass ich die Möglichkeit habe, etwas anders zu machen. Es fühlt sich aber jetzt so an, als sei es der richtige Zeitpunkt.

Mit wem haben Sie in den vergangenen Stunden gesprochen und wie liefen diese Gespräche ab?

Ich habe natürlich mit den Teamverantwortlichen gesprochen. Auch mit Dietrich (Mateschitz/Teambesitzer). Es war nicht einfach. Es ist keine einfache Entscheidung gewesen und es ist auch nicht einfach, mit den Konsequenzen klarzukommen. Daher wäre es um einiges einfacher gewesen, zu bleiben und nichts zu machen.

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Da kommen einige Dinge zusammen. Man könnte es natürlich so sehen: Ach, er ist nicht erfolgreich. Das ist aber nicht der Fall. Deswegen macht es das ja so schwer für mich. Nach 15 Jahren hier, zusammen mit Red Bull. Es fühlt sich an, als ziehe man zu Hause aus. Es gibt aber den Wunsch und den Hunger, etwas Neues zu machen.

Christian Horner (Teamchef) hat gesagt, Sie würden zu Ferrari gehen. Das Team habe Ihnen ein sehr gutes Angebot gemacht.

Wie ich schon gesagt habe, ist es nicht das erste Mal, dass ich Angebote von anderen bekomme. Leider muss ich Ihnen aber dieselbe Antwort wieder und wieder geben: Ich kann nichts offiziell bekanntgeben. In Kürze werde ich das aber können.

Sie haben keinen Manager. Wer hat Ihnen geholfen?

Ich bin ja nicht komplett allein. Ich habe einen Freund, der mich praktisch auch ein bisschen berät. Ich habe einen Anwalt. Ich denke aber auch, dass ich alt genug bin. Ich habe einen Mund und einen Kopf.

Wäre Ihre Entscheidung auch so ausgefallen, wenn Sie noch mit Mercedes um die WM kämpfen würden?

Schwer zu sagen, was wäre wenn. Es war eine innere Stimme, die lauter geworden ist. Es ist ein Schritt, auf den ich mich sehr freue.

Hat Teamchef Horner versucht Sie umzustimmen?

Nach so einer langen Zeit kennt man sich. Nicht nur Christian, wir haben alle großen Respekt voreinander. Von Gesicht zu Gesicht war es nicht einfach. Es brauchte aber nicht viele Worte.© dpa