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09.02.2012, 11:20 Uhr

Hoffenheim feuert Stanislawski

Sinsheim (dpa/sal) - Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat nicht viel Geduld mit Holger Stanislawski bewiesen und dem Trainer nach nicht einmal acht Monaten den Stuhl vor die Tür gesetzt.

Einen Tag nach dem Pokal-Aus gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth gaben die Nordbadener die Trennung von dem 42-Jährigen bekannt. Als heißester Nachfolgekandidat gilt Markus Babbel, der am 18. Dezember bei Hertha BSC gefeuert worden war.

"Wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden", erklärte Manager Ernst Tanner in einer Pressemitteilung. "Die jüngsten sportlichen Entwicklungen waren hierfür sicherlich ausschlaggebend."

Stanislawski, der langjährige Coach des FC St. Pauli, betreute 1899 erst seit Beginn dieser Saison und hatte ursprünglich einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Die Hoffenheimer waren mit 0:1 gegen Fürth im DFB-Pokal-Viertelfinale ausgeschieden. Bereits nach dem 2:2 gegen den FC Augsburg hatte Stanislawski heftig seine Spieler kritisiert und erste Zeichen von Resignation gezeigt. In der Liga hatte sein Team aus den letzten zehn Spielen nur einen Sieg geholt und die letzten fünf Heimspiele nicht mehr gewonnen.

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Stanislawski scheiterte auch am mächtigen Mäzen Dietmar Hopp. Der Milliardär hatte einerseits einen Sparkurs ausgerufen. So wurden Leistungsträger wie Demba Ba, Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic verkauft. Andererseits wollte Hopp nicht mit ansehen, wie die Hoffenheimer sich allmählich zum Abstiegskandidaten entwickelten. Noch am 30. Januar hatte der SAP-Mitbegründer in einem "Kicker"-Interview gemahnt: "Wir müssen Geduld haben, das habe ich auch Stani gesagt. Und ich hoffe, Stani ist in acht Jahren noch hier."

Am Donnerstagmorgen bekam "Stani", wie ihn auch in Hoffenheim alle nannten, von Tanner mitgeteilt, dass er gehen könne. Da half auch die lautstarke Unterstützung der Fans im Pokalspiel nichts mehr: Als die Mannschaftsaufstellung vom Stadionsprecher ausgerufen wurde, da brüllten die Anhänger nach jedem Spieler-Vornamen: "Stanislawski!" Auch nach der Viertelfinal-Niederlage riefen die Zuschauer nach dem 1899-Coach, der winkte um 20.53 Uhr nochmal Richtung Südtribüne. Da ahnte er schon, dass er im Kraichgau keine Perspektive mehr hatte. Zumal Hopp seine Arbeit noch kurz vor der Partie öffentlich kritisiert hatte: "Ich sehe keine Linie im Spiel der Mannschaft, es ist keine Entwicklung zu erkennen."

Stanislawski lobte noch sein Team für einen engagierten Auftritt, spielerisch war die Partie jedoch ein Armutszeugnis. Und so musste er als fünfter Trainer in der laufenden Bundesliga-Saison seinen Posten vorzeitig räumen. In Hoffenheim ist nach dem Abgang von Erfolgscoach Ralf Rangnick vor gut einem Jahr keine Kontinuität eingekehrt: Nach Marco Pezzaiuoli scheiterte nun der volksnahe Stanislawski, der dem Retortenclub Seele und Leidenschaft einhauchen sollte. Mit dem Cheftrainer verlassen auch seine Assistenten André Trulsen und Hans-Peter Nemet den Club.

Kommt jetzt Markus Babbel?

Wie die "Bild" erfahren haben will, soll Ex-Hertha-Coach Markus Babbel den Job übernehmen - und das schon am Samstag. Das wäre der fünfte vorzeitige Trainerwechsel der Saison.

Schon vor dem Pokalspiel gegen Fürth ließ Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im "Bild"-Interview Zweifel an Stanislawski deutlich werden: "Ich sehe keine Linie im Spiel der Mannschaft, es ist keine Entwicklung zu erkennen. Ich bin in großer Sorge." Nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd soll Hopp zu dem Zeitpunkt Manager Ernst Tanner bereits den Auftrag gegeben haben, Gespräche mit Babbel zu führen.

Tanner soll jedoch laut einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" "eher Hoffenheims A-Jugend-Trainer Alfons Higl favorisieren, den er schon inthronisieren wollte, ehe Hoffenheim den damaligen DFB-Trainer Marco Pezzaiuoli im Januar 2011 verpflichtete."

Die Fans jedenfalls hatten sich noch am Mittwoch inbrünstig zu ihrem Coach bekannt: "Stani"-Chöre und aufmunternde Plakate zeigten eindeutig, wer das Team nach Meinung der Anhänger auch künftig trainieren sollte.

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318 Meinungen zu "Hoffenheim feuert Stanislawski"

  • maho76
    Freitag, 10.02.2012, 12:56 Uhr
    da sieht man dass der hopp durch und durch manager ist. ist gelaufen wie in jedem betrieb: einsparen wie blöde, leistungsträger entlassen (hier: verkaufen) und dann erwarten dass die abteilung besser läuft und produktiver ist??? soll mir mal einer erklären wie das funtkionieren soll, auch im geschäftsleben, egal wie gut der abteilungsleiter ist: arbeitskraft, zeit, kosten. 3 faktoren, die insgesamt 100 ergeben müssen. will ich arbeitskraft runterschrauben und kosten einsparen wird der zeitfaktor zwangsweise erhöht = erfolg bleibt erstmal aus. will ich mehr erfolg (zeitfaktor reduzieren), muss ich mehr kosten in kauf nehmen, ganz einfache rechnung. sowas sollte man eigentlich im 1ten semester bwl lernen, oder?
  • babbelnet
    Freitag, 10.02.2012, 12:25 Uhr
    "Gut so! Und wann feuert Hertha die 0 Nummer Skibbe ?" laß den skibbe schön noch in berlin bleiben,ist gut für die konkurrenz im abstiegskampf....:)
  • Caipii
    Freitag, 10.02.2012, 12:19 Uhr
    Es ist halt wie immer: Wenn die Mannschaft nicht die erwartete Leistung bringt, fliegt der Trainer. Die Funktionäre reden dem Trainer nur dann nicht rein, wenn alles gut läuft. Wenn nicht, dann glauben sie es mal wieder besser zu wissen. Nur sollten sie mal dem ganzen Haufen in den Hintern treten. Gruß vom Caipi
  • FFFANN
    Freitag, 10.02.2012, 11:53 Uhr
    DFB ist gefragt. er hat seinen schein mit auszeichnung bestanden. hr. hopp hat auch versagt, nur er der hr. hopp kann auch nur dreimal am tag essen ? der verein ist nun mal ein verein der aus der retorte stammt. mit geld kann man einen trainer feuern, doch hr. hopp kann normal nicht den trainer entlassen, er kann ihn nur freistellen. die jornalie und der dfb ist jetzt gefragt ? Der dfb müßte die trainer mehr schützen oder bestrafen. siehe funkel, siehe skibbe, siehe babbel, siehe usw............. bald ist der nächste drann. der trainerrat drückt auch ein auge zu ? Der KICKER müßte doch auch einmal reakieren. so lange die trainer gut leben sagt von den trainer keiner etwas. aber dann ? fragen sie doch mal die trainer ohne anstellung ? das arbeitsamt ? die spielergewerkschaft ? oder die trainergewerkschaft ? gibts die eigendlich.
  • Speedport1948
    Freitag, 10.02.2012, 11:33 Uhr
    Ich habe ihn gesehen, den Heiligenschein, der über dem Herrn Stanislawski schwebt. Wenn ein Trainer es nicht schafft, seine Auffassung über Fußball seinen Spielern zu ver- mitteln, dann weg mit ihm. Was hat es damit zu tun, dass Hoffenheim ein Badischer Verein ist; oder Herr Hopp die graue Eminenz im Hintergrund ist? Manch anderer Club wäre froh, einen Herrn Hopp im Hinter- grund zu haben. Irgendwie kommt wohl bei einigen "Schreiberlingen" hier der blanke Neid auf !?!
  • Romaniac
    Freitag, 10.02.2012, 10:13 Uhr
    Hieß es letztes Jahr nicht offiziell, dass der Verein sich als Ausbildungsverein für FC Bayern und Co. sieht?
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